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„Frauen sterben anders. Männer auch“

von Familien-Blickpunkt.de am 13/02/2012 - 11:28 |

Themenfelder: Beruf und Familie, Leben und Gesellschaft

„Frauen sterben anders. Männer auch“

Staatssekretärin Müller-Klepper: „Hospizarbeit muss den Menschen in seiner Ganzheit im Blick haben – dazu gehört auch das Frausein und das Mannsein“.

Mainz (hsm) - In der Hospizarbeit und Palliative Care in Hessen sollen auch die geschlechtsspezifischen Aspekte berücksichtigt werden. „Frauen und Männer sind verschieden. Sie gehen unterschiedlich mit Krankheiten, Leid und Schmerz um. Was im Alltag und für den gesamten Lebensweg eine selbstverständliche Ausgangsposition ist, darf im Sterbeprozess nicht außer Acht gelassen werden. Hospizarbeit muss den Menschen in seiner Ganzheit im Blick haben – so auch das Frausein und das Mannsein“, erklärte die Staatssekretärin im Hessischen Sozialministerium, Petra Müller-Klepper, bei den 22. Arnoldshainer Hospiztagen, die unter der Überschrift „Frauen sterben anders. Männer auch“ stehen.

„Wie prägen die traditionellen Rollenbilder das Verhalten im Sterbeprozess? Wie kann in der Begleitung darauf eingegangen werden? Die Hospizbewegung hat sich bisher nur zögerlich diesen Fragestellungen zugewendet“, so die Staatssekretärin. Es sei zu begrüßen, dass die dreitägige Veranstaltung sie zum Thema mache und hierdurch Impulse für die praktische Arbeit gebe. „Es geht um die Beachtung der Verschiedenartigkeit der Geschlechter und damit um die Achtung der Individualität, um eine Erweiterung des Blickfeldes und eine Weiterentwicklung der Hospizarbeit, die den sterbenden Menschen zugutekommt“, betonte Petra Müller-Klepper. Der geschlechtsspezifische Ansatz solle in der Hospizarbeit grundsätzlich immer mitgedacht werden und auch in die Fortbildungen integriert sein. Die Landesregierung werde dies bei ihren zukünftigen Aktivitäten berücksichtigen.

Hintergrundinformationen:

In Hessen gibt es ein breites Netz von Versorgungsangeboten für schwerstkranke und sterbende Menschen: 105 ambulante Hospizdienste und 7 ambulante Kinderhospizdienste. 13 stationäre Hospize sind in Hessen für Erwachsene eingerichtet, hierunter ein stationäres Kinderhospiz. Zudem gibt es 9 stationäre Palliativstationen in hessischen Krankenhäusern sowie 22 ambulante Palliativ Care Teams.

Das Hessische Sozialministerium fördert die Qualifizierung der ehrenamtlichen Hospizhelferinnen und -helfer im Rahmen des Qualifizierungsprogramms zum bürgerschaftlichen Engagement. Zudem wird KASA als Koordinierungs- und Ansprechstelle für Dienste der Sterbebegleitung und Angehörigenarbeit (angegliedert an die HAGE e.V.) mit über 80 .000 Euro jährlich gefördert.

Eine Förderung der ambulanten Hospizarbeit erfolgt durch die Krankenkassen. Sie leisten einen Zuschuss zu den Personalkosten des ambulanten Hospizdienstes für die palliativ-pflegerische Beratung durch ausgebildete Fachkräfte sowie für die Gewinnung, Schulung und Koordination der ehrenamtlich tätigen Personen. Die Förderung ist an bestimmte Voraussetzungen gekoppelt: z.B. mindestens einjähriges Bestehen des Hospizdienstes, mindestens 15 qualifizierte einsatzbereite ehrenamtliche Personen. Im Jahr 2011 wurden 2.038 ehrenamtliche Hospizhelferinnen und -helfer gefördert.

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