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»BerufsWegeBegleitung« hält Zahl der arbeitslosen Jugendlichen konstant niedrig

von Familien-Blickpunkt.de am 02/07/2017 - 17:27 |

Themenfelder: Beruf und Familie, Leben und Gesellschaft

»BerufsWegeBegleitung« hält Zahl der arbeitslosen Jugendlichen konstant niedrig

Kreis Offenbach - „Für mich als Jugend- und Sozialdezernent im Kreis Offenbach ist das Thema Übergang Schule in den Beruf besonders auch für Jugendliche mit Unterstützungsbedarf schon immer ein besonderes Anliegen. Daher freue ich mich über die guten Zahlen der BerufsWegeBegleitung“, betonte der Sozialdezernent des Kreises Offenbach, Carsten Müller, anlässlich der Vorstellung der Jahresbilanz des Projektes auf dem Berufswegetag 2017 im Kreishaus in Dietzenbach.

Und in der Tat können sich die aktuellen Zahlen sehen lassen. Müller: „Zunächst einmal lässt sich feststellen, dass wir unsere Ziele erreicht haben. Im Endeffekt konnten wir die Zahl der jungen Menschen, die wir beim Übergang von Schule in einen Beruf begleiten von 950 im Jahr 2015 auf 1.808 im Jahr 2016 steigern.“ Davon waren 768 Mädchen beziehungsweise junge Frauen, 947 junge Menschen waren mit Migrationshintergrund. Die relativ hohe Zahl an Neuzugängen ergibt sich aus der Tatsache, dass mittlerweile viele junge Flüchtlinge im Kreis leben. „Wir haben auf diese Entwicklung reagiert und unseren Maßnahmenkatalog angepasst. So haben wir aktuell 171 Flüchtlinge in speziellen Qualifizierungen. Diese beinhalten beispielsweise einen Crash Kurs über berufliche Chancen, den deutschen Alltag und kulturelle Gepflogenheiten; aber auch Sprachkurse“, erläutert Müller.

Rund 55 Prozent aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer an Maßnahmen der Berufswegebegleitung konnten in Ausbildung, Arbeit oder in eine weiterführende Qualifizierung vermittelt werden. Insgesamt konnte die Vermittlungsquote von 2015 auf 2016 so um 11 Prozent gesteigert werden.

„Hier zeigt sich, dass eine individuelle Begleitung sowie der intensive Kontakt zu den Betrieben der Region ‚Gold wert‘ sind“, machte Müller deutlich. „Die jungen Menschen werden dort abgeholt, wo sie sind und erhalten die für sie sinnvolle Unterstützung.“

Der Kreis Offenbach initiierte 2003 die „BerufsWegeBegleitung“ als kreisweite Beratungs- und Förderstruktur für Jugendliche im Übergang Schule-Beruf. Das Angebot startete zunächst in drei Kommunen. Zurzeit werden rund 70 Prozent der Jugendlichen im Kreisgebiet durch wohnortnahe Stützpunkte erreicht. Seit 2014 wird mit dem Projekt „Jugend stärken in Schule und Beruf“ sogar das gesamte Kreisgebiet mit drei Beratungspersonen für Jugendliche mit Unterstützungsbedarf abgedeckt.

Viele der Jugendlichen, die beraten werden, haben ausländische Wurzeln und kommen aus bildungsfernen Schichten, haben Sprachprobleme, familiäre oder kulturell bedingte Schwierigkeiten. „Auf diese speziellen Problemstellungen gehen wir in unserer Beratung gesondert ein und versuchen Angebote zu machen“, betont Müller. „Beispielsweise mit dem Beratungsangebot der BerufsWegeBegleitung ‚Jugend stärken in Schule und Beruf‘ mit drei Stützpunkten im Kreis Offenbach. Nach den Sommerferien kommt ein weiterer Stützpunkt in Obertshausen hinzu.“

Ein weiterer wichtiger Pfeiler der Arbeit mit Jugendlichen ist des Projekt „JUGEND STÄRKEN im Quartier“, ein gemeinsames Programm des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit. Das Vorhaben unterstützt junge Menschen mit Startschwierigkeiten beim Übergang von der Schule in den Beruf mit aufsuchender Arbeit, Beratung und Einzelfallhilfe. Müller: „Ziel ist, individuelle Hürden auf dem Weg Richtung Ausbildung und Arbeit zu überwinden und eine schulische, berufliche und soziale Integration zu ermöglichen. Ergänzend können Mikroprojekte realisiert werden, die neben der Entwicklung der Jugendlichen der Aufwertung von Quartieren dienen. Müller: „Gute Beispiele hierfür sind der Mitternachtssport und die Fahrradwerkstatt in Dreieich oder das Bewerbungscafe in Dietzenbach.“

Um Eltern, Schülern und Lehrern eine Hilfe über die Hilfsangebote im Kreis an die Hand zu geben, gibt der Kreis zudem dieses Jahr erstmals die Broschüre „Schule beendet … wie geht es weiter im Kreis Offenbach?“ heraus. Sie kann auch auf der Homepage des Kreises unter www.kreis-offenbach/olov.de heruntergeladen werden.

Finanziell ist das Ganze für den Kreis durch zahlreiche Zuschüsse machbar. „Durch Unterstützung von Bund, Land und EU wendete der Kreis Offenbach 2016 ohne Personalkosten lediglich rund 315.000 Euro an eigenen Kreismitteln auf, um Projekte in einer Gesamthöhe von über 2,2 Millionen Euro umzusetzen“, so Müller. „Wir investieren dieses Geld, weil wir wissen, welch immense Anstrengungen nötig sind, um möglichst allen jungen Menschen einen Job und damit eine Perspektive zu ermöglichen. Es ist insofern sehr gut angelegt!“.

Denn die kontinuierlichen Maßnahmen rund um das Thema Jugendarbeitslosigkeit zeigen Wirkung: So lag etwa im Mai diesen Jahres die Arbeitslosenquote bei den 15- bis unter 20-jährigen im Kreis Offenbach bei lediglich 3,4 Prozent. Insgesamt sind aktuell nur 159 Jugendliche unter 20 Jahre im Kreis arbeitslos gemeldet. Das hat ganz konkrete Auswirkungen. Vom letzten Schuljahrgang etwa blieben von 2.161 gemeldeten Bewerbern für Ausbildungsstellen bis September 2016 ganze 37 Jugendliche ohne Ausbildungs- oder Arbeitsplatz beziehungsweise besuchen keine weiterführende Schule oder eine Universität.

„In der Arbeit mit den jungen Menschen ist es uns wichtig, dass möglichst alle, die Unterstützung brauchen, eine Anlaufstelle haben oder über aufsuchende Ansätze der Berufswegebegleitung erreicht werden“, so Müller abschließend. „Denn im Dschungel der Möglichkeiten des beruflichen Einstiegs oder auch des Übergangssystems sind Beratungs- und Lotsenaufgaben für junge Menschen unerlässlich. Nur so können wir auch Jugendlichen, die es nicht ganz so leicht haben oder aus einem schwierigen Umfeld kommen, Chancen eröffnen!“

www.familien-blickpunkt.de



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