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Obertauern ist Österreichs schneereichster Wintersportort

Obertauern ist Österreichs schneereichster Wintersportort

Veröffentlicht: 10/11/2016 von MaroPublic

» Urlaub im Blickpunkt

Alle Jahre wieder schauen die Liftbetreiber ab November zum Himmel, um zu sehen, ob und wann der Schneegott seinen Segen über sie auszuschütten gedenkt. Und alle Jahre wieder wird von den Medien bei zu spät einsetzendem Schneefall die Frage aufgeworfen, ob der Wintersport überhaupt noch eine Zukunft hat. Die Frage mag für viele Skigebiete im Alpenraum auf mittlere Sicht relevant sein, für Obertauern stellt sie sich erst gar nicht. Hat der höchstgelegene Wintersportort des Salzburger Landes schon bisher mit seiner sprichwörtlichen Schneesicherheit geworben, so beweist nun eine vom Skitourismus-Forscher Günther Aigner erstellte Studie: Obertauern ist tatsächlich der Wintersportort mit den größten Schneehöhen in Österreich!

Österreichs Schneeriesen im Vergleich

In Österreich zeichnen die „Österreichische Hydrographischen Landesdienste“ und deren Vorgänger-Institutionen schon seit über einhundert Jahren die Schneemengen zahlreicher Orte auf und eröffnen so die Möglichkeit, die Schneemengen vieler Wintersport-Destinationen über einen großen Zeitraum hinweg miteinander zu vergleichen. Die lange Zeitreihe ist auch erforderlich, um unausbleibliche Schwankungen in den Schneemengen statistisch zu glätten und so den Mittelwert zu liefern, der eine Aussage über den real gegebenen Schneereichtum eines Ortes erlaubt. Günther Aigner hat in seine Studie die sieben österreichischen Bundesländer einbezogen, in denen Wintersport überhaupt möglich ist. Aus diesen Bundesländern hat er die laut Aufzeichnung jeweils schneereichsten Orte ausgewählt, also ebenfalls sieben, um sie miteinander zu vergleichen. Eingeflossen sind dabei die Schneehöhen-Werte, die in den letzten 30 Jahren, vom Winter 1985/86 bis zum Winter 2014/15, amtlich gemessen wurden.

Obertauern führt mit großem Abstand

Wissenschaftlich gesehen gibt es zwei Parameter, mit denen das häufige Auftreten großer Schneemengen objektiv festgemacht werden kann. Das sind zum einen die jährlichen Neuschneesummen und zum anderen die jährlichen maximalen Schneehöhen. Da die Neuschneesummen in den letzten zwei Jahrzehnten nicht überall gleich zuverlässig erfasst wurden, hat Aigner die jährlichen maximalen Schneehöhen analysiert. Mit 264 Zentimeter als mittlere maximale Schneehöhe führt Obertauern das Ranking der sieben österreichischen Schneeriesen mit großem Abstand an. Der zweitplatzierte Ort, am Arlberg gelegen, kommt auf 197 Zentimeter und liegt damit immerhin gut 25% unter dem Wert Obertauerns.

Obertauerns Schnee wird nicht weniger

Interessant sind einige Werte, die bei der von Skitourismus-Forscher Günther Aigner erstellten Studie zur Schneesituation in Obertauern zu Tage kamen. So wurde die größte jemals gemessene Schneehöhe in Obertauern im Winter 1966/67 mit 470 Zentimetern registriert. Der niedrigste Wert wurde im Winter 1938/39 mit 66 Zentimetern gemessen. Der wissenschaftliche Vergleich kommt auch zu der abschließenden Aussage, dass die Schneehöhen in Obertauern innerhalb der letzten 108 Jahre statistisch unverändert geblieben sind. Die Daten zeigen also keinerlei Indizien, dass es in Obertauern einen Trend zu sinkenden Schneemengen gibt. Will heißen: Die Schneesicherheit Obertauerns ist nicht nur eine werblich motivierte Behauptung sondern eine wissenschaftlich belegte Tatsache.

Zu Obertauern:

Obertauern liegt auf 1.740 m Seehöhe am Tauern-Pass. Durch die besonders exponierte Lage treffen hier Nord-Tiefs auf die aus dem Süden kommenden Adria-Tiefs und laden erhebliche Schneemengen ab. So ist in Obertauern an mindestens sechs Monaten im Jahr der Wintersportbetrieb bei ausreichenden Schneehöhen möglich. Technische Beschneiung wird zur ersten Absicherung des Pistenuntergrundes eingesetzt, sowie zur kosmetischen Ausbesserung viel befahrener Pistenabschnitte. Die 100 Pistenkilometer Obertauerns sind durch 26 Seilbahn- und Liftanlagen so geschickt miteinander verbunden, dass sie mit dem Uhrzeigersinn oder gegen diesen befahren, die berühmte Tauernrunde ergeben. Mit der Gamsleiten2-Abfahrt verfügt Obertauern über eine der steilsten und anspruchsvollsten Buckelpisten im Alpenraum. Der Ort deckt das gesamte Spektrum der Wintersportmöglichkeiten ab – vom Skifahren und Snowboarden, bis hin zum Snowkiten, Snowbiken, Freeriden, Schneeschuhwandern, Langlaufen und Skitouren gehen.

Über den Autor der Studie:

Der Tiroler Skitourismus-Forscher Günther Aigner absolvierte die Diplomstudien der Sportwissenschaft und der Wirtschaftspädagogik an der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck und an der University of New Orleans („UNO“, USA). Nach weiterführenden Forschungstätigkeiten am Institut für Sportwissenschaft der Universität Innsbruck bei Univ.-Prof. Dr. Elmar Kornexl folgte 2008 der Wechsel ins Tourismusmarketing. Für Kitzbühel Tourismus leitete er das Wintermarketing. Seit August 2014 ist Aigner hauptberuflich als Skitourismus-Forscher tätig und führt die Plattform “Zukunft Skisport”. Es folgten zahlreiche Fachvorträge im In- und Ausland, sowie Beiträge und Interviews in TV-, Hörfunk- und Printmedien. Lehrtätigkeiten an Hochschulen in Innsbruck, Salzburg, Kufstein, Krems, Seekirchen, Belgrad und Baku, sowie im Rahmen der Österreichischen Ausbildung zum Staatlichen Skilehrer. Weiterführende Infos: www.zukunft-skisport.at

www.familien-blickpunkt.de

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