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Kreis Offenbach übernimmt bei »DEXT«-Fachstellen hessenweite Vorreiterrolle

von Familien-Blickpunkt.de am 03/12/2020 - 15:00 |

Themenfelder: Beruf und Familie, Leben und Gesellschaft

Kreis Offenbach übernimmt bei »DEXT«-Fachstellen hessenweite Vorreiterrolle

Kreis Offenbach - Das Projekt „Pro Prävention“ des Integrationsbüros des Kreises Offenbach ist hessenweit für die Koordination und Begleitung der „Fachstellen für Demokratieförderung und phänomenübergreifende Extremismusprävention“ (kurz: DEXT) zuständig. Diese werden in Landkreisen, kreisfreien Städten und Sonderstatus-Städten neu eingerichtet. Aufgrund der langjährigen Erfahrung in der Vorbeugung von Radikalisierung und der Vermeidung extremistischer Tendenzen in der Gesellschaft übernimmt der Kreis Offenbach im Landesprogramm „Hessen – aktiv für Demokratie und gegen Extremismus“ damit künftig eine Vorreiterrolle.

„Wir haben seit 2016 mit dem Pilotprojekt zur Extremismusprävention in den Städten und Gemeinden des Kreises bereits starke Strukturen aufgebaut, Netzwerke geknüpft und in Workshops, Schulungen und Diskussionsrunden mit mehr als 3.000 Menschen zusammengearbeitet. Die gewonnenen Erkenntnisse werden wir in der neuen Förderperiode bis zum Jahr 2024, in der wir bei der Koordination der landesweiten Fachstellen federführend sind, einbringen“, sagt Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger.

„Mit der Einrichtung der DEXT-Fachstellen stärken wir die landesweite Demokratieförderung und Extremismus-Prävention in Hessen. Das große Interesse der Landkreise und Kommunen ist Bestätigung für unsere Strategie. Unser Kampf gegen Extremismus braucht starke Partner vor Ort. Im Kreis Offenbach haben wir langjährig aufgebaute Expertise und damit die richtigen Koordinatoren für die Landesinitiative der DEXT-Stellen, die wir allein in diesem Jahr mit mehr als 800.000 Euro fördern“, sagte Hessens Innenminister Peter Beuth.

Im Vorgängerprojekt „PRO Prävention“ des Kreises Offenbach, das vom Land Hessen und der Europäischen Union unterstützt wurde, haben sich die Fachleute verstärkt mit dem religiös begründeten Extremismus beschäftigt. Die Inhalte und Ziele der aktuellen und über vier Jahre laufenden zweiten Projektrunde des Landesprogrammes ist thematisch breiter gefächert. Im Fokus stehen beispielsweise auch Gruppierungen und Einzelpersonen der sogenannten Reichsbürger und Selbstverwalter oder die unter dem Begriff „Ultranationalismus“ zusammengefassten Einstellungen zwischen verfeindeten Gruppen. Außerdem bilden Rechts- und Linksextremismus, Islamismus (Salafismus und Jihadismus), Muslimfeindlichkeit, Antiziganismus, Antisemitismus und Antijudaismus weitere Schwerpunkte der Präventionsarbeit.

So wie bereits im Kreis Offenbach geschehen, gründen sich hessenweit in knapp zwei Dutzend am Landesprogramm beteiligten Kommunen DEXT-Fachstellen. Ferner sollen lokale Kompetenzteams gebildet werden, denen Fachleute – etwa der kommunalen Integrationsstellen, Schulen, Jugendzentren, Einrichtungen für Flüchtlinge sowie aus Sport-, Kultur- und Moscheevereinen oder der Polizei – angehören.

„Ziel der Arbeit ist es, extremistische Tendenzen zu vermeiden und ihnen entgegenzuwirken. Wir wollen Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit fördern. Das muss als gesamtgesellschaftliche Aufgabe begriffen werden“, sagt Yasmina Najar, neue Projektkoordinatorin der Fachstelle Pro Prävention beim Kreis Offenbach. Sie wird auch die fachliche Begleitung der hessenweiten Fachstellen übernehmen. Die 28-Jährige hat sich in ihrem Studium mit Islamwissenschaften, der Friedensforschung und der Sicherheitspolitik beschäftigt und bei der Robert-Bosch-Stiftung als Projektmanagerin im Fördergebiet der Internationalen Verständigung und Kooperation Erfahrungen gesammelt.

Die neuen DEXT-Fachbüros dienen auch als Anlaufstellen für eine erste Beratung der Bürgerinnen und Bürger, und sie organisieren Fort- und Weiterbildungsseminare für sogenannte Multiplikatoren, die das Thema Extremismusprävention auf der Agenda haben. Ihre Aufgabe ist es darüber hinaus, Strukturen zu stärken, relevante Akteurinnen und Akteure zu vernetzen und lokale Projekte zu fördern. „Wir möchten effizient und lösungsorientiert Antworten auf die gesellschaftlichen Herausforderungen durch extremistische Bestrebungen anbieten und Betroffene unterstützen“, so Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger.

Foto: Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger (links) und die neue Projektkoordinatorin der Fachstelle Pro Prävention beim Kreis Offenbach, Yasmina Najar (rechts), freuen sich auf die Zusammenarbeit.

 

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