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Bereits 37 Masernfälle in Hessen in 2011

von Familien-Blickpunkt.de am 21/04/2011 - 15:47 |

Themenfelder: Beruf und Familie, Leben und Gesellschaft

Bereits 37 Masernfälle in Hessen in 2011

Staatssekretärin Petra Müller-Klepper: "Jüngere Erwachsene sollen sich gegen Masern impfen lassen“

Wiesbaden. In Hessen sind 2011 bereits 37 Masernfälle gemeldet worden – mehr als für das gesamte Jahr 2009 (24 Fälle) sowie für das Jahr 2010, in dem insgesamt 31 Fälle registriert wurden. Bundesweit gab es im vergangenen Jahr 770 gemeldete Maserninfektionen. „Deutschland und auch Hessen sind keineswegs ‚masernfrei‘. Dies ist auf Lücken im Impfschutz – unter anderem bei jüngeren Erwachsenen – zurückzuführen. Deshalb sollten nicht nur Kinder, sondern auch diese Altersgruppe gegen Masern geimpft werden. Die Ständige Impfkommission (STIKO) beim Robert-Koch-Institut hat deshalb 2010 ihre Empfehlung ergänzt“, teilte Petra Müller-Klepper, Staatssekretärin im Hessischen Sozialministerium, heute in Wiesbaden mit.

Die Masern-Impfung (in Form der Masern-Mumps-Röteln-Impfung) wird für alle nach 1970 geborenen Erwachsenen empfohlen, sofern sie nicht oder nur einmal geimpft sind oder der Impfstatus unklar ist. „Besonders wichtig ist diese Empfehlung für Personen, die im Gesundheitsdienst, in der Betreuung von immungeschwächten Menschen oder in Gemeinschaftseinrichtungen arbeiten“, so die Staatssekretärin.

Grund für die Erweiterung der STIKO-Empfehlung seien die immer wieder auftretenden Masernausbrüche in Deutschland. „Die Häufigkeit der Masern ist in Deutschland durch die seit etwa 30 Jahren praktizierte Impfung im Vergleich zur Vorimpf-Ära zwar insgesamt deutlich zurückgegangen, doch kommt es immer wieder zu kleinräumigen Ausbrüchen bei nicht oder nicht genügend geimpften Personengruppen“, schilderte Petra Müller-Klepper.

Impflücken gebe es unter anderem in der Gruppe der jüngeren Erwachsenen, wo die zweite Impfung häufig nicht durchgeführt wurde. Auch bei Jugendlichen gebe es deutliche Lücken im Masernschutz. Bei ihnen greife aber die schon seit Jahren bestehende generelle Empfehlung der STIKO, alle im Kleinkindalter versäumten Impfungen vor dem 18. Geburtstag nachzuholen.

Bei den Kindern sei die Durchimpfungsrate gestiegen. „In Hessen waren 2009 91,3 Prozent aller Schulanfänger zweifach geimpft und wiesen damit einen vollständigen Impfstatus gegen Masern auf“, berichtete die Staatssekretärin aus den Ergebnissen der Schuleingangsuntersuchung. Es sei zu erwarten, dass die Durchimpfungsrate in den nächsten Jahren noch weiter steigt, da nach dem Hessischen Kinderschutzgesetz die Vollständigkeit des Impfschutzes seit 2008 bei der Aufnahme in Kindereinrichtungen nachgewiesen werden muss.

„Masern sind wie Mumps und Röteln, gegen die gemeinsam mit einem Kombinationsimpfstoff geimpft wird, keine harmlose Kinderkrankheit“, unterstrich Petra Müller-Klepper. Sie könne auch Erwachsene treffen und gehe einher mit Komplikationen wie z.B. der Masernenzephalitis (Entzündung des Gehirns), bei der in 10 bis 20 Prozent der Fälle ein tödlicher Verlauf und bei 20 bis 30 Prozent der Fälle bleibende Schäden am Zentralnervensystem zu verzeichnen sind.

Schutzimpfungen zählen zu den effektivsten und kostengünstigsten Präventionsmaßnahmen der modernen Medizin. Der Masern-Mumps-Röteln-Impfstoff ist gut verträglich. „Nur bei Erreichen hoher Impfquoten ist es jedoch möglich, einzelne Krankheitserreger regional zu eliminieren und schließlich ganz auszurotten“, erläuterte Petra Müller-Klepper. Die Ausrottung der Masern wie auch der Poliomyelitis (Kinderlähmung) seien erklärte und erreichbare Ziele nationaler und internationaler Gesundheitspolitik.

Masern – eine der ansteckendsten Krankheiten – werden durch das Einatmen infektiöser Tröpfchen (die z.B. beim Sprechen, Husten, Niesen entstehen) sowie durch Kontakt mit infektiösen Sekreten aus Nase oder Rachen einer infizierten Person übertragen. Das Masernvirus führt bereits bei kurzer Exposition zu einer Infektion: Die Wahrscheinlichkeit der Ansteckung für nicht immune Personen liegt bei nahe 100 Prozent.



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