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Pilotprojekt zur Förderung der Sprachkompetenz an der Kita Bismarckstraße

Peter Matteo vom Verein „Kinder Zukunft Fördern“ e. V. beim Vorlesen in der Kita Bismarckstraße. Foto: Stadt Offenbach / georg-foto.de

Pilotprojekt zur Förderung der Sprachkompetenz an der Kita Bismarckstraße

Veröffentlicht: 09/09/2019 von Stadt Offenbach

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Dank finanzieller Unterstützung durch den Verein „Kinder Zukunft Fördern“ e. V. hat der Eigenbetrieb Kindertagesstätten Offenbach (EKO) ein neues Sprachförderprojekt für Vorschulkinder auflegen können. Es wird als Pilotprojekt in der Kita Bismarckstraße ab diesem Kindergartenjahr verwirklicht und soll zukünftig auf die anderen Kitas erweitert werden. Für das Pilotprojekt „Erhöhung der Sprachkompetenz der Kinder zur Verbesserung des Übergangs in die Grundschule und zur Gewährleistung einer Teilhabe am gesellschaftlichen Leben“ hat der Verein 75.000 Euro für eine volle Stelle für ein Kindergartenjahr bereitgestellt.

Bei einem Pressetermin stellten der 1. Vorsitzende des Vereins, Peter Matteo, und Offenbachs Kinder- und Jugenddezernentin Sabine Groß das Projekt in der Kita Bismarckstraße vor.

„Es ist uns eine Herzensangelegenheit, dass wir der Stadt Offenbach helfen können, in dem wir einen finanziellen Beitrag zur Sprachförderung übernehmen“, so der Vorsitzende des Vereins „Kinder Zukunft Fördern“ e. V. vor Ort. „Es ist uns wichtig, dass Kinder im Vorschulalter ausreichend Deutschkenntnisse erlernen können, um an einem geordneten Grundschulbetrieb erfolgreich teilzunehmen. Unabhängig der aktuellen öffentlichen Diskussion, setzen wir hier nun eine ehrenamtliche private Initiative in die Tat um.“

Die Stadträtin bedankte sich bei Peter Matteo für die finanzielle Unterstützung: „Ich habe mich sehr über das Angebot des Vereins gefreut, sich in Offenbach zu engagieren. Wir wissen um den hohen Bedarf in unseren städtischen Kitas, Kinder dabei zu fördern, ihre eigene Sprachkompetenz zu verbessern und haben daher dieses Pilotprojekt für die Förderung ausgewählt.“ Bei der Förderung von Kindern und Jugendlichen existierten, so Groß, in Offenbach zahlreiche unterschiedliche Unterstützungsangebote, oftmals bereits in Zusammenarbeit mit anderen Partnerorganisationen. „Das neue Pilotprojekt ist eine Ergänzung unserer bisherigen Angebote und ein wichtiger Baustein, den wir gerne auf weitere Kitas ausweiten möchten.“

Hintergrund dieser Förderung sind auch die jüngsten Schuleingangsuntersuchungen des Stadtgesundheitsamtes, die aufzeigen, dass sehr viele Kitakinder nur sehr fehlerhaft Deutsch sprechen. Die Kindertagesstätten des EKO werden überproportional von Kindern besucht, die eine vergleichsweise kurze Verweildauer in der EKO-Einrichtung haben, weil ihre Familien in höherem Kita-Alter zugezogen sind. Aus diesem Zusammenhang und vor dem Hintergrund der Ergebnisse der Schuleingangsuntersuchung zieht der EKO die Schlussfolgerung, dass die bisherige, sehr umfangreiche Sprachförderung in den Kitas einer Erweiterung bedarf, die Vorschulkinder gezielt auf ihren zukünftigen Schulbesuch vorbereitet.

Die bisherige, sehr umfangreiche Sprachförderung von Vorschulkindern durch den EKO bedarf daher einer Erweiterung. Die Schulen bieten für nichtschulpflichtige Kinder Vorlaufkurse an, die ein Jahr lang kostenlos in der Schule das Angebot der täglichen Sprachförderung erhalten können. Der EKO hat in Abstimmung mit dem Staatlichen Schulamt beschlossen, ergänzend dazu seine bereits seit Jahren umfangreich unternommenen Anstrengungen in der Sprachförderung für die Kinder am Übergang in die Schule auszubauen (Vorschulkinder). „Unser Ziel ist es, die Sprachförderung des EKO mit der Arbeit in den schulischen Vorlaufkursen zu verknüpfen“, erläuterte Dezernentin Groß. „Künftig sollen die schulischen Vorlaufkurse an die Kitas verlegt werden, um unterstützt durch die Erzieherinnen und Erzieher die Aufgabe der Sprachförderung für Vorschulkinder gemeinsam zu schultern.“

Die Konzeption sieht ein Modell vor, das immer die Option der Zusammenarbeit mit den schulischen Vorlaufkursen offenhält, sofern diese von Schulseite personell möglich und gewünscht ist. Ist dies nicht der Fall, soll die Sprachförderung unabhängig von den Schulen für den kompletten Vorschuljahrgang im Kindergarten erfolgen. „In der Einrichtung Bismarckstraße haben wir anhand der Zahlen der Schuleingangsuntersuchungen einen besonders hohen Bedarf für zusätzliche Sprachförderung festgestellt“, so Sabine Groß. Das Pilotprojekt ermöglicht es, dass jedes Vorschulkind zusätzlich zu den bereits bestehenden Sprachförderangeboten der Kita täglich einen Sprachförderkurs besuchen kann. Damit alle Vorschulkinder an einem Kurs teilnehmen können, werden täglich vier Gruppen angeboten. Ziel ist es, das Sprachverständnis und den Sprachgebrauch der Kinder maßgeblich zu verbessern, damit sie erfolgreich an der Schule teilhaben können.

Die neue über den Verein finanzierte Erzieherin wird die täglichen Förderkurse konzipieren und alle Erzieherinnen und Erzieher zur Umsetzung beraten. Zur Vertiefung werden vier Gruppen aus allen Vorschulkindern installiert, in denen zu festgelegten Zeiten im Tagesablauf mit den Kindern an vorbereiteten Themenbereichen gearbeitet wird. Dazu werden unterschiedliche Methoden eingesetzt, die sich an den Bedarfen und Interessen der Kinder orientieren. In der Verantwortung der EKO-Fachkraft liegt es, dass alle Kinder täglich an einer der vier Gruppen teilnehmen.

„Für das nächsten Kindergarten-/Schuljahr (2020/21) streben wir an, allen Vorschulkindern in städtischen Einrichtungen, die dringend eine intensivierte Förderung benötigen, ein entsprechendes Angebot zur Verfügung zu stellen.“, sagt Groß.

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