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Vereine profitieren von Unterstützung im Lockdown

Vereine profitieren von Unterstützung im Lockdown

Veröffentlicht: 07/04/2021 von Stadt Offenbach

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Ihre Spenden- und Sponsoring-Aktivitäten setzen die Stadtwerke Offenbach auch zu Coronazeiten fort: 2020 flossen fast 315.000 Euro in das sportliche, soziale und kulturelle Leben vor Ort. Zudem wurde jetzt der Sponsorenvertrag mit dem Boxclub Nordend über 15.000 Euro pro Jahr um weitere drei Jahre verlängert.

Der bundesweit bekannte und mehrfach ausgezeichnete Boxclub gehört mit dem 1. Judo-Club Samurai und dem Fechtclub Offenbach von 1863 e.V. (jeweils 10.000 €/Jahr) zu den Sportvereinen, die schon traditionell von dem Sponsoring profitieren. „Deren Nachwuchsabteilungen sind im sozialen Bereich besonders engagiert und tragen viel zur Integration bei“, sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Peter Walther. „Daher lief und läuft unsere Unterstützung zuverlässig weiter, auch wenn die Tätigkeiten der Vereine durch die Pandemie seit über einem Jahr erheblich eingeschränkt werden müssen.“

Boxclub betreut Hausaufgaben im 1:1-Modell

Das gilt nicht nur für die sportliche Seite – lediglich die Top-Athletinnen und -Athleten dürfen jeweils unter strengen Auflagen trainieren ­– , sondern auch für die Kinder- und Jugendarbeit. So kann die Hausaufgabenbetreuung beim Boxclub Nordend nur in einem 1:1-Modell stattfinden. „Gerade in Zeiten des Home-Schoolings haben viele dieses Angebot bitter nötig“, weiß Boxclub-Geschäftsführer Bernd Hackfort. „Nur dank der Unterstützung der Stadtwerke konnten und können wir hier einige Mädels und Jungs während des Lockdowns intensiv betreuen – das ist Gold wert.“ 2021 gehe es nun darum, dieses wichtige Angebot fortzuführen und abzusichern: „Wir sind sehr froh darüber, dass uns das Sponsoring dafür schon zu Beginn eines schwierigen Jahres das finanzielle Polster verschafft.“ Die von den Stadtwerken geförderte Hausaufgabenhilfe ist seit langem fester Bestandteil im Boxclub: Wer zum Training kommt, muss sein Zeugnis vorlegen und erhält ein- bis zweimal pro Woche Unterstützung, wenn die Noten in wichtigen Fächern schlechter als befriedigend sind. „Dafür beschäftigen wir Studentinnen und Studenten, die einen ähnlichen Hintergrund wie die Kids haben, deren Sprache sprechen und so leicht Zugang zu ihnen finden“, berichtet Hackfort.

Die 14 Wettkämpferinnen und -kämpfer des Boxclubs können aktuell alleine oder zu zweit die von den Stadtwerken realisierte Vereinshalle am Hafen nutzen. „Dieser eigene Trainingsraum ist ein wahrer Luxus für uns, und gerade unsere international boxenden Mädels sind dadurch in Topform“, betont der Geschäftsführer. Er hegt die Hoffnung, 2021 wieder zu Wettbewerben reisen zu können – „und wenn es irgendwie möglich ist, veranstalten wir Ende des Jahres auch wieder den Stadtwerke-Cup in Offenbach.“

Judo-Club plant Trainingscamps und Mut-Workshops

Der 1. Judo-Club Samurai hofft ebenfalls darauf, seinen Stadtwerke-Weihnachts-Cup, einen Vielseitigkeitswettbewerb der Nationen, 2021 realisieren zu können. „Wir haben viele Projekte am Start, wissen aber nicht, wie es weitergeht“, sagt der Vereinsvorsitzende Francesco Liotta. Seit gut einem Jahr gebe es keine neuen Kurse mehr in allen Sparten: „Dadurch gehen uns bei den Kindern ganze Jahrgänge verloren – das schmerzt uns sehr, denn auf ihnen liegt unser Hauptaugenmerk.“ Für sein Engagement, dem Nachwuchs die Bedeutung von Toleranz und Gemeinschaftssinn zu vermitteln, hatte der Verein Anfang 2020 den Integrationspreis der Stadt Offenbach erhalten. Kurz darauf war er zudem Thema in der HR-Sendung „Tobis Städtetrip“. „Daraufhin gab es ganz viele Anfragen, die wir wegen der Pandemie nicht mehr umsetzen konnten“, bedauert Liotta. Seit kurzem könnten Kinder mit dem Verein zwar Online-Übungen im Judo und Jiu-Jitsu absolvieren: „Die wollen aber raufen, rangeln, sich messen – und das geht nur mit einem sportlichen Partner.“ Aktuell dürfe lediglich die Bundesliga-Mannschaft in Kleingruppen und stets der gleichen Besetzung trainieren.

Die finanzielle Unterstützung der Stadtwerke möchte Liotta für Trainingscamps nutzen, sobald sie wieder möglich sind: „Wir werden richtig Geld in die Hand nehmen, um unsere Athleten konkurrenzfähig zu machen.“ Unterdessen hat der Verein Sportgeräte für Fitnessübungen angeschafft. Fast noch wichtiger als die Bundesliga ist aber der Nachwuchs. Ob Radtouren, Sommerfest oder Samurai-Beach-Party: Die Pläne für den Sommer sind lang. „Durch solche Angebote besuchen manche Kinder das erste Mal überhaupt ein Schwimmbad, und wir kommen mit ihren Eltern in Kontakt“, erzählt Liotta. Zudem soll das Stadtwerke-Sponsoring wieder in Mut-Workshops für Mädchen fließen, die der Verein seit 2019 auch außerhalb seiner Mitglieder anbietet: So ist unter anderem ein wöchentliches „Mutmuskeltraining“ an der Hafenschule vorgesehen, sobald das Pandemie-Geschehen dies zulässt. Auch an Wochenenden sollen Workshops stattfinden: „Hier gibt es viel Potenzial und Nachfrage.“

Fechtclub engagiert Aushilfstrainer und digitalisiert sein Archiv

Der Fechtclub Offenbach von 1863 e.V. macht sich ebenfalls viele Gedanken um seine Kinder und Jugendlichen: „Es tut mir sehr leid für sie, dass sie nun schon so lange nicht trainieren dürfen – das wird wohl auch langfristige Auswirkungen haben“, gibt die Vorsitzende Gudrun Bayer zu bedenken. Um das Gröbste abzufedern, hat sie im Herbst 2020 mit Hilfe des Stadtwerke-Sponsorings einen FSJ’ler als Aushilfstrainer eingestellt: „Damit haben wir nun drei Trainer, die mit dem Nachwuchs im 1:1- oder 2:1-Modell arbeiten“, sagt Bayer. „Wir sind froh, dass wir wenigstens das anbieten können.“ Um die Ausdauer der Aktiven zu verbessern, wurde zudem ein neues Laufbandgerät angeschafft. Die Deutschen Meisterschaften in der Halle der Theodor-Heuss-Schule, bei denen auch der Offenbacher Olympionike Nikolaus Bodiczi den Degen geschwungen hätte, musste der Fechtclub kürzlich wegen der Pandemie absagen: „Das trübt unsere Stimmung, aber wir können es nicht ändern.“ Dafür nimmt die Vorsitzende ein neues Projekt ins Visier: Das bundesweit einmalige Archiv des Vereins, das seit den 1860er-Jahren existiert, soll digitalisiert werden. Um die wertvollen Dokumente einzuscannen, hat Gudrun Bayer mit den Stadtwerke-Mitteln einen neuen Drucker gekauft: „Wir sind sehr dankbar für die Gelder, die wir auch zu Pandemiezeiten vielfältig nutzen können.“ Neben der Finanzierung der FSJ-Stelle wurden Ausrüstungen für den Nachwuchs angeschafft und Hygienemaßnahmen für alle im Fechtclub umgesetzt.

Der Gesamtbetrag für Spenden & Sponsoring bei den Stadtwerken ging 2020 etwas zurück, da geförderte Großveranstaltungen wie das Mainuferfest und das Lichterfest ausfallen mussten. Dafür profitierten der Faschingsumzug, der Kleine Kultursalon im Capitol Theater und das Programm Joblinge, das arbeitslosen Jugendlichen den Einstieg in den Beruf erleichtert. Der Sponsorenvertrag mit der OFC Kickers 1901 GmbH gilt für diese wie die kommende Saison, und auch die Handballabteilung des OFC wird noch bis Mitte 2022 unterstützt. Wegen der Unsicherheiten durch die Corona-Pandemie gibt es für 2021 erstmals kein festes Spenden & Sponsoring-Budget. Wie Peter Walther ankündigt, sollen im Laufe des Jahres aber Kulturschaffende sowie nachhaltige Organisationen und Vereine unterstützt werden.

 

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