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Hertie-Stiftung unterstützt junge Migranten mit START-Stipendium

von Familien-Blickpunkt.de am 01/11/2012 - 10:37 |

Themenfelder: Beruf und Familie, Leben und Gesellschaft

Hertie-Stiftung unterstützt junge Migranten mit START-Stipendium

Kreis Offenbach - Vor zehn Jahren hat die gemeinnützige Hertie-Stiftung das Projekt START ins Leben gerufen, das es seit September 2003 auch im Kreis Offenbach gibt. „Ziel ist es", erläutert Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger das Projekt, „mittels eines Stipendiums den Einstieg ins Berufsleben von jungen, engagierten Zuwanderinnen und Zuwanderern zu unterstützen. An dieser gemeinschaftlichen Bildungsinitiative haben wir uns von Anfang an finanziell ebenfalls beteiligt, weil sie einen sinnvollen Beitrag zur Integration leistet." Jedes Stipendium wird mit pauschal 5.000 EUR pro Jahr unterstützt.

START-Stipendiaten können Schülerinnen und Schüler von der 8. bis zur 13. Klasse werden. Voraussetzungen sind gute bis sehr gute schulische Leistungen und gesellschaftliches Engagement. Die jungen Leute erhalten zunächst für ein Jahr ein Bildungsgeld von 100 Euro im Monat und einen Computer mit Internetanschluss. Eine Verlängerung des Stipendiums bis zum Abitur ist möglich und eigentlich die Regel. Darüber hinaus stehen je nach Leistung weitere Fördermittel von bis zu 500 Euro jährlich zur Verfügung. Außerdem gibt es Beratungsangebote im Bereich der Ausbildungsstudien und Lebensplanung, halbjährliche Bildungsseminare, Jahrestreffen der Stipendiaten und Kontakte zur Wirtschaft, Kooperationen mit Hochschulen und ein Ehemaligen-Netzwerk.

Bislang wurde das START-Stipendium bundesweit 900 Mal vergeben. In Hessen haben es 310 Jugendliche erhalten, davon haben mittlerweile 183 Abitur gemacht: Im Kreis Offenbach hat es insgesamt 33 Stipendiaten gegeben, aktuell sind es neun. Davon finanziert der Kreis derzeit zwei, insgesamt hat er die Kosten für neun Stipendien übernommen. „Unsere beiden ersten Stipendiaten haben bereits 2007 ihr Abitur absolviert und erfolgreich die ersten Schritte ins Berufsleben gemacht", führt Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger aus. Im Jahr 2010 konnte nur ein Stipendium an Madia Malik aus Dietzenbach vergeben werden. Bei allen anderen Bewerberinnen und Bewerbern waren die Aufnahmekriterien nicht erfüllt.

Zu den Stipendiaten gehört auch Betlihem Hadgembes, sie ist 16 Jahre alt und in Äthiopien geboren. Sie besuchte die Oberstufe der Goetheschule in Neu-Isenburg und hat einen aktuellen Notendurchschnitt von 1,75. Dennoch findet sie Zeit und engagiert sich sowohl in der Schule als auch für ihre Kirchengemeinde. Henok Worku ist 17 Jahre alt und besucht die elfte Klasse der Weibelfeldschule in Dreieich. Seine Eltern stammen ebenfalls aus Äthiopien. Er ist Klassensprecher und engagiert sich in der Jugendgruppe seiner Gemeinde. Ashna Elahis Heimatland ist Pakistan. Obwohl sie erst 2004 mit ihren Eltern einreiste, besucht sie erfolgreich die zwölfte Klasse der Weibelfeldschule. Sie ist als Lesescout aktiv und Mitglied in der Redaktion der Schülerzeitung. Auch Ahmed Idrees kommt aus Pakistan. Er engagiert sich als Schulsprecher der Max-Eyth-Schule und besucht die zwölfte Klasse. Er gehört außerdem dem Verwaltungsausschuss des Kreisjugendbildungswerks Offenbach an und beteiligt sich am freiwilligen Polizeidienst.

„Integration ist in einer internationalen Metropolregion unverzichtbar", erklären Landrat Oliver Quilling und Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger anschließend. „Mit Blick auf den demografischen Wandel werden gut ausgebildete Zuwanderinnen und Zuwanderer gesucht. Dabei, und das zeigen die Hertie-Stipendiaten eindrucksvoll, haben wir vor Ort bereits begabte junge Menschen mit internationalem Hintergrund, die wir fördern müssen. Hier leisten Initiativen wie die Hertie-Stiftung mit Ihrem START-Projekt einen wichtigen Beitrag. Und auch wir tragen im Rahmen des Möglichen dazu bei, die jungen Leute bei ihrem Start in eine erfolgreiche Karriere zu unterstützen."

www.familien-blickpunkt.de



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