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20.000 Euro für Hospiz-Stiftung

von Familien-Blickpunkt.de am 22/02/2017 - 10:24 |

Themenfelder: Leben und Gesellschaft

20.000 Euro für Hospiz-Stiftung

Kreis unterstützt Hospiz-Stiftung mit 20.000 Euro

Kreis Offenbach - Die Hospiz Stiftung Rotary Rodgau (HSRR) plant, in Rodgau eine stationäre Hospizeinrichtung zu bauen, die über zwölf Betten verfügt und von der „Mission Leben“ in Darmstadt betrieben wird. 3,6 Millionen Euro werden für den Bau benötigt. Die Stiftung selbst will zunächst rund eine Million durch Spenden zusammenbekommen. Eine weitere Million steuert die Stiftung Initiative Werte Stipendium hinzu. Darüber hinaus will sie langfristig die Hospiz- und Palliativarbeit im Kreis Offenbach durch Zuschüsse fördern.

Der Kreis Offenbach unterstützt das Vorhaben mit einer Zustiftung über 20.000 Euro. Am Dienstag übergab Landrat Oliver Quilling im Kreishaus in Dietzenbach dem Vorsitzenden des Vorstandes der Hospiz Stiftung Rotary Rodgau und Ärztlichen Direktor an den Asklepios Kliniken Langen-Seligenstadt, Dr. Nikos Stergiou, einen symbolischen Scheck über die entsprechende Summe.

Quilling: „Immer mehr schwerstkranke Menschen haben den Wunsch, die letzten Momente und Tage ihres Lebens in einem Hospiz zu verbringen. Dort werden sie in einer angemessenen Atmosphäre von speziell ausgebildetem Personal betreut. Sie erlangen so ein Stück Lebensqualität wieder und können in einem friedlichen Umfeld Abschied vom Leben nehmen.“ Deshalb sei das Vorhaben der Rotarier so eminent wichtig, erklärte der Landrat.

„Unser Ziel ist es, einen Ort im Kreis zu schaffen, der den Umgang mit Sterben und Tod menschlicher macht“, erläuterte Dr. med. Nikos Stergiou die Beweggründe der eigens für das Projekt ins Leben gerufenen Stiftung. „Darüber hinaus geht es uns als Stiftung darum, den Partner oder die engsten Verwandten auf den Tod des Ehemanns oder des Enkels einfühlsam aber professionell vorzubereiten und den Angehörigen so beim Verarbeiten des Verlustes eines geliebten Menschen zu helfen!“

Der genaue Bauplatz für das Hospiz steht mittlerweile fest. Anfang Februar stimmten die Rodgauer Stadtverordneten einer Magistratsvorlage zu, der Hospiz-Stiftung ein etwa 4.000 Quadratmeter großes Areal neben dem Wahrzeichen von Jügesheim, dem Wasserturm, zum Preis von drei Euro pro Quadratmeter zu verkaufen. Bislang befinden sich auf dem für das Hospiz vorgesehenen Grundstück ein Spielplatz sowie eine Minigolfanlage, die allerdings schon länger nicht mehr in Betrieb ist.

Aus Sicht der Stiftung eignet sich das Gelände neben dem Jügesheimer Wasserturm aus gleich mehreren Gründen besonders gut als Standort für das geplante Hospiz. „Das Gelände am Wasserturm ist zum einen per Auto und Bus sehr gut erreichbar. Besucher, die über Nacht in der Nähe ihrer Angehörigen sein möchten, können zudem in einem nahe gelegenen Hotel übernachten. Außerdem sind gleich zwei Restaurants in der Nähe“, erklärte Stergiou.

Auch für den weiteren Verlauf des Jahres hat sich die Hospiz-Stiftung anspruchsvolle Ziele gesetzt. Nachdem der endgültige Standort feststeht, geht es ab sofort um die konkrete Planung des Gebäudes und das Einholen der Baugenehmigung. Außerdem steht 2017 im Zeichen der Zustiftung von Privatpersonen, Institutionen sowie Unternehmen. Dadurch soll das derzeitige Stiftungskapital von 845.000 Euro auf eine Million erhöht werden. Bis Ostern kommenden Jahres sollen alle Planungen und das Genehmigungsverfahren abgeschlossen sein, im Herbst möchte man Richtfest feiern. 2019 schließlich soll das neue Hospiz am Wasserturm fertig sein.

Menschen am Ende ihres Lebens durch eine würdige Sterbebegleitung mit Respekt zu begegnen, sei eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe, machte Stergiou abschließend nochmals deutlich. „Wir wollen das Thema Tod und Sterben deswegen nicht schamhaft verstecken, sondern es in die Mitte der Gesellschaft holen, dort wo es eigentlich auch hingehört! Als Hospizstiftung wollen wir so ein sichtbares Zeichen für das Miteinander in unserer Region setzen“.

Für Oliver Quilling ist das geplante Hospiz daher auch ein „Leuchtturmprojekt für den gesamten Kreis Offenbach“. Tod und Trauer, betonte Quilling, seien nach wie vor Tabuthemen. Alles was mit dem Sterben zu tun habe, werde allzu gern ins Abseits gestellt. „Obwohl wir wissen, dass Geburt und Tod elementarste Bestandteile des Lebens sind, die existentielle Fragen des Daseins an sich berühren. Das Hospiz am Wasserturm hilft allen Beteiligten, den Tod anzunehmen und in Würde Abschied zu nehmen. Deshalb war es für uns als Kreis eine Selbstverständlichkeit, das Projekt zu unterstützen“, so Quilling.

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