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Ein starkes Kraftwerk unter der Erde

Ein starkes Kraftwerk unter der Erde

Veröffentlicht: 07/10/2019 von SPD Langen

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Wer auf der Nordumgehung unterwegs ist und die inzwischen bunt besprühten Lärmschutzwände sieht, ahnt vermutlich nicht, dass in dem Wall darunter ein unterirdisches Kraftwerk Wärme für ein ganzes neues Wohnviertel erzeugt. Es ist das jüngste Blockheizkraftwerk (BHKW) der Stadtwerke Langen, dem der Besuch der SPD-Fraktion im Rahmen ihrer Vor-Ort-Termine gilt.

„Wärme zentral zu erzeugen und ortsnah zu verteilen ist aus ökologischer Sicht sinnvoller, als viele Einzelheizungen in jeder Wohnung oder jedem Haus zu bauen und zu befeuern“, erläutert Stadtwerkedirektor Manfred Pusdrowski, der mit der SPD-Fraktion die Stufen in die geräumige Anlage im Erdwall hinabsteigt. Draußen war im Grunde nichts zu hören von dem kraftvollen Heizwerk, das auch innen zwar schallschutzgedämmt, aber doch deutlich vernehmlicher arbeitet. Und zu sehen gab es von außen eigentlich auch nicht viel mehr als eine doppelflügelige Stahltür und einen langen Abluftschornstein. „Das ist bundesweit eines der ersten BHKW, das quasi unter der Erde in einem Lärmschutzwall arbeitet. Das hat sogar auch außerhalb Deutschlands Beachtung gefunden. Und das nicht nur, weil wertvoller Bauplatz so anderweitig genutzt werden kann“, sagt Pusdrowski.

Von Gerd Fitterer, Prokurist der Stadtwerke und verantwortlich für den Fernwärmebereich von der Planung bis zum Betrieb, erfährt die SPD, dass im Baugebiet Elisabeth-Selbert-Allee Nord insgesamt zwölf Wohnblöcke mit über 1000 Wohneinheiten mit Wärme versorgt werden sollen. „Das machen wir im Verbund mit dem BHKW im Sportzentrum Nord. Der Verbund stellt die Wärmeversorgung zu jeder Zeit sicher. Das heißt, sollte es einmal eine Störung in einem der BHKW geben, übernehmen die anderen.“ Damit sei garantiert, dass in allen angeschlossenen Häusern und Wohnungen immer genug Wärme zur Verfügung stehe, vom Duschwasser bis zur Fußbodenheizung.

„Die hohen Investitionen, immerhin rund 800.000 € an dieser Stelle, und der Wärmeverbund lohnen sich nur, wenn möglichst viele Häuser im Quartier angeschlossen werden. Für das große Baugebiet Liebigstraße werden wir daher eine Anschluss- und Benutzungsverpflichtung für die Bauherren vorschlagen, die vom Stadtparlament zu beschließen ist“, erläutert der Stadtwerke-Chef weiter. Ausnahmen seien nur bei regenerativer Selbstversorgung möglich.

Der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Rainer Bicknase betont, dass für eine solche Satzung mit Anschlussverpflichtung das Vertrauen in den kommunalen Energieversorger Voraussetzung sei. „Die Wärmekunden der Stadtwerke müssen und können sicher sein, dass salopp gesagt, keine Abzocke stattfindet, weil die Stadtwerke das Privileg nicht missbrauchen werden, Platzhirsch bei der Fernwärme zu sein.“ Dem stimmen die Verantwortlichen der Stadtwerke zu und weisen darauf hin, dass durch transparente Verträge und überprüfbare Preisformeln einer ungerechtfertigten Preisgestaltung ohnehin ein Riegel vorgeschoben sei.

Auf die Frage, ob denn der Gasbetrieb von Blockheizkraftwerken auf Dauer der umweltfreundlichste sei, erfährt die SPD-Fraktion, dass auch hier die Stadtwerke Langen schon vorausdenken. Für die Zukunft sei auch eine schrittweise Umrüstung der BHKWs von Gas auf regenerative Energiequellen möglich.

Bild: von links Frank Gottschling, stellvertretenden Stadtverordnetenvorsteher, Gerd Fitterer, Prokurist der Stadtwerke, Frank Weber, SPD-Mitglied im Haupt- und Finanzausschuss, Margrit Jansen, SPD-Fraktionsvorsitzende, Rainer Bicknase, stellvertretender SPD-Fraktionsvorsitzender, Klaudia Schweig-Eyrich, Magistratsmitglied, Dagmar Losert, Mitglied der SPD-Fraktion, Manfred Pusdrowski, Stadtwerkedirektor, Christian Rücker (verdeckt), stellvertretender SPD-Ortsvereinsvorsitzender

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