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Über Geschmack lässt sich doch streiten

Kuschelsuite im Gams, Geniesser und Kuschelhotel

Über Geschmack lässt sich doch streiten

Veröffentlicht: 07/06/2016 von MaroPublic

» Urlaub im Blickpunkt

„Und ich sage dir, es wird die zeit kommen, in der die einrichtung einer zelle vom hoftapezierer Schulze oder vom professor Van de Velde als strafverschärfung gelten wird“, antwortete der österreichische Architekt und Publizist Adolf Loos auf die Kritik an seiner berühmtesten Schrift „Ornament und Verbrechen“. Darin forderte der Wegbereiter der Moderne in Architektur und Design den Verzicht auf jegliches Ornament und plädierte für die Verwendung klarer Formen und edler Materialien.

Der größte Architekturskandal aller Zeiten

Mit dem „Haus ohne Augenbrauen“ am Michaelerplatz versetzte Loos im Jahr 1909 den Wienern – vom einfachen Volk bis zum allerhöchsten Kaiserhaus – einen regelrechten Schock. Sie waren an Bauten nach der Art des Historismus und des Jugendstils gewöhnt, die sämtliche Epochen der Kunstgeschichte, Flora und Fauna plünderten, um jedes Haus und jedes Zimmer mit einem Zuckerguss aus Ornamenten zu überziehen. Angeblich fand der Kaiser die heute als Looshaus bekannte Ikone der modernen Baukunst so scheußlich, dass er die Fenster der gegenüber liegenden Hofburg vernageln ließ, um es nicht sehen zu müssen.

Heute ist dagegen die schlichte Schmucklosigkeit der Standard und es erregt weltweites Aufsehen, wenn diese Regel gebrochen wird. So konnte der österreichische Künstler Friedensreich Regentag Dunkelbunt Hundertwasser die Stadt Wien davon überzeugen, ihm freie Hand bei der Gestaltung eines Wohnhauses zu geben, um seine Vorstellungen einer natur- und menschengerechteren Architektur zu verwirklichen.

Fensterrecht und Baumpflicht

Das Ergebnis war eine kunterbunte Wohnanlage mit Erkern, Türmchen und Terrassen, die mit einem veritablen Wald bepflanzt wurden. Seit der Fertigstellung im Jahr 1985 gehört das Hundertwasser-Haus zum Pflichtprogramm jedes Wienbesuches. Wer jemals miterlebt hat, wie ausgiebig in einer deutschen Wohnungseigentümer-Versammlung über die einheitliche Farbe der Sonnenschirme auf den Balkonen gestritten werden kann, wird von der Vielfalt der Fensterumrahmungen fasziniert sein: Die Hausbewohner haben nämlich das Recht, soweit die Arme reichen die Fassade rund um die Fenster ganz nach dem eigenen Geschmack zu gestalten.

Sollten die Touristen vorher beim Looshaus gewesen sein, können sie gleich ein paar philosophische Betrachtungen darüber anstellen, wie schnell sich die Geschmäcker ändern. Hoteliers können ein Lied von der immer kürzeren Halbwertszeit angesagter Einrichtungs-Stile singen. In den 1980ern war gediegener Landhausstil, gerne im Mix mit bäuerlichen Antiquitäten, en Vogue. Der ländliche Style wurde von puristischer Geradlinigkeit abgelöst, im Idealfall veredelt durch zeitgenössische Kunstwerke.

Nur das Moderne kann jemals altmodisch werden (Wilde)

Eine aufregende Farbpalette von Betongrau bis Dunkelbraun sowie eine dominierende horizontale Kantigkeit sind das Markenzeichen des aktuellen „Lounge-Stils“. Doch seit die geflochtenen Loungemöbel in den Baumärkten und in den Gärten der Vororte allgegenwärtig sind, neigt sich auch dessen Vorherrschaft unaufhaltsam dem Ende zu. Denn aufgemerkt: Sobald ein Stil von der Bevölkerungsmehrheit übernommen wird, ist er auch schon out. Das verlangt einfach der Wunsch nach Distinktion, der die gesellschaftlichen Eliten antreibt.

Wer sein Hotel also nicht alle fünf Jahre komplett neu einrichten will, tut gut daran, eine eigene Linie zu verfolgen, getreu Oscar Wildes Motto: Mode ist, was man selber trägt. Das kann auch gut für den Einrichtungsstil gelten, wenn er zum Haus und seinen Gästen passt.

Scheherazade und Schneewittchen im GAMS, Genießer und Kuschelhotel

Eine Prinzessin schläft im Himmelbett hinter duftigen Vorhängen, bis sie von einem Prinzen wachgeküsst wird – das weiß jedes Mädchen aus einschlägiger Märchenlektüre. Im GAMS Genießer- und Kuschelhotel im Bregenzerwald werden solche Mädchenträume wahr, allerdings muss man sich den Prinzen selber mitbringen.

Die drei Haupttrakte Stammhaus, Blütenschloss und Blütenkokon sind eine geglückte Verbindung moderner Vorarlberger Holzbauweise und traditioneller Bregenzerwälder Architektur. Wie romantisch modernes Design sein kann, zeigen die Kuschelsuiten, in denen Schneewittchen hinter zarten Vorhängen schlummert. Im „Feuerraum“, der marokkanische Stilelemente zitiert, fühlen sich die Gäste eher wie Aladin oder Scheherazade, wenn die Shisha gereicht wird und orientalische Musik erklingt. Vor allem in der Nacht von Donnerstag auf Freitag, wenn allwöchentlich eine Reise in den Orient zelebriert wird. www.hotel-gams.at

Badekult, höchst erlesen, im Juffing Hotel und Spa

Helligkeit, Wärme und Öffnung bestimmen das Raumkonzept der im Vorjahr komplett erneuerten Zimmer und Suiten des 4-Sterne-Superiorhotels im Tiroler Thierseetal. Geschwungene Linien, warme Farbakkorde von Goldgelb über Ocker bis Bernstein und kuschelige Ruhe-Inseln geben den Zimmern und Suiten eine feminine Ausstrahlung. Das Wechselspiel zwischen Offenheit und Intimität bestimmt das Wohnerlebnis: An die Stelle von Türen treten Verbindungen, Einblicke und Aussichten.

In den zwei Penthouse-Suiten „Skyfall“ und „Skylight“ spielen Himmel und Weite, freier Blick und ein befreites Lebensgefühl die Hauptrolle. In luftiger Höhe schwebt man über den Dingen, beim Saunieren im Private Spa mit Panoramablick oder in den sichtgeschützten Loggien. Die schönsten Aussicht Richtung Kaisergebirge genießen die Gäste in der eleganten Doppelbadewanne im Schlafzimmer – die Krönung der Entwicklung der Badekultur von der Nasszelle zum Wohnbad.

Jeweils von Sonntag bis Donnerstag gilt das Juffing Topangebot: 4 Nächte inkl. ¾-Naturgenießerpension und aller Hotelinklusivleistungen sind ab 396,- Euro pro Person buchbar. Ein Extratipp für Literaturfreunde: Zwei gut sortierte Bibliotheken, ausgewählte Bücher am Zimmer und Lesungen im Rahmen der Juffing Literaturtage bieten den Gästen Nahrung für Geist und Seele – und der Koffer bleibt leicht. www.juffing.at

Lungolivigno – Sieben Chakren hinter sieben Bergen

Was fällt Nordlandbewohnern spontan zu Italien ein? Schönes Wetter, schicke Mode, gute Küche und elegantes Design. Auch in einer so alpinen und ländlichen Gegend wie den Livigno-Alpen nahe dem Dreiländereck von Österreich, Italien und der Schweiz sind diese USPs der italianità bestens vertreten.

In luftiger Bergeshöhe präsentiert in Livigno das Hotel Lac Salin Spa & Mountain Resort italienisches Stilgefühl. Eine Besonderheit des 4-Sterne-Superior-Hotels der Lungolivigno-Gruppe sind die sieben „Feeling Rooms“, für deren Einrichtung man sich von der Lehre der Chakren und des Feng Shui inspirieren ließ. Die sieben wichtigsten Chakren sind entlang der Wirbelsäule angeordnet und verschiedenen Elementen, Farben, Symbolen, Charakter-Eigenschaften und Regionen des Körpers zugeordnet. Entsprechend sind die Feeling Rooms in verschiedenen Farben gestaltet. So ist zum Beispiel das dem siebten Chakra gewidmete Himmelszimmer ganz in Weißtönen gehalten. Passend zum jeweiligen Raum werden auch Chakra Experience Programme wie Reiki, Yoga und Meditationen angeboten.

Shopping Queens und Fashionistas finden das exklusive Mountain Shopping in Livigno höchst entspannend, wo man zollfrei die neueste italienische Mode der begehrtesten Designer zu Schnäppchenpreisen einkaufen kann. www.lungolivigno.com

Stylish & cosy wohnen im Appartementhotel Sonnenhof

Gute Architektur fügt sich in jede Umgebung harmonisch ein. So passt das moderne Design des Appartementhotels Sonnenhof stimmig in das traditionell geprägte Ortsbild von Kössen im Kaiserwinkel. Die Fassade ist zum Teil mit hellen, warm und lebhaft getönten Holzschindeln verkleidet und greift damit althergebrachte Bauformen des Alpenraums auf. Reizvoll kontrastieren der elegant geschwungene Baukörper des Spa-Bereiches und die klaren Kuben der Wohntrakte. Hell, freundlich und natürlich ist der Einrichtungsstil der Ferienwohnungen und des Wellnessbereiches. Denn zum modernen Wohnen und Schlafen im Sonnenhof gehört auch Spa-Luxus wie im guten Wellnesshotel.

Das alles gibt es zu Preisen, die das Urlaubsbudget schonen. So ist eine Nacht in einem Appartement der Kategorie I ab 61,- Euro buchbar. www.sonnenhof-koessen.peternhof.com

www.familien-blickpunkt.de

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