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Migranten in Jugendarbeit unterrepräsentiert

von Familien-Blickpunkt.de am 05/07/2011 - 16:52 |

Themenfelder: Leben und Gesellschaft

Migranten in Jugendarbeit unterrepräsentiert

Land will mit Aktionsprogramm Integration erleichtern- Staatssekretärin Petra Müller-Klepper: „Zugangshürden überwinden“.

Wiesbaden. Jugendliche mit Migrationshintergrund sollen in Hessen stärker als bisher die Angebote der Jugendarbeit nutzen und mitgestalten. Dies ist das Ziel des neuen Aktionsprogramms „Stärkung der Partizipation und Teilhabe von Jugendlichen mit Migrationshintergrund“, das vom Hessischen Sozialministerium aufgelegt wird. „Junge Migranten sind in der außerschulischen Jugendarbeit unterrepräsentiert. Es gilt, Ansätze zu entwickeln, wie sie leichter Zugang finden und eingebunden werden können. Ziel ist, das Miteinander schon in jungen Jahren zu fördern und die Integration voran zu bringen“, erklärte Petra Müller-Klepper, Staatssekretärin im Hessischen Sozialministerium, heute in Wiesbaden.

Das Programm ist mit 1,1 Millionen Euro aus Lottomitteln ausgestattet und umfasst den Zeitraum 2012 bis 2014. Es können Projekte gefördert werden, die dazu beitragen, die Zahl von Jugendlichen mit Migrationshintergrund in den Angeboten der Jugendarbeit zu erhöhen. Anerkannte freie und öffentliche Träger der Jugendbildung sowie Vereine und Verbände können sich bis 1. September 2011 bewerben.

Die Staatssekretärin forderte insbesondere auch Migrantenvereine und -organisationen zum Ausbau der Angebote der Jugendarbeit auf. „Wir suchen nach modellhaften Beispielen der Partizipation und Teilhabe. Hessen mit seinem hohen Anteil an Menschen mit Migrationshintergrund besitzt hier ein besonderes Potential.“ Bei den unter 18-Jährigen Hessen liegt der Migrantenanteil bei 37,2 Prozent und ist damit deutlich höher als der Anteil an der Gesamtbevölkerung, der 23,4 Prozent beträgt.

„Bislang ist die Beteiligung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund in der Jugendarbeit und außerschulischen Jugendbildung gering. Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung und des zunehmenden Anteils junger Menschen mit Migrationshintergrund ist es perspektivisch von existentieller Bedeutung, hier gezielte Anstrengungen zu unternehmen“, so Petra Müller-Klepper. Darüber hinaus sei die Jugendarbeit ein wichtiger Ort, um Kompetenzen zu erwerben und ein selbstbestimmtes Aufwachsen zu ermöglichen. Diese Chancen müssten auch für Migranten erschlossen werden.

Mit dem Aktionsprogramm „Stärkung der Partizipation und Teilhabe von Jugendlichen mit Migrationshintergrund“ legt das Hessische Sozialministerium bereits das vierte Förderprogramm zur außerschulischen Jugendbildung für junge Menschen seit 2002 auf. Aus Lottomitteln sind in diese Programme bereits insgesamt 2,3 Millionen Euro geflossen.



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