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Gesunde Pilgerreise nach Mekka

Gesunde Pilgerreise nach Mekka

Veröffentlicht: 10/07/2014 von Stadt Offenbach

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Noch bis zum 27. Juli fasten Muslime in ihrem heiligen Monat Ramadan. Das Fasten ist eines der Grundprinzipien des islamischen Glaubens – ebenso die Pilgerreise nach Mekka in Saudi-Arabien. Viele Gläubige vollziehen sie nicht erst zum Opferfest Ende September, sondern zu einem beliebigen anderen Zeitpunkt. Vor diesem Hintergrund warnt das Stadtgesundheitsamt vor einer neuen Erkrankung auf der Arabischen Halbinsel.

Die Pilgerreise, die sogenannte Hadsch, ist eine der fünf Säulen des Islam und jede Muslimin und jeder Muslim sollte sie, soweit es möglich ist, einmal im Leben absolviert haben. Zeitlich festgelegt ist der Besuch der heiligen Stätten des Islam im saudi-arabischen Mekka mit dem Opferfest, das in diesem Jahr auf Ende September fällt. Im Unterschied zu dieser großen Pilgerfahrt können sich Muslime zu jeder Zeit auf eine ‘Umra‘ begeben – die kleine Pilgerfahrt.

Vor diesem Hintergrund und angesichts zahlreicher Muslime in der Offenbacher Bevölkerung macht das Stadtgesundheitsamt Reisewillige bereits jetzt auf eine neue Gesundheitsgefahr namens MERS aufmerksam. MERS steht für das Middle East Respiratory Syndrome und bezeichnet eine Infektion der Atemwege, die durch das neuartige MERS-Coronavirus (MERS-CoV) verursacht wird.

Was ist MERS?

Der erstmals vor zwei Jahren identifizierte Virustyp zählt zur großen Gruppe sogenannter Coronaviren. Die Infektion kann sehr verschieden verlaufen: Manche Menschen bemerken sie gar nicht, andere bekommen eine leichte, wieder andere eine sehr schwere und zum Teil tödliche Atemwegserkrankung.

Bis Juni 2014 wurden der Weltgesundheitsorganisation mehrere Hundert laborbestätigte Fälle von MERS gemeldet. Das MERS-Coronavirus ist vor allem auf der arabischen Halbinsel verbreitet und ist bisher überwiegend in Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten, aber auch in Katar, Kuwait, Bahrain, Jordanien, im Jemen und Oman aufgetreten.

Die meisten Erkrankungsfälle sind bislang unter Einheimischen aufgetreten. Alle außerhalb dieser Region bekannt gewordenen Erkrankungsfälle standen mit einem vorangegangenen Aufenthalt der Erkrankten in diesen Ländern oder engem Kontakt zu anderen MERS-Patienten aus diesen Ländern in Zusammenhang. In Deutschland besteht derzeit kein erhöhtes Risiko für MERS-Erkrankungen in der Allgemeinbevölkerung.

Wie werden MERS-Coronaviren übertragen?

Dromedare stellen die wahrscheinlichste Erregerquelle dar. Bei der Überprüfung von Dromedarbeständen im arabischen Raum und zum Teil auch angrenzenden afrikanischen Ländern wurde ein großer Anteil positiv auf MERS-CoV getestet. Eine Übertragung auf den Menschen ist bei engem Kontakt mit den Tieren möglich. Welche Arten von Kontakt eine Übertragung begünstigen, ist allerdings noch unzureichend bekannt. Möglich ist etwa eine Infektion durch Tröpfchen, aber auch Schmierinfektionen sind denkbar.

Wie das Stadtgesundheitsamt mitteilt, kann der Erreger auch von einem Menschen auf einen anderen übertragen werden. Allerdings wurde eine Ansteckung von Personen im weiteren sozialen Umfeld von Erkrankten bislang nicht beobachtet. Etwa drei Viertel der im April und Mai 2014 bekannt gewordenen Fälle wurde von Mensch zu Mensch übertragen. Das Risiko sich anzustecken, scheint insbesondere für Personen mit engem Kontakt zu Erkrankten im gemeinsamen Haushalt, am Arbeitsplatz oder im Krankenhaus zu bestehen, vor allem, wenn bei der Versorgung von Betroffenen nicht auf ausreichende Schutzmaßnahmen geachtet wird.

Welche Symptome zeigen Erkrankte?

Die Erkrankung beginnt in der Regel mit grippeähnlichen Beschwerden wie Fieber, Husten und Kurzatmigkeit. Magen-Darm-Beschwerden, insbesondere Durchfall, können ebenfalls auftreten. Häufig entwickelt sich eine Lungenentzündung. Als Komplikation kann es im weiteren Verlauf zu einem akuten Atemnotsyndrom und Nierenversagen kommen. In manchen Fällen verläuft eine Infektion mit MERS-CoV ohne Krankheitszeichen.

Die Dauer bis zum Auftreten von Krankheitszeichen nach einer Infektion mit MERS-Coronaviren beträgt meist weniger als eine Woche, in Einzelfällen bis zu zwei Wochen. Erkrankte können das Virus nach Ausbruch der Erkrankung weiterverbreiten. Wie lange eine Ansteckung erfolgen kann, ist jedoch nicht bekannt. Ob von Infizierten, die keine Krankheitszeichen entwickeln, eine Ansteckungsgefahr ausgeht, kann derzeit noch nicht eindeutig beantwortet werden.

Reisende auf der Arabischen Halbinsel sollten schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen, wenn sie während ihres Aufenthaltes an einem plötzlich auftretenden Infekt der Atemwege mit Fieber und Husten erkranken, der schwer genug ist, um ihre täglichen Aktivitäten zu beeinträchtigen. Treten die Beschwerden bis zu zwei Wochen nach einem Aufenthalt in der betroffenen Region auf, sollte ebenfalls sofort ein Arzt aufgesucht und das Gesundheitsamt informiert werden. Das gilt auch für Familienangehörige und Freunde, die Kontakt mit dem Reiserückkehrer hatten, der an entsprechenden Symptomen leidet, selbst wenn diese keine Krankheitszeichen entwickeln.

Wer ist besonders gefährdet?

Menschen mit schweren Vorerkrankungen wie zum Beispiel Diabetes, chronischen Lungenerkrankungen, Nierenschäden oder Immunschwäche haben eine höhere Wahrscheinlichkeit an MERS zu erkranken, wenn sie mit dem Virus in Kontakt kommen. Pilgerinnen und Pilger mit chronischen Krankheiten sollten vor der Reise einen Arzt aufsuchen, um das Gesundheitsrisiko zu beurteilen und bei der Entscheidung zu helfen, ob die Pilgerreise aus gesundheitlichen Gründen ratsam ist. Wer vor der Reise Atemwegserkrankungen mit Fieber und Husten bekommt, sollte die Reise unbedingt verschieben, bis der Betroffene wieder gesund ist.

Schutz vor der Krankheit

Das Stadtgesundheitsamt rät wie im Fall von Grippeviren zu konsequenter Hygiene, um eine Ansteckung zu vermeiden, insbesondere zu häufigem und gründlichem Händewaschen und zum Verzicht auf Mehrfach-Taschentücher. Reisende sollten jeglichen Tierkontakt, vor allem zu Kamelen und Dromedaren, vermeiden und auf den Verzehr von rohem Fleisch und Milchprodukten verzichten. Zu infizierten Personen sollte auf jeden Fall Abstand gehalten werden.

Für weitere Informationen steht das Stadtgesundheitsamt unter 069 8065-2111 oder -2121 zur Verfügung. Ein Merkblatt in verschiedenen Sprachen zu der MERS-Erkrankung gibt es im Internet: www.infektionsschutz.de/erregersteckbriefe/mers-coronaviren

www.familien-blickpunkt.de

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