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Erste Flüchtlinge ziehen ein

von Familien-Blickpunkt.de am 12/12/2016 - 10:48 |

Themenfelder: Leben und Gesellschaft

Erste Flüchtlinge ziehen ein

Landrat und Kreisbeigeordneter schauen sich zuvor um

Kreis Offenbach - In der neuen Gemeinschaftsunterkunft in der Meisenstraße 13 im Neu-Isenburger Stadtteil Gravenbruch werden am 12. Dezember 2016 die ersten Flüchtlinge einziehen. Einige der künftigen Bewohnerinnen und Bewohner sind bereits seit einigen Monaten in Deutschland und haben Land und Leute schon kennengelernt. Sie waren bisher in der Unterkunft des Kreises in der Damaschkestraße in Dreieich-Sprendlingen untergebracht. Diese Einrichtung will der Kreis schließen. Vom kommenden Montag an werden diese Flüchtlinge sukzessive von Sprendlingen in die Meisenstraße nach Gravenbruch verlegt. In dem umgebauten Geschäftshaus, das der Kreis Offenbach angemietet hat, gibt es auf drei Etagen Raum für bis zu 72 Bewohner.

„Wir können die Flüchtlinge in unserer neuen Einrichtung Gravenbruch besser unterbringen. Die Zimmer sind nicht so beengt. Anders als in dem ehemaligen Schulgebäude in der Damaschkestraße können sie jetzt in einer Gemeinschaftsküche auch selbst kochen“, sagte Kreisbeigeordneter Carsten Müller beim Tag der offenen Tür in der Unterkunft, die von vielen interessierten Bürgerinnen und Bürgern besucht wurde.

Das Gebäude am Waldrand von Gravenbruch wurde bisher als Wohn- und Geschäftshaus genutzt. Nach dem Umbau und der Modernisierung stehen dem Kreis Offenbach in dem Haus künftig auf drei Etagen jeweils vier separate Wohneinheiten zur Verfügung. „Die unterschiedliche Größe der Räume ermöglicht uns eine hohe Flexibilität in der Unterbringung“, ergänzt Landrat Oliver Quilling. Einige Zimmer sind 30 Quadratmeter groß und für drei Personen geeignet, weitere Räume haben 40 bis 60 Quadratmeter. Dort können vier Leute beziehungsweise bis zu acht Personen einziehen.

Mit der sozialen Betreuung der Flüchtlinge, die aus Afghanistan, dem Iran, Irak, Pakistan und anderen Ländern vor Krieg, Terror und Verfolgung geflohen sind, hat der Kreis das Diakonische Werk Offenbach-Dreieich-Rodgau beauftragt. „Neben Neu-Isenburg arbeiten wir mit der Diakonie auch in Dreieich, Langen und Obertshausen gut zusammen. Die Fachleute des Diakonischen Werkes haben viel Erfahrung in der Flüchtlingsarbeit“, führt Sozialdezernent Carsten Müller aus. Die Flüchtlinge in den vier Kommunen werden von insgesamt knapp 20 Fachkräften des Diakonischen Werkes betreut.

Die Zahl der Zuwanderer, die das Regierungspräsidium dem Kreis jede Woche zuweist, ist nach der großen Welle im Herbst 2015 und Anfang des Jahres stark zurückgegangen. Im Moment kommen aus den Erstaufnahme-Einrichtungen des Landes Hessen pro Woche knapp 20 Flüchtlinge an. Im Februar und März des Jahres waren es noch ungefähr 100 Zuwanderer, die jede Woche vom Kreishaus aus auf die Kommunen verteilt wurden.

„Viele engagierte Isenburgerinnen und Isenburger, Kirchengemeinden und Vereine setzen sich seit dem Sommer 2015 dafür ein, dass Flüchtlinge in unserer Stadt ankommen können, notwendige Sachhilfe genauso wie persönliche Unterstützung erhalten, kümmern sich um Freizeitbeschäftigungen, Praktikumsplätze, Deutschunterricht und vieles andere mehr. Ich bin überzeugt, dieses Engagement wird sich auch in Gravenbruch fortsetzen. So können sich auch die neuen Bewohnerinnen und Bewohner der Meisenstraße 13 hier sehr wohlfühlen“, sagt Bürgermeister Herbert Hunkel.

Mit den hauptamtlichen Kräften der Diakonie zusammenarbeiten werden in Gravenbruch künftig auch Bürgerinnen und Bürger, die zur Nachbarschaftsinitiative „Mein Gravenbruch“ und zum Freundeskreis Flüchtlingshilfe Gravenbruch gehören. Die Gruppe lädt für Montag, 12. Dezember 2016, 17:00 Uhr, in die Kirchengemeinde St. Christoph zu einem Treffen ein, bei dem die künftigen Aufgaben besprochen und Angebote koordiniert werden sollen. „Ich freue mich, dass auch in Gravenbruch Bürgerinnen und Bürger die Flüchtlinge ehrenamtlich unterstützen wollen. Dieses Engagement, das aus der Mitte der Gesellschaft kommt, ist ein wesentlicher Beitrag zum Gelingen der Integration“, so Landrat Oliver Quilling.

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