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»Kunst vor Ort«: Lutherplatz in Langen bekommt Stahl-Skulptur

von Familien-Blickpunkt.de am 13/04/2018 - 11:04 |

Themenfelder: Leben und Gesellschaft

»Kunst vor Ort«: Lutherplatz in Langen bekommt Stahl-Skulptur

Kreis Offenbach - Der Gewinner des Preises „Kunst vor Ort 2017“ ist der deutsch-holländische Künstler Andreas Kopp. Der Paderborner hat die Jury mit seiner Skulptur für den Lutherplatz in der Innenstadt Langens überzeugen können. Das Thema lautete „Luther und die Reformation“. „Martin Luther wurde in seinem Wirken gleichsam zur Symbolfigur der Reformation. Auf dem nach ihm benannten Platz in Langen soll daher ein Kunstwerk auf die Reformation verweisen und deren Bedeutung für Gegenwart und Zukunft herausstellen“, macht Langens Bürgermeister Frieder Gebhardt deutlich. Der Kreis Offenbach, die Sparkasse Langen Seligenstadt, die Stadt Langen sowie die Evangelische Kirchengemeinde Langen hatten vor diesem Hintergrund den Entwurf und die Ausführung einer Skulptur ausgeschrieben sowie auch die Finanzierung übernommen. Das Kunstwerk soll am 31. Oktober diesen Jahres offiziell eingeweiht werden.

Der 1959 geborene Kopp ist seit Anfang der 90er Jahre auf zahlreichen internationalen Ausstellungen präsent. Er erhielt zudem immer wieder öffentliche Aufträge; etwa für das Foyer der Kölnarena sowie die Halle des technischen Rathauses in der Domstadt.

In seinem Entwurf begegnet Martin Luther den Menschen auf Augenhöhe. Kopp: „Diesen Umstand möchte ich zum Ausdruck bringen, indem ich auf jegliche Erhöhung wie einen Sockel und jegliche Inszenierung der Figur des Reformators verzichte. Luther soll vielmehr als ein selbstverständlicher Bestandteil des Lutherplatzes wahrgenommen werden.“

Die Figur Luthers für sich ist zweiteilig. Sie erscheint zudem wie ein Scherenschnitt. Die beiden Seiten der Figur werden durch einen circa zwölf Zentimeter breiten, sich nach oben hin verjüngenden Glaskeil, der den Glauben versinnbildlichen soll, zu einer Einheit verbunden. Der Glaskörper selbst wird aus verklebtem Schichtglas gefertigt. „Als doppelter Schattenriss ist das Denkmal einer willkürlichen Gestaltung der Gesichtszüge enthoben und transzendiert die Figur Luthers in ein Zeichen seiner selbst. Sie tritt hinter die reformatorische Botschaft zurück. Das war mit ein Grund für unsere Entscheidung“, begründet Pfarrer Steffen Held das Votum der Evangelischen Kirchengemeinde.

Die Figur des Martin Luther wird rund 190 Zentimeter hoch sein und wird aus zehn Millimeter dickem Cortenstahl gelasert. Die Oberfläche dieses Stahls korrodiert in lebendigen Farbtönen und schützt die Plastik vor tiefergehenden Witterungseinflüssen „Die Skulptur Kopps erfüllt damit auch wirtschaftliche Kriterien. Zudem verdeutlicht sie die Einheit von Luther und der Reformation. Beide Begriffe finden sich in der Plastik wieder und sind unlösbar zu einer zeitlosen Symbiose verbunden“, betont Landrat Oliver Quilling. „Die Figur verweist zudem über die Person Luthers hinaus auf das, was in der Neuzeit als Lehre der ‚zwei Reiche‘ postuliert wurde; eine Reflektion über das Reich Gottes und die Welt, Evangelium und Gesetz beziehungsweise Kirche und Staat. Das macht den Entwurf so überzeugend!“

Die von Martin Luther am 31. Oktober 1517 am Portal der Schlosskirche zu Wittenberg angebrachten 95 Thesen setzten den entscheidenden Impuls der reformatorischen Bewegung. Die Reformation veränderte die Kirche, Europa und die Welt. Errungenschaften wie Freiheit, Bildung und Sprache sind heute selbstverständliche Grundlagen unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens, die aber immer wieder neu herausfordern!

„Kunst vor Ort“ entstand 1999 aus einer gemeinsamen Initiative der Sparkasse Langen-Seligenstadt und des Kreises Offenbach, um genau diese Verbindung von Kunst, Region und Öffentlichkeit zu fördern. „Seitdem wurden verschiedenste Arbeiten in Heusenstamm, Mühlheim am Main, Dietzenbach, Langen, Obertshausen, Neu-Isenburg, Dreieich, Hainburg, Egelsbach, Mainhausen, Rodgau und Seligenstadt realisiert. Somit sind in nunmehr zwölf der 13 Kreiskommunen bereits Kunstwerke im Rahmen des Projekts entstanden“, so Walter Metzger von der Sparkasse Langen-Seligenstadt. Da Rödermark nicht zu dem Gebiet der Sparkasse Langen-Seligenstadt gehört, findet hier die Aktion nicht statt. Die Luther-Skulptur ist nach Stelen zur Gestaltung der Stadteinfahrt von Christian Rothmann aus dem Jahr 2002 dagegen bereits das zweite Objekt der Reihe „Kunst vor Ort“ in Langen. Einzelheiten zu allen bisherigen Projekten im Rahmen von „Kunst vor Ort“ finden sich im Internet unter www.kreis-offenbach.de/kunst-vor-ort.

www.familien-blickpunkt.de



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