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Kreis erfolgreich bei der europäischen Fördermittelvergabe

von Familien-Blickpunkt.de am 29/09/2011 - 11:58 |

Themenfelder: Leben und Gesellschaft

Kreis erfolgreich bei der europäischen Fördermittelvergabe

Europabeauftragte hilft Kommunen und Vereinen.

Kreis Offenbach - 60 bis 70 Prozent der deutschen Gesetze beruhen auf EU-Recht und damit wirken sich europäische Entscheidungen natürlich auch direkt auf die Verwaltungen der Städte und Gemeinden und den Kreis Offenbach selbst aus. Berührungspunkte bestehen unter anderem im Vergabe- und Beihilferecht, im Bereich Umwelt oder dem Veterinärwesens.

„Der Kreis Offenbach hat die Bedeutung Europas früh erkannt. Bereits 2002 richtete er ein Europabüro ein“, betont Landrat Oliver Quilling. Als die EU-Kommission wenige Jahre später die Interessensbekundung für die Trägerschaft sogenannter Europe Direct Informationszentren ausschrieb, ergriff der Kreis Offenbach diese Chance und bewarb sich erfolgreich. Seit 2005 ist der Kreis Offenbach Träger des Europe Direct Relais Rhein-Main und profitiert von Informationen sowie dem direkten Kontakt zur EU-Kommission, aber auch dem europaweiten Netzwerk der Europe Direct Informationszentren von denen es nur insgesamt 500 in den 27 Mitgliedsstaaten gibt.

Das Europe Direct Relais Rhein-Main ist Ansprechpartner und Dienstleister vor Ort für die Städte und Gemeinden, für Vereine, Unternehmen und Betriebe aber natürlich auch für alle Bürgerinnen und Bürger in allen Belangen rund um die Europäische Union; gleichzeitig ist es Schnittstelle und Sprachrohr zwischen der lokalen Ebene und der EU, indem es die lokalen Bedürfnisse an die EU-Institutionen weiterleitet.

Die Anfragen sind vielfältig und reichen von A wie Arbeitnehmermobilität bis Z wie Zollbestimmung; die meisten Anfragen kommen, neben der Bitte, kostenfrei EU-Infomaterial zuzusenden, zur EU-Förderung. „Gerade Letzteres ist ein wichtiger Schwerpunkt der Europaarbeit des Kreises Offenbach. Denn um EU-Fördermittel ranken sich noch immer viele Mythen. Dazu zählt beispielsweise die Aussage, dass wohlhabende Regionen nicht in den Genuss von EU-Förderung kommen“, macht Landrat Quilling deutlich. „Das ist aber nicht richtig. Richtig ist allerdings, dass man sich mit den Förderrichtlinien der EU intensiv auseinandersetzen muss!“

Der Kreis Offenbach hat dies getan. „Wir konnten dadurch in der Vergangenheit immer wieder erfolgreiche Anträge stellen“, so Quilling. Beispielsweise für Projekte der Berufswegebegleitung und für die Projekte „JOBfit“ oder die Projekte „Schulverweigerung - Die 2. Chance" und „Stärken vor Ort“, die alle unter anderem aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds finanziert werden. Alleine für diese Projekte hat der Kreis in den vergangenen Jahren rund 5,4 Millionen Euro erhalten.

Ebenfalls mit kleineren Summen unterstützt werden das Projekt „3x20 NET“ des Fachdienstes Umwelt sowie ein weiteres Projekt des Fachdienstes Jugend und Soziales zur Früherkennung sozial gefährdeter Jugendlicher. Und auch das Europe Direct Relais Rhein-Main wird mit bis zu 25.000 Euro jährlich von der EU-Kommission unterstützt.

Quilling: „Richtig ist allerdings, dass es nicht leicht ist, die Chancen der EU-Fördermöglichkeiten auszuschöpfen. Man braucht das notwendige Know-How. Insbesondere für Antragsneulinge ist es schwer, sich im Dschungel der EU-Programme zurechtzufinden.“ Alleine über 100 Aktionsprogramme fördern unterschiedliche Themen und Zielgruppen, dazu kommen die sogenannten EU-Strukturfonds, zu denen auch der Europäische Sozialfonds gehört. Hier ist es vor allem wichtig zu wissen, welche EU-Programme kommunal und lokal relevant sind. Für eine erfolgreiche Antragsstellung ist zudem ein grundsätzliches Verständnis für die Ziele und die Fördersystematik der EU unerlässlich.

Und genau hierbei hilft die Leiterin des Europe Direct Relais Rhein-Main, Sibylle Möller, weiter. Sie berät und recherchiert - auch für Kommunen und Vereine - nach passenden EU-Förderprogrammen und gibt Tipps zur programmübergreifenden EU-Fördersystematik.

Darüber hinaus organisiert das Europe Direct Relais Rhein-Main auch regelmäßig Veranstaltungen und Seminare, in denen dezidiert auf einzelne EU-Förderprogramme eingegangen wird. So beispielsweise am Dienstag, 11. Oktober 2011 ab 15 Uhr im Kreishaus. „Diesmal geht es um das Programm „Europa für Bürgerinnen und Bürger“, erklärt Sybille Möller. „Mit diesem Programm kann eine große Bandbreite von Aktivitäten finanziell unterstützt werden, die zu einer aktiven europäischen Bürgerschaft beitragen, wie Bürgerbegegnungen oder Netzwerkarbeit im Rahmen von Städtepartnerschaften. Aber nicht nur Kommunen und ihre Städtepartnerschaftsvereine können von diesem EU-Programm profitieren, auch Vereinen und Verbänden eröffnen sich hier Fördermöglichkeiten.“

Die aktuelle EU-Förderperiode läuft Ende 2013 aus. Danach beginnt der neue siebenjährige Förderzeitraum. Möller: „Hierfür werden bereits die Weichen im Rahmen der Debatten über den EU-Haushalt in Brüssel gestellt. Das Europe Direct Relais Rhein-Main verfolgt selbstverständlich die Diskussionen und wird darüber informieren, inwiefern sich Förderschwerpunkte und zu Verfügung stehende Mittel verändern. Rechtzeitig Informationen aus erster Hand zu bekommen, ist dabei ein großer Vorteil, sei es, um sich mit seiner Meinung in den Gesetzesprozess einzubringen oder Fördermittel erfolgreich zu akquirieren.“

Das ist auch der Grund, warum der Kreis Offenbach seine Europabeauftragte, Sibylle Möller, im Herbst für weitere vier Wochen nach Brüssel entsendet. Schon Anfang des Jahres hatte Möller für vier Wochen in Brüssel hospitiert. „Dadurch haben sich wertvolle Kontakte ergeben, die nicht nur uns, sondern auch den Kommunen und Vereinen im Kreis weiterhelfen“, so Quilling abschließend.

Die Europabeauftragte des Kreises Offenbach, Sibylle Möller, erreichen Sie telefonisch unter 06074/8180-3109. Weitere Informationen zur Europaarbeit des Kreises Offenbach und kommende Aktivitäten finden Sie auch im Netz unter www.kreis-offenbach.de/europa.

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