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„Qualifizierte Schulvorbereitung“: 30 hessische Modellstandorte ausgewählt

von Familien-Blickpunkt.de am 02/05/2012 - 17:34 |

Themenfelder: Beruf und Familie, Leben und Gesellschaft

„Qualifizierte Schulvorbereitung“: 30 hessische Modellstandorte ausgewählt

Sozialminister Stefan Grüttner und Kultusministerin Dorothea Henzler: „Förderung erreicht allein im ersten Jahr etwa 1.200 Kinder.

Wiesbaden (hsm) -  Der Hessische Sozialminister Stefan Grüttner hat heute gemeinsam mit der Hessischen Kultusministerin Dorothea Henzler die ausgewählten Modellstandorte für die Qualifizierte Schulvorbereitung bekannt gegeben. Für das bis 2014 laufende und wissenschaftlich begleitete Modellprojekt hatten hessische Kindertagesstätten und Grundschulen bis Mitte April Zeit gehabt, sich um eine Teilnahme zu bewerben.

„Eingegangen sind 60 Bewerbungen – da aber nur 30 Modellstandorte gefördert werden, konnten wir die Hälfte der Interessenten nicht berücksichtigen, was sehr bedauerlich ist. Eines wurde bei der Sichtung der interessanten und beeindruckenden Bewerbungsunterlagen erneut deutlich: Hessische Kindertagesstätten und Grundschulen leisten bereits jetzt eine sehr wertvolle und fachlich-fundierte Arbeit, die Fachkräfte zeigen hohes Engagement und Professionalität. Ihnen ist es wichtig, immer wieder nach neuen oder vertiefenden Wegen zu suchen, um Kinder möglichst optimal, möglichst früh und umfassend fördern und unterstützen zu können. Dafür und für die Bereitschaft, sich durch die Teilnahme an dem Modellprojekt auf Pionierarbeit und zusätzliche Aufgaben im pädagogischen Alltag einzulassen, ist den Einrichtungen sehr zu danken. Auf diesem Engagement wollen wir aufbauen“, betonte Sozialminister Grüttner. Die ausgewählten Standorte bildeten die Vielfalt der Kinderbetreuungslandschaft und das große pädagogische Engagement der Fachkräfte in Hessen ab, so Grüttner weiter.

Die Modellstandorte werden sich erstmals im Rahmen der offiziellen Auftaktveranstaltung am Montag, 7. Mai 2012, 12.30 Uhr, in Schloss Biebrich in Wiesbaden präsentieren. Sie erhalten für ihre Arbeit finanzielle Unterstützung, wissenschaftliche Begleitung und Beratung und Weiterbildung. „Das Tandemprinzip – wie wir es schon aus der Arbeit mit dem Hessischen Bildungs- und Erziehungsplan kennen – wird bei der Qualifizierten Schulvorbereitung fortgeführt“, erläuterte Sozialminister Grüttner. „An jedem Standort arbeitet mindestens eine Grundschule mit einer, zwei oder noch mehreren Kitas eng zusammen, denn die frühe und intensive Zusammenarbeit bei der besonderen frühen Förderung der Vier- bis Sechsjährigen ist der Kern des Projektes. Wir gehen davon aus, dass allein im ersten der zwei Jahre, die das Modellprojekt insgesamt läuft, etwa 1.200 Kinder von der Förderung durch die Qualifizierte Schulvorbereitung profitieren werden.“

Kultusministerin Henzler erklärte, dass sich die Modellstandorte in nahezu allen Landkreisen in Hessen befinden. „Außerdem wurden Standorte ausgewählt, die auch Kinder mit Behinderungen und Kinder mit besonderen Begabungen betreuen. Drei Standorte sind zudem in den ‚Modellregionen Integration‘ angesiedelt, einem Integrationsprojekt der Hessischen Landesregierung: Gerade auch Kindern mit Migrationshintergrund gilt unser Augenmerk in der Qualifizierten Schulvorbereitung, denn diese steht für mehr Chancengerechtigkeit für alle Kinder“, so die Kultusministerin weiter.

Die Hessische Landesregierung wolle allen Kindern in Hessen die besten Bildungschancen bieten. „Um die Chancen des verdichteten Lernens und der Entwicklungsfortschritte, die auch in der guten Bewältigung eines Übergangs liegen, optimal zu nutzen, brauchen Kinder gezielte Angebote, die sie dabei unterstützen, spezifische Kompetenzen für diese Phase zu erwerben und zu entfalten“, betonte Kultusministerin Henzler. Die Mehrzahl der Kinder bewältige den Übergang von der Kita in die Grundschule gut, allerdings benötigten immer noch fast 25 Prozent der Mädchen und Jungen besondere Unterstützung. Hier handele es sich oft um Kinder mit Migrationshintergrund und um solche aus schwierigen sozioökonomischen Verhältnissen, so Henzler. „Wir wissen, dass diese benötigte Unterstützung nicht alleine eine individuelle sein darf, also nur auf das Kind bezogen, sondern dass auch Eltern und Institutionen den Übergang gut mit vollziehen müssen: Genau das ist das Ziel der Qualifizierten Schulvorbereitung.“ Die Schule werde von Anfang an in die Umsetzung der Qualifizierten Schulvorbereitung in den Kindertageseinrichtungen eingebunden, indem beispielsweise eine Lehrkraft an den gemeinsamen Qualifizierungsveranstaltungen teilnimmt und so den gemeinsamen Prozess von Beginn an mitgestaltet.

„Für die Hessische Landesregierung steht im Vordergrund, dass ein intensiver und kontinuierlicher Austausch über die Entwicklung der Kinder schon mit Beginn der Qualifizierten Schulvorbereitung durchgeführt wird“, erklärte Sozialminister Stefan Grüttner. „Unter der Voraussetzung der vorab erteilten Einwilligung der Eltern und einer entsprechend abgeschlossenen Kooperationsvereinbarung zwischen Schule und Kita kann dies unter anderem dadurch erfolgen, dass Lehrkräfte regelmäßig in der Kindertageseinrichtung anwesend sind und so die Kinder schon früh kennenlernen“, ergänzte Kultusministerin Henzler abschließend.

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