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Stadtgesundheitsamt und Sana Klinikum informieren über Zecken und Krankheiten

Dr. Bernhard Bornhofen - Foto: Stadt Offenbach

Stadtgesundheitsamt und Sana Klinikum informieren über Zecken und Krankheiten

Veröffentlicht: 29/03/2016 von Stadt Offenbach

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Mit dem beginnenden Frühling und den wärmer werdenden Tagen sind die Offenbacherinnen und Offenbacher wieder vermehrt im Freien unterwegs und damit geeignete Opfer für Zecken. Über Leben und Aussehen dieser Parasiten sowie übertragene Krankheiten informiert das Stadtgesundheitsamt in Zusammenarbeit mit dem Sana Klinikum Offenbach im Klinikum (Starkenburgring 66). Eine Ausstellung mit Modellen und Darstellungen im hinteren Flurbereich des Erdgeschosses ist vom 11. bis 15. April jeweils von 9 bis 17 Uhr geöffnet. Das Stadtgesundheitsamt gibt Tipps, wie man sich schützen kann. Offizieller Auftakt ist am 11. April um 14.30 Uhr. Für Kinder ist danach bis etwa 17 Uhr eine Teddysprechstunde vorgesehen.

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts vom Februar 2016 sind in Offenbach am Main seit 2001 so gut wie keine Erkrankungen an Frühsommer-Hirnhaut-Hirn-Entzündungen (FSME) aufgetreten. Die Krankheit wurde insgesamt nur sechsmal registriert: 2009 dreimal, 2010 zweimal und 2011 einmal. Doch auch wenn seit 2011 keine neuen Fälle in Offenbach aufgetreten sind, gehören das Stadtgebiet und die südlich des Mains gelegenen Nachbarkreise zu den Risikogebieten für eine durch Zecken übertragene FSME-Erkrankung. Zudem wird nicht nur dieser Virus durch Zecken übertragen, viel häufiger ist die bakteriell ausgelöste Borreliose. Im Interview spricht der Leiter des Stadtgesundheitsamtes, Dr. Bernhard Bornhofen, über das Thema.

Herr Dr. Bornhofen, was sind eigentlich Zecken?

Zecken sind blutsaugende Parasiten und gehören zu den Spinnentieren. In Deutschland leben verschiedene Zeckenarten. Die häufigste Zecke ist der Holzbock (Ixodes ricinus). Anders als Menschen und Säugetiere entwickeln sich Zecken über verschiedene Stadien, von den kleineren Jugendstadien (Larve und Nymphe) zu den größeren, erwachsenen Zecken (Weibchen und Männchen). Diese Entwicklung kann mehrere Jahre dauern. Dazu sind drei Blutmahlzeiten an drei verschiedenen Wirten (Menschen oder Tiere) erforderlich.

Wo kommen Zecken vor?

In Deutschland kommen Zecken in allen Gegenden bis zu einer Höhe von zirka 2.000 Metern in freier Natur, in Wald, Busch und Wiesen, aber auch in innerstädtischen Parks und Gärten vor.

Zu welcher Jahreszeit sind Zecken aktiv?

Zecken werden bereits ab einer Außentemperatur von etwa 8 Grad Celsius aktiv und stechen vor allem vormittags und am frühen Abend. Die eigentliche „Zeckensaison" ist in den Monaten März bis Oktober.

Wie finden Zecken ihre Mahlzeit?

Die im Gras und auf Blättern sitzenden Zecken erkennen mögliche Opfer an Erschütterungen, Körperwärme und Duftstoffen. Vorbeikommende Menschen und Tiere streifen die Zecken ab. Sie lassen sich also nicht, wie der Volksmund oft verbreitet, von den Bäumen herabfallen.

Bevorzugen Zecken bestimmte Stellen am Körper?

Zecken suchen, nachdem sie abgestreift wurden, eine Zeit lang nach einer günstigen Stichstelle für das Blutsaugen. Dies sind insbesondere Körperregionen wie Kniekehle, Leistenbeuge, Achselhöhle oder Haaransatz, also feuchtwarme Stellen.

Welche Erkrankungen werden durch Zecken übertragen?

In Deutschland können Zecken überwiegend zwei Erkrankungen übertragen: Borreliose, eine bakterielle Erkrankung, die man mit geeigneten Antibiotika behandeln kann, und FSME, die Frühsommer-Meningo-Enzephalitis. Dabei handelt es sich um eine Viruserkrankung, die zur Hirnhaut-Hirn-Entzündung führt. Antibiotika helfen bei der Behandlung nicht, jedoch besteht die Möglichkeit, sich frühzeitig impfen zu lassen. Darüber hinaus sind weitere Erkrankungen durch andere Erreger möglich. Diese werden aber hierzulande nur sehr selten nachgewiesen.

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