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Baumwolltaschen als Pfandsystem

Baumwolltaschen als Pfandsystem

Veröffentlicht: 21/10/2016 von Stadt Seligenstadt

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Seit diesem Sommer sind sich das Umweltministerium und der deutsche Einzelhandel grundsätzlich einig, dass ihre Waren nur noch gegen eine Gebühr in Plastiktüten über die Ladentheke gehen sollen. Keine Einigkeit hingegen herrscht über die Höhe der Gebühr oder über Alternativen zum Plastik. Nadine Nitsche, Inhaberin des Seligenstädter Buchladens geschichten*reich, zeigt sich hier kreativ und hat sich etwas Besonderes einfallen lassen. Sie bietet Baumwolltaschen als Pfandsystem an. Damit schont sie zusammen mit ihrer Kundschaft nicht nur nachhaltig die Umwelt, sondern sie unterstützen gleichzeitig die Seligenstädter Flüchtlingsarbeit. Organisiert vom AK „Willkommen in Seligenstadt“ sind es nämlich zu uns geflüchtete Menschen, die diese kreativen Taschen nähen.

Wunderschöne Taschen in zwei verschiedenen Größen sind entstanden. Diese können für je 5 Euro (groß) bzw. 4 Euro (klein) im geschichten*reich erworben werden. Ein Euro aus dem Verkauf geht als direkte Spende an den AK Willkommen in Seligenstadt und 4 bzw. 3 Euro sind als Pfand zu verstehen. Wer seine Tasche wiederbringt, bekommt sein Geld zurück!

Am Montag, 24. Oktober, findet um 17 Uhr im geschichten*reich die offizielle Übergabe der Taschen statt. Die fleißigen Schneiderinnen und Schneider erhalten durch eine von Inhaberin Nadine Nitsche erbrachten Spende Essensgutscheine und alle ehrenamtlichen Helfer ein kleines Dankeschön. Es soll ein nettes Zusammensein bei Tee und Kuchen sein, zum dem alle Interessierten eingeladen sind.

„Im Rahmen der Einführung einer Gebühr für Plastiktüten beschäftigte ich mich intensiv mit dem Thema Tüten. Klar war: ich wollte im Laden ein Modell einführen, welches längerfristig nachhaltig ist. Ich hatte zwar von Beginn an nur Papiertüten im Laden, aber auch diese sind ökologisch nicht nachhaltig, wenn sie nach einmaligem Gebrauch entsorgt werden. So stieß ich auf das Konzept, Baumwolltaschen als Pfandsystem anzubieten. Die Idee, die Taschen in Kooperation mit den Flüchtlingen zu fertigen, kam dann durch einen Artikel eines Kollegen, der dies bereits umgesetzt hat. Mit dem „AK Willkommen in Seligenstadt“ stehe ich schon seit letztem Herbst eng in Verbindung. Das geschichten*reich war beispielsweise Gastgeber eines Club Integration, bei dessen Treffen wir uns mit politischen Fragen und Hintergründen befasst haben. Burkard Müller, AK-Koordinator, berichtete mir dann von einer Nähwerkstatt des AK Willkommen in Seligenstadt. Diese wird meist von Frauen genutzt, um eigene Kleider anzufertigen bzw. kleine Projekte und Kurse wurden unter Anleitung ehrenamtlicher Helfer realisiert. Für diese stehen im Fundus Nähmaschinen bereit sowie Stoffe, die als Spenden eingegangen sind. Nach der Rücksprache mit Claudia Hartl, Betreuerin des Fundus, wurde ein erster Besprechungstermin vereinbart, zu dem wir zwei aus Pakistan und Afghanistan geflüchtete Schneider, Khal Jan und Mazar Iqbal, einluden. Diese begannen dann ab September mit Hilfe der ehrenamtlichen Helferinnen Natascha Passlack, Birgit Miebach und Annette Schneider, Taschen für das geschichten*reich zu nähen“, erläutert Buchhändlerin Nitsche die Entstehung von der Idee bis zur Umsetzung.

www.familien-blickpunkt.de

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