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Lärm reduzieren

Lärm reduzieren

Veröffentlicht: 28/07/2020 von Stadt Offenbach

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Was gut für die Luft ist, reduziert meistens auch Lärm. Das zeigt ein Blick in den seit Mai rechtskräftigen Lärmaktionsplan der Stadt Offenbach am Main. Tempo 30 in ausgewiesenen Zonen, mehr Angebot im ÖPNV, Mobilitätsmanagement in Kitas und Schulen, e-Mobil-Stationen, ein umfangreiches Leihradsystem, Radverkehrsanlagen, der Bau von Fahrradstraßen und Radwegen tragen dazu bei, den Verkehrslärm zu reduzieren.

Der Lärmaktionsplan hat die Lärmbelastung in Offenbach nach Straßen untersucht, auf denen mehr als 3000 Autos in 24 Stunden unterwegs sind. Vorausgesetzt wurde ein Lärmpegel über 55 Dezibel am Tag und 50 Dezibel in der Nacht. Danach sind 26.426 Menschen tagsüber hohen Lärmpegeln ausgesetzt, 19.100 Personen leiden außerdem unter einer nächtlichen Lärmbelastung. Ein hohes Verkehrsaufkommen von mehr als 20.000 Fahrzeugen pro Tag sorgt für Spitzenbelastungen von über 75 Dezibel tagsüber und bis zu 70 Dezibel nachts. „Deshalb werden wir stringent unsere Pläne zur Verminderung des Lärms verfolgen“, betont Umweltdezernent Paul-Gerhard Weiß. Er setzt sich darüber hinaus auch gegen den Fluglärm ein, der im Teilplan „Verkehrsflughafen Frankfurt am Main“ beim Regierungspräsidium Thema ist, und bringt dazu Vorschläge separat ein.

Wie der Lärmaktionsplan zeigt, hat die Stadt Offenbach in der Vergangenheit schon vieles getan um den Anteil des motorisierten Straßenverkehrs und damit auch die Lärmbelastung zu reduzieren. Dies gelingt der Stadt Offenbach durch die Vernetzung von Lärmaktionsplanung und Schaffung von Synergieeffekten mit anderen Konzepten, Plänen und Programmen wie z. B. dem Luftreinhalteplan, der Gesamtstrategie Luftreinhaltung / Masterplan Green City, dem Nahverkehrsplan oder den Maßnahmen des Klimaschutzes und der Klimaanpassung.

So werden Projekte wie „Radfahren im Alltag mit kostenlosen Fahrradkursen für Frauen“ oder die Fahrradstraßenstadt vom Bundesumweltministerium im Rahmen der nationalen Klimaschutzinitiative gefördert. Für Maßnahmen zur Verkehrsverflüssigung stehen für 2020/2021 wiederum im Rahmen des Masterplans NOx-Minderung Bundesmittel über die Förderrichtlinie „Digitalisierung kommunaler Verkehrssysteme“ zur Verfügung.

„Mit Abhängigkeiten und Zielkonflikten muss man dabei natürlich umgehen lernen“, betont die Leiterin des Amtes für Umwelt, Energie und Klimaschutz, Heike Hollerbach. Sie schildert die Problematik bei der Maßnahme Tempo-30-Streckengebot, einer Forderung für 26 Straßen in Offenbach und damit die bei der Öffentlichkeitsbeteiligung am häufigsten genannte Forderung.

„Wir setzen Tempo 30 zunächst dort um, wo die Maßnahme nicht nur den Lärm reduziert, sondern auch zur Erhöhung der Verkehrssicherheit für Fußgänger und Radfahrer beiträgt und das Hauptverkehrsnetz nicht beeinträchtigt.“

Stadtrat und Umweltdezernent Paul-Gerhard-Weiß ergänzt: „Da die Stadt Offenbach aber nicht nur von Lärm betroffen ist, sondern an einigen Stellen auch mit der Luftbelastung kämpft, müssen wir bei Straßen wie z. B. der Unteren Grenzstraße, dem südlichen Ring Ost, der Sprendlinger Landstraße oder der Waldstraße auf Anweisung des Umweltministeriums von Experten sorgfältig prüfen lassen, ob sich Tempo 30 negativ auf die Stickoxidbelastung auswirken könnte. Aus lufthygienischer Sicht könnte bei diesen Belastungsschwerpunkten Tempo 40 die bessere Wahl sein – um sowohl den Erfordernissen des Lärmschutzes als auch denen der Luftreinhaltung nachzukommen.“

Ebenso muss die Einführung eines gesamtstädtischen Lkw-Durchfahrtsverbots (einer weiteren, dringenden Forderung aus der Öffentlichkeitsbeteiligung zum Lärmaktionsplan) mit den Auswirkungen der Luftreinhaltung zusammen betrachtet werden.

Auf die Frage nach baulichen Schallschutzmaßnahmen wie z. B. Lärmschutzwänden an Straßen entgegnet Heike Hollerbach, dass dafür oft der Platz nicht ausreichen würde. Schallschutzfenster als passive Schutzmaßnahmen würden im Bereich der Bahnanlagen (z. B. Kaiser-, Bismarck-Marien-oder Rathenaustraße) von der Deutschen Bahn Netz AG aber mit dem Lärmsanierungsprogramm bezuschusst und böten daher einen geeigneten Ersatz. Eine weitere Bezuschussung durch die Stadt sei nicht möglich.

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