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Rodgauer Art
Veröffentlicht: 14/10/2014 von Stadt Rodgau
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Die Zeiten ändern sich, doch eines bleibt: Kunstausstellung im Bürgerhaus Nieder Roden, Ende Oktober eines jeden Jahres. Heuer öffnet die renommierte Kunstausstellung am 25. Oktober von 14 bis 18 Uhr, und am 26. Oktober von 11 bis 18 Uhr ihre Türen. Aber weil eigentlich nichts bleibt wie es ist, hat sich deren Format in den letzten Jahren stark geändert.
In der nun vierten Auflage mit neuem Konzept als Rodgauer Art, präsentiert die Stadt Rodgau zum insgesamt 40. Mal Künstler aus Rodgau und anderswo. Weil es ein Jubiläum ist, wurde der Ausstellungsraum um die angrenzende Sporthalle erweitert, somit konnten 62 Künstler angenommen werden. Zehn Künstler mehr als noch im letzten Jahr. Doch auch mit dieser Erweiterung kann dem Bewerberandrang nicht gerecht werden. Alljährlich interessieren sich weit mehr Künstler für die Rodgauer Art als Standplätze vorhanden sind. So musste auch im Jubiläumsjahr stark ausgewählt werden. Diese Auswahl bedeutet immer viel Bedenkzeit, Diskussion, Abwägen und Überlegung bei den beteiligten Mitarbeitern der AKSE.
In diesem Jahr wurden viele Skulpteure berücksichtigt, die Sporthalle bietet hier den idealen Rahmen. Wegen der Hallenhöhe kann beispielsweise das Fünf Meter hohe Objekt von Lothar Steckenreiter gestellt werden, welches aus den ehemaligen Balken des Wärterhäuschens des Lager Rollwalds entstanden ist. Ein beeindruckendes Werk, nicht nur wegen seiner Entstehungsgeschichte und der Herkunft des Materials. Künstlerin Gudrun Gottstein aus Babenhausen lässt sich für ihr Kunstprojekt 'Mit fremden Augen', Fotos von Menschen aus aller Welt zusenden, gerne verwackelt oder irgendwie nichts geworden, also das, was eigentlich entsorgt werden würde. Diesen Fotos nimmt sie die Vergänglichkeit, indem sie sie in Ölbildern wieder verewigt und damit erst recht wichtig und beständig macht.
Bernd Michael Land, neu in den Rodgau gezogener Klangkünstler, wird die Besucher mit leisen Klängen aus dem Antiraum zum Thema: ' Das Lächeln der Bäume' berieseln. Sehr berührend wird der Kreuzweg der Rodgauer Künstlerin Andrea Grimm sein, ausgehend vom Schweißtuch der Veronika, als Abbild des Mitgefühls, lässt sie uns den Leidensweg Jesus und damit den aller Menschen, nachempfinden. Die Umsetzung dieses seriellen Konzeptes auf Tüchern ist außergewöhnlich.
Ohne Walter Stolz wäre die Rodgauer Art nicht das, was sie in den letzten Jahren geworden ist. Der im April dieses Jahr unerwartet verstorbene Wahlrodgauer mit Leidenschaft, hat durch seine Ideen das Format der Kunstausstellung mit geprägt. Seine Familie wird die Arbeiten präsentieren, mit denen er sich an der Rodgauer Art 14 beteiligen wollte. Er hat historische Figuren aus Lindenholz geschnitzt, als Vorlage dienten alte Familienfotos. Mit dieser Präsentationsmöglichkeit posthum bedankt sich die Stadt Rodgau nochmal für Walter Stolz wertvolle Anregungen und seinen unermüdlichen Einsatz bei der Neugestaltung der Ausstellung.
Weit angereist kommt dieses Jahr eine Künstlerin aus London, die gebürtig sogar von den Malediven stammt. Daher auch die Motivauswahl - bevorzugt von diesem Inselparadies aus dem indischen Ozean. Siebenundzwanzig Künstler sind erstmals oder wieder an der Rodgauer Art vertreten, davon neun allein aus Rodgau. Alle Künstler haben sich an dem anlässlich der 40. Ausstellung ins Leben gerufenen Gemeinschaftsprojekt ‚Heraldation KARO40‘ beteiligt. Sie wurden aufgerufen, das Rodgauer Stadtwappen individuell und kreativ zu gestalten. Herausgekommen sind Entwürfe im typischen Stile der Künstler aber auch ganz unerwartet abgewandelte Objekte. Diese Wappen werden in der Sporthalle in einem Gesamtrahmen, der auch wiederum die Symbole des Wappens repräsentiert, gezeigt.
Um diese Vielfalt der Künste besser verstehen und erfassen zu können, bieten die Veranstalter Führungen an. Am Samstag um 15 Uhr wird Winno Sahm fachkundig durch die Ausstellung geleiten, am Sonntag um 11:15 Uhr wird er das Wappenprojekt näher erläutern. Um 15 Uhr am Sonntag wird die Künstlerin und angehende Kunsthistorikerin Monika Jäger Besucher durch die Ausstellung führen. Zur Vernissage am 24. Oktober um 18:30 Uhr sind alle Kunstinteressierten herzlich eingeladen. Der SOS Helferkreis wird am Samstag und Sonntag für das leibliche Wohl sorgen. Manches bleibt eben doch!




