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Teilhabechancengesetz öffnet Langzeitarbeitslosen Türen und Möglichkeiten

Ednaldo Silva de Vasconcelos mit Sozialdezernentin Sabine Groß. Foto: Stadt Offenbach

Teilhabechancengesetz öffnet Langzeitarbeitslosen Türen und Möglichkeiten

Veröffentlicht: 22/05/2019 von Stadt Offenbach

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Ein beruflicher Neuanfang ist nie leicht. Vor allem dann nicht, wenn der Lebenslauf eine längere Lücke aufweist. Damit der Start gut gelingen kann, hilft seit Anfang des Jahres der neue Paragraph 16i des Sozialgesetzbuches II (SGB II), der eine wesentlich verbesserte Förderung von Langzeitarbeitslosen ermöglicht. Zielgruppe sind Menschen, die bereits sieben Jahre im Bezug von Leistungen des SGB II sind und in dieser Zeit mindestens keine nennenswerte Beschäftigung finden konnten. Weil alle Umstellung schwer ist, werden sie auf ihrem Weg zurück ins Berufsleben begleitet und gecoacht und treffen auf der anderen Seite auf Arbeitgeber mit der Bereitschaft zu unterstützen. Dafür erhalten diese über einen Zeitraum von fünf Jahren Unterstützung in Form von Lohnkostenzuschüssen. In den ersten Jahren von bis zu 100 Prozent, in den folgenden drei Jahren 90, 80 und 70 Prozent der Lohnkosten.

„Arbeitskräfte werden in vielen Bereichen händeringend gesucht. Durch die finanzielle Unterstützung für Arbeitgeber erhoffe ich mir, dass Menschen eine Chance erhalten, die es schwer haben auf dem Arbeitsmarkt wieder Fuß zu fassen.“, ist Sozialdezernentin Sabine Groß zuversichtlich. Ganz im Gegenteil haben die meisten einfach irgendwann den Mut verloren oder sind wegen gesundheitlicher Probleme aus dem Tritt geraten. „Die Gründe für eine lange Arbeitslosigkeit sind vielfältig“, erläutert Dr. Matthias Schulze-Böing, Geschäftsführer des kommunalen Jobcenters MainArbeit, „aber wir sind zuversichtlich, mit dem neuen Förderinstrument in den nächsten Monaten noch weitere Menschen in Arbeit bringen zu können.“

Traumjob bis zur Rente

Insgesamt 53 Arbeitssuchende konnten von den Vermittlern der MainArbeit seit Anfang des Jahres in geförderte sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse vermittelt werden. Der Brasilianer Ednaldo Silva de Vasconcelos ist einer von ihnen. Der 53-Jährige kam vor 16 Jahren nach Offenbach, hatte zwischendurch gesundheitliche Probleme und konnte lange nicht beruflich Fuß zu fassen. Jetzt ist er sichtlich glücklich, bei der Firma „ESSwerk“ eine berufliche Perspektive zu haben. „Ich will meine Rente hier haben“, sagt er, „und die Arbeit ist toll“. Jeden Morgen packt Silva de Vasconcelos sein Fahrzeug und bringt Schulen in Stadt und Kreis das Essen, fährt Menschen mit Handicaps zu ihrem Einsatzort und erledigt Einkäufe. „Ich bin zufrieden und treffe tolle Leute“.

Für den Geschäftsführer von ESSwerk, Mike Gräf, ein Glücksfall: „Wir versuchen Neigungen und Interessen der Menschen zu berücksichtigen und Herr Vasconcelos hat wirklich Sonne im Herzen.“ Neben Temperament und Engagement zählt natürlich auch Zuverlässigkeit. Schließlich beliefert die gemeinnützige Integrationsgesellschaft ESSwerk von Offenbach aus insgesamt 40 Schulen, Kitas und Berufsschulen im Umkreis, sie betreibt Kioske und Kantinen und stellt Servicekräfte für diese Bereiche. Insgesamt 14 Menschen hat ESSwerk nach diesem Fördermodell eingestellt, die Erfahrungen sind bisher ausschließlich positiv.

Schulze-Böing und sein Team sind zuversichtlich, dass sie in diesem Jahr noch 100 oder mehr weitere neue Arbeitsverhältnisse schaffen können: „Die Konjunktur ist zwar günstig, aber es braucht vor allem Arbeitgeber, die bereit sind, neue Wege zu gehen und sich auf diese besonders benachteiligte Gruppe der Langzeitarbeitslosen einzulassen.“

www.familien-blickpunkt.de

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