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Demenzlotsen: Für mehr Lebensqualität und gesellschaftliche Teilhabe

Demenzschulung: (v. l.) Katja Merten, Monika Heinz, Bgm. Rotter

Demenzlotsen: Für mehr Lebensqualität und gesellschaftliche Teilhabe

Veröffentlicht: 13/09/2019 von Stadt Rödermark

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Um Menschen mit Demenz zu unterstützen, haben die Malteser gemeinsam mit der Stadt Rödermark das Projekt „Demenzlotsen“ ins Leben gerufen. Schirmherr ist Bürgermeister Jörg Rotter. Am 3. September hatten Interessierte die Möglichkeit, sich über das Projekt und die erste Schulung, die am 4. November stattfindet, zu informieren. Anmeldungen sind ab sofort möglich.

„Wir haben Dienstleistungsunternehmen, Apotheken, Ärzte und Einzelhändler kontaktiert und dafür geworben, Mitarbeiter von den Maltesern schulen zu lassen“, so Katja Merten, Leiterin „Senioren, Sozialer Dienst“ bei der Stadt Rödermark. „Dahinter steckt die Idee, dass es in jedem Geschäft, den Bankfilialen und den Behörden – also überall dort, wo demenziell erkrankte Menschen im Alltag hingehen – einen Ansprechpartner gibt, der weiß, wie man adäquat mit betroffenen Menschen umgeht“, ergänzt Monika Heinz, Koordinatorin der Malteser Demenzlotsen in Hessen. Umso größer war die Freude, dass bereits einige Unternehmen ihr Interesse für das Projekt signalisiert haben.

Denn für Menschen mit Demenz sei es gerade im Anfangsstadium der Krankheit äußerst wichtig, tägliche Routinen weiterzuführen. „Es hilft, wenn sie alte Gewohnheiten so lange wie möglich beibehalten können und man ihnen ermöglicht, diese in einem strukturierten Tagesablauf mit einzubeziehen. Zum Beispiel morgens Brötchen holen, danach in die Apotheke gehen, nachmittags Kaffeetrinken in der Stadt und danach Einkäufe erledigen“, erklärt Monika Heinz.

Nun suchen die Malteser weitere Unternehmen und Behörden, die Mitarbeiter zu Demenzlotsen schulen lassen und die Möglichkeit der Teilhabe von Menschen mit Demenz unterstützen.

„Es ist eine gesamt-gesellschaftliche Aufgabe, Menschen mit Demenzerkrankungen ein Leben und Altern in Würde zu ermöglichen. Wir – die politisch Verantwortlichen – müssen hier für gute Rahmenbedingungen eintreten. In Rödermark sind wir dabei mit einer Vielzahl von vernetzten Beratungs- und Unterstützungsangeboten bereits auf einem guten Weg“, so Bürgermeister Jörg Rotter.

Die Schulung wird über das Hessische Ministerium für Soziales und Integration gefördert und ist für die Teilnehmer kostenfrei. Sie findet am 4. November von 9 bis 16 Uhr im Graf-Reinhard-Saal der Kulturhalle statt. Anmeldungen sind bis einschließlich 25. Oktober möglich; die Vergabe der Plätze erfolgt nach Eingang der Anmeldungen.

Ansprechpartnerinnen für interessierte Unternehmen aus Rödermark und Anmeldung zur Schulung:

Bis 1. Oktober: Monika Heinz, Malteser Hilfsdienst e.V., Mobil: 0176 96476749; E-Mail: [email protected]

Ab 2. Oktober: Katja Merten, Fachabteilungsleitung Senioren, Sozialer Dienst der Stadt Rödermark, Telefon: 06074 911-350; E-Mail: [email protected]

Hintergrund: Ausbildung zum Malteser Demenzlotsen

Die Ausbildung beinhaltet Informationen, wie demenziell veränderte Menschen denken und handeln, wie man Anzeichen von demenziellem Verhalten erkennt und praktische Tipps, wie man mit dem Betroffenen angemessen umgeht. „Wir bringen den Teilnehmern bei, wie sie auffälliges Verhalten richtig deuten und einordnen können, zeigen ihnen Kommunikationsmöglichkeiten und -formen im Umgang mit demenziell erkrankten Menschen auf und informieren sie über bestehende Hilfsnetzwerke“, so Malteser Koordinatorin Monika Heinz. „Übergeordnetes Ziel des Projekts ist, dass Betroffene weiterhin am öffentlichen Leben in Rödermark teilnehmen können, und damit die Steigerung ihrer Lebensqualität.“

Demenz: Daten und Fakten

In Deutschland leben nach Angabe der Deutschen Alzheimer Gesellschaft gegenwärtig etwa 1,7 Millionen Menschen mit Demenz. Jahr für Jahr treten etwa 300.000 Neuerkrankungen auf. Sofern kein Durchbruch in Prävention und Therapie gelingt und aufgrund der demografischen Entwicklung mit zunehmend älteren Bürgern wird sich nach Vorausberechnungen der Bevölkerungsentwicklung die Krankenzahl bis zum Jahr 2050 auf rund 3 Millionen erhöhen – was einem Zuwachs von durchschnittlich rund 40.000 Personen pro Jahr entspricht. Für Hessen wird die Zahl von an Demenz erkrankten Personen im Alter von über 65 Jahren auf über 112.000 Personen geschätzt. (Quelle: Alzheimer Gesellschaft, Juni 2018)

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