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Integration von behinderten Menschen in den Arbeitsmarkt

Integration von behinderten Menschen in den Arbeitsmarkt

Veröffentlicht: 22/07/2013 von MainArbeit

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Unter dem Motto „Vorteile gemeinsam nutzen“ startet heute eine gemeinsame Initiative der Kommunalen Jobcenter von Kreis und Stadt Offenbach, die sich zum Ziel gesetzt hat, Behinderte, die von SGB II –Leistungen leben, gezielt und passgenau in Arbeit zu vermitteln.

„Mit der Informationskampagne wollen wir das Bewusstsein der Öffentlichkeit und der Arbeitgeber dafür stärken, dass behinderte Menschen arbeiten wollen und dies auch meist sehr erfolgreich tun, wenn sie eingestellt werden und sich im Arbeitsprozess bewähren können. Viele Beispiele beruflicher Integration behinderter Menschen verdeutlichen deren Leistungsbereitschaft und Leistungsfähigkeit. Zugleich wollen wir aufzeigen, welche Unterstützung Arbeitgeber bei der Einstellung von Behinderten bekommen können“, schildert Offenbachs Stadtrat Felix Schwenke den Hintergrund der Kampagne.

Die Jobcenter von Stadt und Kreis haben dafür eine Broschüre mit den wichtigsten Informationen herausgegeben. Sie zeigt finanzielle Fördermöglichkeiten auf und stellt die Arbeitgeberservices der beiden Jobcenter vor. Weiterer Schwerpunkt der Initiative sind Informationsveranstaltungen für Arbeitgeber, auf denen die Chancen bei der Einstellung und Beschäftigung von Behinderten aufgezeigt werden.

Arbeitgeber und Arbeitnehmer sollen durch konkrete und anschauliche Beispiele ermutigt werden, mehr Menschen mit Behinderung einzustellen. „Wir wollen Arbeitgeber für diese Zielgruppe sensibilisieren, Vorbehalte abbauen und informieren“, betont der Sozialdezernent des Kreises Offenbach, Carsten Müller. „Denn wir wissen, dass sich unter den behinderten Menschen, die derzeit noch arbeitslos sind, viele engagierte und hochmotivierte Menschen befinden, die ihre Tätigkeit im Unternehmen hundertprozentig ausüben wollen und an einer langfristigen Beschäftigung Interesse haben.“

Oftmals träfen behinderte Menschen auf Vorurteile. Das macht die Arbeitsuche für sie schwer, auch wenn sie persönlich und fachlich für viele Jobs bestens geeignet sind. „Diese Vorurteile und mentalen Hürden wollen wir abbauen. Denn oftmals ist eine spezielle Behinderung für die Arbeit an sich überhaupt nicht relevant.

Daher soll die Kampagne auch veranschaulichen, wie die Integration von Menschen mit Behinderung an Arbeitsplätzen vor sich gehen kann, welche Erfahrungen Betroffene, Arbeitgeber und Kollegen machen. Müller: „Wichtig ist, dass potentielle Arbeitgeber ein realistisches Bild von ihrem künftigen Angestellten bekommen, um so die Integration von behinderten Menschen in die Arbeitswelt zu verbessern!“

Rund 1150 behinderte Menschen erhalten momentan im Jobcenter der Stadt Offenbach, der MainArbeit, Leistungen zum Lebensunterhalt. 740 davon haben einen Behinderungsgrad von über 50 Prozent. Rund 600 von ihnen sind über 50 Jahre alt.

In den vergangenen zwölf Monaten konnten von der Mainarbeit 208 schwerbehinderte Arbeitsuchende auf Stellen vermittelt werden: 139 haben eine sozialversicherungspflichtige Arbeit aufgenommen, 67 einen 450-Euro-Job, sieben haben eine Ausbildung begonnen und fünf Personen haben sich selbständig gemacht.

Im Kreis Offenbach sind es 1.333 behinderte Menschen, die Hartz-IV-Leistungen erhalten. Davon haben 811 einen Grad der Behinderung von 50 Prozent oder mehr. 387 behinderte Arbeitslose sind über 50 Jahre alt.

Durch die ProArbeit konnten im letzten Jahr 121 Personen in Arbeit vermittelt werden. 72 von ihnen haben eine sozialversicherungspflichtige Arbeit aufgenommen, 41 bekamen einen 450-Euro-Job, fünf begannen mit einer eine Ausbildung. Drei Personen machten sich als Unternehmer selbständig.

Die Vermittlung erfolgte sowohl in der Stadt, als auch im Kreis Offenbach in die unterschiedlichsten Branchen und Tätigkeiten. Beispielsweise konnten behinderte Arbeitslose als Gartenbauhelfer, Kraftfahrer, als Kaufmann im Einzelhandel oder bei der Flugabfertigung einen neuen Job anfangen.

„Das sind Zahlen, die belegen, dass die Vermittlung von schwerbehinderten Menschen in Arbeit erfolgreich sein kann“, so Felix Schwenke abschließend. „Wir wollen diese Erfolge ausweiten. Es gibt in der Gruppe der behinderten Arbeitslosen noch ein großes Potential, das wir für die Unternehmen der Region erschließen können.“

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