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Gemeinsame Anlaufstelle für Integration in Arbeit und Ausbildung

von Familien-Blickpunkt.de am 23/10/2015 - 09:20 |

Themenfelder: Beruf und Familie, Leben und Gesellschaft

Gemeinsame Anlaufstelle für Integration in Arbeit und Ausbildung

Kreis Offenbach - Der Kreis Offenbach und die Agentur für Arbeit eröffnen im Kreishaus in Dietzenbach ein gemeinsames Arbeitsmarktbüro für Flüchtlinge.

Wie kann eine syrische Krankenschwester einen Job finden? Darf ein afghanischer Jugendlicher eine Ausbildung machen? Wie lässt sich feststellen, ob ein erfahrener Bäcker auch in Deutschland Brötchen backen kann? Was tun, wenn jemand Autos reparieren aber kein Deutsch kann?

All diese und noch mehr Fragen können künftig im gemeinsamen Arbeitsmarktbüro des Kreises und der Agentur für Arbeit Offenbach geklärt werden - unabhängig vom Rechtskreis, formalen Zuständigkeiten und bürokratischen Hürden. Mit dem neu eingerichteten Büro stehen ab sofort drei erfahrene Arbeitsvermittler/innen Flüchtlingen, ehrenamtlichen Flüchtlingshelfern und Institutionen zu allen Fragen rund um Arbeitsaufnahme, Ausbildung und Praktika zur Verfügung.

Auch wenn es darum geht festzustellen, wie berufliche Kenntnisse und Fähigkeiten oder ausländische Abschlüsse in Deutschland anerkennungsfähig gemacht werden können, ist das Büro hilfreich. Schließlich unterstützt das Büro auch bei der Frage, wie vorhandenes Knowhow mit Qualifizierungen oder Sprachkursen auf deutsches Niveau gebracht werden kann. Dabei sollen idealerweise schon die ersten drei Monate, in denen Flüchtlinge noch nicht arbeiten dürfen, genutzt werden, um sie arbeitsmarktfähig zu machen - wenn sie eine hohe Bleibewahrscheinlichkeit haben.

Wo immer möglich, werden Neuankömmlinge in die neu aufgelegten Programme der Arbeitsagentur, beispielsweise „Perspektiven für Flüchtlinge (PerF)“, integriert. Dafür wurden eigens neue, vereinfachte Formulare entworfen, die in mehreren Sprachen zur Verfügung stehen und es ermöglichen, die beruflichen Einstiegsvoraussetzungen unproblematisch und schnell festzustellen. Gegebenenfalls werden Arbeit- und Ausbildungssuchende an die zuständigen Kammern oder zur Anerkennungsberatung weitergeleitet.

Ziel ist es, mit Hilfe des Arbeitsmarktbüros den Integrationsprozess von Flüchtlingen in den Arbeit- und Ausbildungsmarkt zu beschleunigen. Niemand soll sich bei der Suche nach einem Arbeits- oder Ausbildungsplatz im Behördendickicht verlieren. „Wir wollen den Menschen bei der Integration durch Arbeit zur Seite stehen. Mit dem Arbeitsmarktbüro machen wird dafür den Weg frei“, so Thomas Iser, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Offenbach. Für gut qualifizierte und entwicklungsfähige Fachkräfte sei der Arbeitsmarkt in Stadt und Kreis Offenbach aufnahmefähig. Wichtig seien aber gute deutsche Sprachkenntnisse. Diejenigen, die keine Qualifikation oder keine Deutschkenntnisse mitbrächten, müssten daran aber nicht scheitern, sondern sollten möglichst früh beginnen, die deutsche Sprache zu erlernen.

„Mit dem Arbeitsmarktbüro setzen wir nicht nur ein Zeichen der Willkommenskultur. Wir wollen konkret zeigen, welche Wege in Arbeit oder Ausbildung es gibt und den Menschen zeigen, worauf sie achten müssen und wie Probleme überwunden werden können“, ergänzt Carsten Müller, Sozialdezernent des Kreises Offenbach.

„Wer in das Arbeitsmarktbüro kommt, geht erst dann wieder hinaus, wenn er genau weiß, welcher Schritt der nächste ist, um ihn einer Arbeitsaufnahme, einer Ausbildung oder einer Qualifizierung näherzubringen oder was er tun muss, um seine Abschlüsse anerkennen zu lassen. Alle Anliegen, die mit Arbeit und Ausbildung zu tun haben, werden hier auf das richtige Gleis gesetzt“, macht Müller deutlich.

Dass es beim Zusammenspiel der Behörden gerade in der Anfangsphase hohen Abstimmungsbedarf geben wird, steht für die Verantwortlichen außer Frage. Schon allein aufgrund der unterschiedlichen EDV-Systeme, mit denen Kreis und Arbeitsagentur arbeiten. „Probleme werden wir lösen, wie alle anderen auch“, gibt sich Thomas Iser optimistisch. „Wir reden miteinander und suchen gemeinsam nach guten Lösungen. Im Sinne der Menschen, die unsere Hilfe benötigen.“

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