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Sozialminister Stefan Grüttner zur Organspende

von Familien-Blickpunkt.de am 08/08/2012 - 16:54 |

Themenfelder: Leben und Gesellschaft

Sozialminister Stefan Grüttner zur Organspende

„Aufklärung ohne Ansehen von Person oder Institution – Mögliche Fehlerquellen im System müssen klar lokalisiert werden – rund 12.000 Menschen in Deutschland warten nach wie vor auf eine lebensrettende Organspende“.

Wiesbaden (hsm) - „Aufklärung ohne Ansehen von Person oder Institution“, forderte der Hessische Sozialminister Grüttner angesichts der aktuellen Diskussion um die Organspende heute in Wiesbaden. Die Vorgänge in Göttingen und Regensburg müssten rückhaltlos aufgeklärt werden und den gestiegenen Zahlen bei der Vergabe von Organen nach dem beschleunigten Vermittlungsverfahren nachgegangen werden. Grüttner warnte jedoch davor, vorschnell über Gesetzesänderungen zu diskutieren: „Zuvor muss geklärt werden, ob und an welcher Stelle Fehler gemacht wurden beziehungsweise Fehlerquellen liegen. Sollte sich dabei herausstellen, dass diesen mit einer Gesetzesänderung begegnet werden kann, müssen wir diese angehen.“

Grüttner erklärte weiter, dass er es für kontraproduktiv halte nun in unsachliche Aufregung zu verfallen. „Rund 12.000 Menschen in Deutschland warten derzeit auf ein Spenderorgan, das ihnen das Leben retten kann. Bei der ganzen Aufregung müssen wir vor allem auch an diese Menschen denken.“ Die Bemühungen und die Erfolge der bisherigen Anstrengungen bei der Organspende dürften nicht konterkariert werden, so der Sozialminister weiter. Sie zeigten Wirkung und Erfolg: in Hessen wurden bis Ende Juli in diesem Jahr 156 gespendete Organ gezählt. Das im selben Zeitraum 2011 waren es noch 134.

Daher begrüße er ausdrücklich die nun vom Bundesgesundheitsminister und von der Bundesärztekammer angekündigten Gespräche: „Das zeigt, dass die für die Organspende zuständigen Stellen aktiv, konstruktiv und sorgsam auf die aufgetauchten Fragen reagieren“, lobte der Sozialminister. Das vorgeschlagene Vier-Augen-Prinzip, bei dem ein unabhängiger Arzt feststellen muss, wie krank der Empfänger ist, um so eine Fälschung der Liste zu vermeiden, unterstützte Sozialminister Grüttner als sinnvolles Anliegen: „Das ist ein guter Weg, um möglicherweise verloren gegangenes Vertrauen in das System der Organspende zurück zu gewinnen.“

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