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Bildungskoordinatoren vernetzen Angebote für Flüchtlinge

von Familien-Blickpunkt.de am 30/11/2016 - 19:27 |

Themenfelder: Beruf und Familie, Leben und Gesellschaft

Bildungskoordinatoren vernetzen Angebote für Flüchtlinge

Kreis Offenbach - Eine entscheidende Voraussetzung für das Gelingen von Integration sind Sprache und Verständigung. Für Zugewanderte, die nach der Flucht vor Krieg, Terror und Verfolgung bei uns angekommen sind, gibt es im Kreis Offenbach ein breites Spektrum an Bildungsangeboten. Die sprachliche Qualifikation steht dabei im Mittelpunkt. „Mit den Orientierungshilfekursen, Integrationskursen und anderen Angeboten wie etwa die Lerngruppen der ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer in den Kommunen sind wir im Kreis Offenbach gut aufgestellt“, sagt Landrat Oliver Quilling.

Was gut läuft, kann immer noch besser werden, deshalb lässt der Kreis jetzt die Bildungsangebote für Geflüchtete unter die Lupe nehmen. Es soll herausgefunden werden, ob der Sprachunterricht und die Deutschkurse ausreichen, ob es Lücken gibt oder ob an einer Stelle aufgrund von Redundanz etwas parallel läuft. Diese aktuelle Übersicht der Angebote erstellen seit September des Jahres zwei neue Bildungskoordinatoren des Kreises Offenbach, die im Programm „Kommunale Koordinierung der Bildungsangebote für Neuzugewanderte“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gefördert werden. Die Kernaufgabe der Koordinatorin und des Koordinators ist es, die Vielzahl der kommunalen Bildungsakteure zu vernetzen. Ferner sollen das Angebot und der Bedarf an Bildung aufeinander abgestimmt werden.

Dr. Ulrike Keller sowie Matthias Riesterer analysieren den Bestand der Kurse und sonstiger Bildungsangebote, die es in den 13 Städten und Gemeinden des Kreises für Geflüchtete gibt. Dr. Ulrike Keller, Wissenschaftlerin und Erwachsenenpädagogin, kommt aus dem naturwissenschaftlichen Bereich und hat in den vergangenen Jahren als Projektmanagerin die Lehr- und Lernmethoden an sechs Hochschulen koordiniert. Matthias Riesterer, Kommunikations-, Medien- und Kulturwissenschaftler, studierte in Leipzig. Er beschäftigte sich bei Bundesverbänden mit kultureller Bildung und bürgerschaftlichem Engagement. Als ehemaliger Jugendbeauftragter und Leiter des Jugendbüros der Stadt Sindelfingen bringt er außerdem Erfahrung in der Arbeit in und mit Verwaltungen mit.

Nachdem die beiden Fachleute die Bestandsaufnahme mit der verlässlichen Datensammlung ausgearbeitet haben, werden sie eine Agenda erstellen. Mit der Umsetzung des ausgearbeiteten Aufgabenkatalogs verfolgen die Bildungskoordinatoren das Ziel, in der Vielzahl der Angebote die Kräfte zu bündeln und die Effizienz zu steigern. Die beiden Fachleute beraten, geben Empfehlungen und wirken darauf hin, dass der Bedarf durch neue Angebote gedeckt wird.

Dabei kooperieren Dr. Ulrike Keller und Matthias Riesterer unter anderem eng mit der Volkshochschule des Kreises. Sie ist für die vom Kreis freiwillig angebotenen Orientierungshilfekurse zuständig und setzt zahlreiche Integrationskurse des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge um. Parallel dazu laufen permanent Gespräche mit den ehrenamtlichen Flüchtlingshelfern, den im Kreishaus zuständigen Fachdiensten sowie den Volkshochschulen in den Kommunen, wo beispielsweise auch Integrationskurse und Sprachkurse aus dem Landesprogramm „Mitsprache-Deutsch4U“ stattfinden.

„Ein wesentlicher Aspekt unserer Arbeit sind Transparenz und Kommunikation“, sagt Bildungskoordinatorin Dr. Ulrike Keller. Sie und ihr Kollege sehen vor allem im Bereich der Sprachförderung ein wichtiges Handlungsfeld. Die beiden möchten, dass die neu Zugewanderten und Geflüchteten, ihre hauptamtlichen Betreuer und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltungen sowie die engagierten Ehrenamtlichen besser über die zahlreichen Sprachförderangebote informiert sind. „Uns liegt besonders am Herzen, dass sich die unterschiedlichen Sprachangebote stärker und möglichst systematisch aufeinander beziehen und ergänzen“, sagt Matthais Riesterer. „Wir sehen auch sehr deutlich, wie wichtig es ist, die Sprachförderung gemeinsam mit berufsbezogenen Angeboten zu betrachten.“

Bei der Volkshochschule des Kreises Offenbach laufen schwerpunktmäßig zwei Kursformate. Damit die Flüchtlinge sich in dem für sie fremden Land mit den unbekannten Strukturen besser zurechtfinden, bietet der Kreis als freiwillige Leistung sogenannte Orientierungshilfekurse an. Sie sind offen für Zuwanderer, unabhängig von der Bleibeperspektive. Gelehrt und gelernt wird nicht nur bei der Volkshochschule des Kreises im Haus des Lebenslangen Lernens in Dreieich, sondern auch dezentral in den Kommunen, wo sich die Gemeinschaftsunterkünfte befinden. Bis November 2016 liefen 62 Orientierungshilfekurse mit durchschnittlich je 20 Teilnehmenden.

Für Menschen, die ihren Lebensmittelpunkt dauerhaft in Deutschland haben werden, sind die Integrationskurse gedacht. Hier dürfen sich auch Zuwanderer aus den Herkunftsländern Iran, Irak, Eritrea, Somalia und Syrien fortbilden. Unter der Trägerschaft der Volkshochschule des Kreises gibt es aktuell 31 Integrationskurse mit durchschnittlich 18 Plätzen.

„Die Analyse und Koordination der Bildungsangebote sind ein wichtiger Baustein auf dem Weg zur Integration. Diese kann nur erfolgreich sein, wenn wir für Flüchtlinge dauerhaft tragfähige Kooperationsstrukturen im Themenbereich Bildung aufbauen“, sagt Sozialdezernent und Kreisbeigeordneter Carsten Müller.

www.familien-blickpunkt.de



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