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Glasfaser bis an jedes Haus und in jedes Gebäude

von Familien-Blickpunkt.de am 21/06/2021 - 14:54 |

Themenfelder: Leben und Gesellschaft

Glasfaser bis an jedes Haus und in jedes Gebäude

Gigabitregion FrankfurtRheinMain GmbH gegründet

Kreis Offenbach - Bis spätestens 2025 sollen alle Gewerbegebiete sowie die Hälfte aller Haushalte in der Region FrankfurtRheinMain mit einem Glasfaser-Internetzugang erschlossen sein, bis 2030 soll dies für 90 Prozent aller Haushalte gelten. So lautet das ehrgeizige Ziel der Gigabitregion FrankfurtRheinMain, welches nur durch ein konzertiertes regionales Vorgehen und in Kooperation mit Telekommunikations-(TK-)Unternehmen erreicht werden kann.

Aus diesem Grund haben am 2. Juni 2021 der Regionalverband FrankfurtRheinMain, die Landkreise Groß-Gerau, Hochtaunus, Main-Kinzig, Main-Taunus, Rheingau-Taunus und Wetterau sowie die Stadt Offenbach die Gigabitregion FrankfurtRheinMain GmbH gegründet. Der Kreis Bergstraße und der Landkreis Offenbach sowie die Stadt Wiesbaden werden der Gesellschaft in Kürze ebenfalls beitreten, dies haben die zuständigen Gremien bereits beschlossen.

Lebensqualität und gesellschaftliche Teilhabe aller Bevölkerungsgruppen hängen zunehmend von der digitalen Infrastruktur ab – das wurde nicht zuletzt in der Corona-Pandemie deutlich, die der Digitalisierung in allen Lebensbereichen einen enormen Schub gegeben hat. Das mobile Arbeiten, neue Mobilitätskonzepte oder das Internet der Dinge sind einige von vielen Entwicklungen, die neue Ansprüche an Qualität und Kapazität der Internetleitungen stellen. Auch für den 5G-Ausbau oder den Betrieb von Rechenzentren ist die Glasfaserleitung unerlässlich. Die durchschnittlich in der Region verfügbaren 50 Mbit/s werden den gewachsenen Anforderungen auf Dauer nicht gerecht.

Deshalb drängt der Ausbau mit echter Glasfaser bis an jedes Haus und Gebäude (Fibre to the Home/ Building – FTTH/B): Insbesondere in Metropolregionen wie FrankfurtRheinMain sind diese Highspeed-Leitungen mit unbegrenzter Kapazität ein entscheidender Standortfaktor, um sich im internationalen Wettbewerb der Regionen weiterhin behaupten zu können. Angesichts der begrenzten Ressourcen und (Tief-)Baukapazitäten der Telekommunikationsbranche, um die viele Regionen in Deutschland konkurrieren, mahnt der Direktor des Regionalverbands, Thomas Horn (CDU), keine Zeit zu verlieren: „Wir konkurrieren mit Metropolregionen wie München, Berlin, Paris und London. Wollen wir unsere Position in der Champions League halten, müssen wir alle Synergien zur Beschleunigung nutzen. Wir müssen uns jetzt die Kapazitäten der Privatwirtschaft sichern, um die gesamte Gigabitregion FrankfurtRheinMain möglichst schnell und kostengünstig mit Glasfaser zu versorgen.“

Insgesamt sollen rund 1,56 Millionen Haushalte sowie rund 640 Gewerbegebiete in der Region ausgebaut werden. Daran soll die Gigabitregion FrankfurtRheinMain GmbH gemeinsam mit ihren Gesellschaftern und den Kommunen der Region in Kooperation mit verschiedenen TK-Unternehmen sowie kommunalen Unternehmen und anderen Beteiligten arbeiten. Dabei können sie mit der Unterstützung des Landes Hessen rechnen: „Eine hochleistungsfähige Infrastruktur ist die unverzichtbare Voraussetzung für die Digitalisierung Hessens. Daher haben wir im Rahmen unserer Digitalstrategie ein besonderes Augenmerk auf den zügigen Ausbau der digitalen Netze, insbesondere für Schulen, Wirtschaft und vor allem im ländlichen Raum, gelegt. Als Hessische Landesregierung unterstützen wir zuverlässig den Ausbau und investieren mit insgesamt 270 Millionen Euro so viel Geld wie noch nie zuvor. Dass FrankfurtRheinMain als Motor der wirtschaftlichen Entwicklung in Hessen nun beim Breitbandausbau die Initiative ergreift, begrüßen wir sehr. Der Ansatz der Gigabitregion FrankfurtRheinMain, verschiedenste Akteure in den Prozess einzubinden, entspricht unserer Überzeugung, dass die Digitalisierung nur als Gemeinschaftsleistung vorangebracht werden kann“, betonte Hessens Digitalministerin Prof. Dr. Kristina Sinemus.

Die Telekommunikationsindustrie bevorzugt den Ausbau in großflächigen, mehrere Landkreise und Städte umfassenden Ausbauprogrammen. „Mit der jetzt gegründeten GmbH schaffen wir die passende regionale Umsetzungs-, Rechts- und Kooperationsstruktur, um die Gigabitregion FrankfurtRheinMain flächendeckend und beschleunigt umsetzen zu können“, sagt Susanna Caliendo, Abteilungsleiterin für Metropolregion, Regionalentwicklung und Europa beim Regionalverband.

„Die Gigabitregion FrankfurtRheinMain GmbH dient als zentrale Schnittstelle zwischen den TK-Unternehmen und den Gebietskörperschaften und wird die verschiedenen Stärken und Interessen zielgerichtet im Sinne der Region zusammenbringen. Den beteiligten Kommunen und Landkreisen wird sie zudem unterstützend und beratend zur Seite stehen, sei es im privatwirtschaftlichen oder im geförderten Ausbau“, so Caliendo, die aktuell im Namen der Gigabitregion FrankfurtRheinMain federführend über Kooperationsvereinbarungen mit ausgewählten TK-Unternehmen verhandelt.

Die Gigabitregion FrankfurtRheinMain GmbH wird als verfasstes Organ offiziell das gesamte Gebiet der Gigabitregion vertreten und die sich kurz vor Abschluss befindlichen Kooperationsvereinbarungen mit den TK-Unternehmen unterzeichnen. Sie wird offizieller Vertragspartner und zentraler Ansprechpartner für die TK-Unternehmen und Kommunen sein. Während der Ausbauaktivitäten ist die GmbH für das Prozess und Projektmanagement sowie das Projekt-Monitoring verantwortlich, überwacht die Qualitätssicherung und moderiert in Konfliktfällen.

Bis zur fachlichen Besetzung der Geschäftsführungsposition übernimmt die Präsidentin der Verbandskammer des Regionalverbandes, Iris Schröder (SPD), die Interims-Geschäftsführung der GmbH. „Als Vertreterin eines großen Teils der Gigabitregion FrankfurtRheinMain habe ich mich für diese Interimsfunktion gerne zur Verfügung gestellt, um dieses parteienübergreifende Projekt so schnell wie möglich in die Tat umsetzen zu können“, so Schröder.

Die GmbH wird neben dem Geschäftsführer voraussichtlich weitere fünf bis sieben Mitarbeiter haben. Sie wird über Zuzahlungen der Gesellschafter von rund einer Million Euro jährlich finanziert.

 

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