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Wiederbelebungs-Flashmob an der Max-Eyth-Schule

von Familien-Blickpunkt.de am 28/09/2015 - 10:51 |

Themenfelder: Beruf und Familie, Leben und Gesellschaft

Wiederbelebungs-Flashmob an der Max-Eyth-Schule

Kreis Offenbach - Über 75.000 Menschen in Deutschland erleiden jährlich einen plötzlichen Herzkreislaufstillstand. Nur wenn Zeugen sofort Wiederbelebungsmaßnahmen einleiten, hat der Betroffene eine reelle Chance zu überleben. Anlässlich der Woche der Wiederbelebung machte vergangene Woche ein sogenannter Flashmob in der Pausenhalle der Max-Eyth-Schule in Dreieich auf diese Tatsache aufmerksam und warb dafür, dass sich mehr Menschen zum Ersthelfer ausbilden lassen. Die Idee zu der ungewöhnlichen Aktion kam vom Eigenbetrieb Rettungsdienst des Kreises Offenbach sowie der Max-Eyth-Schule.

„Ein Herzstillstand kann jeden von uns treffen“, betont Dr. Frank Naujoks, Ärztlicher Leiter Rettungsdienst des Kreises Offenbach und Koordinator der Aktion. Nur wenn durch einen Notfallzeugen vor Ort der Kreislaufstillstand erkannt wird und mit Erstmaßnahmen, wie der Herzdruckmassage begonnen wird, hat der Patient reelle Chancen, das Krankenhaus lebend und ohne schwerwiegende neurologische Schäden wieder zu verlassen. Entscheidend ist, dass unmittelbar mit einer Herzdruckmassage begonnen wird, um den Blutkreislauf aufrecht zu erhalten!“ Derzeit überleben lediglich 5.000 Patienten oder rund 6,6 Prozent der Menschen einen Herz-Kreislauf-Stillstand.

„Erfahrungen aus anderen Ländern mit einer optimierten Quote an Erstmaßnahmen durch Notfallzeugen haben gezeigt, dass sich die Überlebensrate verdoppeln bis verdreifachen lässt“, macht Naujoks deutlich. „Leider gibt es viele Menschen, die die Wiederbelebungsmaßnahmen nicht kennen oder sie sich nicht zutrauen. Dabei ist es gar nicht schwer. Wichtig ist, fest und schnell auf die Mitte des Brustkorbs zu drücken und zwar mindestens 100 Mal pro Minute sowie nicht aufzuhören bis Hilfe kommt. Falschmachen kann man dabei nichts!“

Die von den Fachgesellschaften für Anästhesie initiierte Woche der Wiederbelebung will seit drei Jahren bundesweit genau darauf aufmerksam machen. Nachdem in den vorangegangenen Jahren der Eigenbetrieb Rettungsdienst zusammen mit der Abteilung für Anästhesie der Asklepios Klinik Langen während der Woche der Wiederbelebung Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit angeboten hatte, in knapp zwei Stunden die Basismaßnahmen der Wiederbelebung schnell und unkompliziert zu erlernen, wurde dieses Jahr ganz bewusst eine Schule als Partner ausgesucht.

Hintergrund ist ein Beschluss der Kultusministerkonferenz aus dem Jahr 2014 ein Modul „Wiederbelebung“ in allen Schulen ab der Jahrgangstufe 7 einzuführen, das unter anderem eine zweistündige Ersthilfe-Schulung beinhaltet und das in jeder Jahrgangsstufe wiederholt wird.

„Dieser Beschluss, zusammen mit der Empfehlung, Lehrerinnen und Lehrer entsprechend fortzubilden, scheint allerdings noch nicht bis in die einzelnen Schulen vorgedrungen zu sein“, kritisiert Dr. Frank Naujoks. „Unser Flashmob will daher auch auf die Notwendigkeit aufmerksam machen, diese Schulungen so schnell wie möglich flächendeckend einzuführen.“

Eine Schule, die den Beschluss der Kultusministerkonferenz bereits umsetzt, ist die Max-Eyth-Schule in Dreieich. Schulleiter Wolf Dieter Gäbert: „Wir bieten seit diesem Jahr entsprechende Schulungen an und haben gute Erfahrungen damit gemacht! Wer weiß, wie er einen Menschen wiederbelebt, kann im Zweifel Leben retten. Daher halten wir als Max-Eyth-Schule es für wichtig, dass möglichst viele Schülerinnen und Schüler möglichst frühzeitig wissen, was im Ernstfall zu tun ist!“

Weitere Infos zur Woche der Wiederbelebung sind im Internet unter www.einlebenretten.de zu finden.

www.familien-blickpunkt.de



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