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Kohlekraftwerk auf dem Alessa-Gelände
Veröffentlicht: 04/04/2011 von Stadt Offenbach
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„50.000 Tonnen Kohlendioxid mehr im Jahr in der Luft zwischen Bürgel und Fechenheim konterkarieren alle Pläne, in der Region Schadstoffe in der Luft zu reduzieren. Der Bau eines Braunkohlekraftwerks im Industriepark Fechenheim muss auf den Prüfstand“, mit dieser Forderung reagierte Offenbachs Oberbürgermeister Horst Schneider auf die erst jetzt veröffentlichten Pläne des Chemieunternehmens Alessa im Industriepark Fechenheim ein Braunkohlekraftwerk zu errichten. Das Vorhaben wurde erst Ende März öffentlich. Bereits im Februar hatte die Stadt Frankfurt beim Regierungspräsidenten in Darmstadt einen Antrag auf Akteneinsicht gestellt, der aber abgelehnt worden war.
Der Anlage stimmte der Regierungspräsident in Darmstadt nach einem so genannten „vereinfachten Verfahren“ zu. Die Umweltdezernentin der Stadt Frankfurt, Manuela Rottmann, äußerte allerdings massive Zweifel an dem Verfahren, offenbar auch, weil der Betreiber des Kraftwerks für die beiden Türme getrennte Genehmigungen beantragt hat, um den teuren Erwerb von Emissionszertifikaten zu umgehen. 50.000 Tonnen Kohlendioxid, das entspricht dem Schadstoffausstoß der Heizungen von 15.000 Haushalten, das sind ein Viertel aller Offenbacher Wohnungen. Horst Schneider: „Wie andere Städte in der Region investiert Offenbach in eine bessere Umwelt. Elektromobilität, Windenergie und Solaranlagen sind ein Beitrag für eine positive Ökobilanz in der Region. Wir setzen auf Energieeinsparung an öffentlichen Gebäuden. Wir fördern die Ausnutzung von Einsparpotentialen bei Privaten. Das Kraftwerk auf der anderen Mainseite setzt alle dieses Bemühungen auf Null“.
Zweifel hat Offenbachs Oberbürgermeister Horst Schneider aber auch an dem Timing der Veröffentlichung des Vorhabens. Damit habe das Frankfurter Umweltdezernat über einen Monat gewartet. Zu lange. Gerade bei diesen Projekten müssten die Fachebenen in der Region besser zusammenarbeiten. „Schadstoffe machen an Stadtgrenzen nicht halt“, so der Oberbürgermeister abschließend, „Die Verhinderung von Umweltverschmutzung ist eine gemeinsame Aufgabe. Die Erfolgsaussichten eine solche Anlage zu verhindern, steigen mit jeder Gemeinde in der Region, die dagegen ihre Stimme erhebt“.



