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Winni's Puppenhäuser ziehen ins RegioMuseum

von Familien-Blickpunkt.de am 23/07/2015 - 10:40 |

Themenfelder: Beruf und Familie, Leben und Gesellschaft

Winni's Puppenhäuser ziehen ins RegioMuseum

Kreis Offenbach - Eine schmucke Villa inklusive Badezimmer mit goldenen Wasserhähnen und feinste Carrara-Fliesen, im Vorgarten ein zehn Liter Wasser fassender Swimmingpool, in einer mehrere Zentimeter großen Garage steht ein blauer Oldtimer. Daneben ein englisches Landhaus im Stile von Rosamunde Pilcher und wenige Meter weiter ein Reiterhof mit Steinbrunnen, leuchtenden Laternen und Holzverschlägen für die Pferde; Winni‘s Puppenhäuser mit ihren klitzekleinen Möbeln und der passenden Dekoration sind liebevolle Miniaturwelten, in denen kein Raum dem anderen gleicht. Jede Couch, jeder Schrank, jede Tapete ist ein handgefertigtes Unikat. Selbst winzige Schultafeln oder Aktenordner werden selbst gebastelt.

Vom 25. Juli an bis einschließlich 2. Oktober 2015 zeigt der Hainburger Winfried Gärtner eine Auswahl im RegioMuseum in Seligenstadt. Die kleinen Kunstwerke können täglich zwischen 11:00 Uhr und 17:00 Uhr bewundert werden. Darunter auch eine 120 Jahre alte Puppenstube, die liebevoll restauriert wurde, eine mit viel Marmor verzierte Südstaatenvilla oder das neueste Werk des Puppenhaus-Bauers, das ‚Bayerische Haus‘ samt einer Küche aus gemauerten Steinziegeln.

Auf die Idee Puppenhäuser zu bauen, kam Winfried Gärtner übrigens durch seine Enkelin Lara. „Ich dachte, eine selbstgebaute Puppenstube wäre eine schöne Überraschung, griff zu Holz, Leim und Säge - und entwarf ein 1,60 Meter hohes Spitzgiebelhaus mit aufklappbarer Front“, erinnert sich der leidenschaftliche Bastler an sein erstes Puppenhaus.

Seitdem hat der 67-Jährige insgesamt 50 Häuser entworfen und in der heimischen Werkstatt zum Leben erweckt. Auch Ehefrau Erika hat er mit seiner ausgefallenen Leidenschaft längst infiziert: Sie näht winzige Kopfkissen, Teppiche oder Lederschulranzen und ist für die Dekoration zuständig - eine Sisyphusarbeit, für die die sympathische Hainburgerin nicht nur viel Geduld, Fingerspitzengefühl und reichlich Stoffreste braucht. Auch das Wissen über Bespannungstechniken von Polstermöbeln oder das professionelle Anbringen von Tapeten hat sich Erika Gärtner nach und nach angelesen. „Meine Frau hat einfach was diese Dinge betrifft, den besseren Geschmack“, erklärt Ehemann Winfried. „Ich baue die Möbel und Häuser und meine Frau macht sie wohnlich!“

Rund 10.000 Arbeitsstunden haben die Gärtners bislang in ihr Hobby investiert. Entstanden ist dabei auch das legendäre Zuhause der Ludolfs. Die vier Ludolfs und ihr Schrottplatz im Westerwald erlangten dank verschiedener TV-Reportagen und einer Doku-Soap deutschlandweit Kultstatus. Das Ludolfsche-Anwesen wurde später für einen guten Zweck versteigert. Überhaupt basteln die Gärtners ausschließlich für den guten Zweck. Und das obwohl ein einzelnes Puppenhaus durchaus bis zu 1.000 Euro an Materialkosten verschlingen kann. Dafür verzichtet das Ehepaar auf größere Urlaube oder einen Flatscreen.

„Geld ist nicht so wichtig“, sagt Winfried Gärtner denn auch. Lieber verschenkt er seine Unikate an Kinderkrankenstationen oder soziale Einrichtungen. „Mich von einem meiner Häuser zu trennen, tut mir zwar regelmäßig in der Seele weh. Aber die strahlenden Kinderaugen entschädigen einen doppelt und dreifach“, so Winfried Gärtner. „Außerdem sind die Häuser ja letztlich zum Spielen da!“

Einen großen Traum möchte sich Winfried Gärtner übrigens mit einem seiner nächsten Projekte erfüllen. Sein Ziel ist es, mit über zehn Quadratmetern das größte Puppenhaus der Welt zu bauen.

Weitere Informationen sind im Internet unter www.winnis-puppenhaeuser.de abzurufen.

www.familien-blickpunkt.de



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