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Kreis setzt sich für Ausbau des Schienenverkehrs ein

von Familien-Blickpunkt.de am 09/06/2017 - 10:18 |

Themenfelder: Leben und Gesellschaft

Kreis setzt sich für Ausbau des Schienenverkehrs ein

Mehr Verlässlichkeit auf ganzer Linie

Kreis Offenbach - Die perspektivische Weiterentwicklung des Schienenverkehrs sowie der Ausbau des Radwegenetzes sind zwei zentrale Ziele, die der Kreis Offenbach mit seinem erarbeiteten „Leitbild Mobilität“ umsetzen will. Beim 7. Mobilitätsforum im Kreishaus in Dietzenbach befassten sich jetzt rund 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Verkehr, Wirtschaft und Kommunen schwerpunktmäßig mit dem Thema Schiene. „Die erneut große Resonanz bei der Veranstaltung macht deutlich“, sagt Landrat Oliver Quilling, „welchen Stellenwert dieses Thema hat. Busse und Bahn sind die Verkehrsträger, die gerade im Ballungsraum eine tragende Rolle spielen. Veränderungen in diesem System bedürfen allerdings sehr sorgfältiger und langwieriger Planungen.“

„Wir haben im Kreis Offenbach mit insgesamt sechs S-Bahnlinien, der Dreieichbahn im West- und der Odenwaldbahn im Ostkreis ein hervorragend ausgebautes Schienennetz, das durch Busse bedarfsorientiert ergänzt wird. Dieses Angebot muss weiter ausgebaut werden, dazu gehört allerdings auch immer eine ganzheitliche Betrachtung. Außerdem erwarten die Bus- und Bahnkunden Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit, sei es in der Freizeit, auf dem Weg zur Schule oder zum Arbeitsplatz. Die aktuelle Garantieerklärung des Rhein-Main-Verkehrsverbundes, wonach Kunden unter bestimmten Voraussetzungen bei einer Verspätung von mehr als zehn Minuten ihr Geld für die Fahrkarte zurückbekommen, halte ich für einen richtigen Schritt“, sagt Claudia Jäger, Erste Kreisbeigeordnete des Kreises Offenbach und Aufsichtsratsvorsitzende der Kreisverkehrsgesellschaft (kvgOF).

Im Kreis Offenbach, wo fast jede der 13 Kommunen über einen S-Bahn-Anschluss verfügt, kommt dem Schienennetz eine fundamentale Aufgabe zu. Konkrete Ziele der Angebotsverbesserung auf der Schiene können nach Ansicht von Andreas Maatz, Geschäftsführer der kvgOF, vor allem durch die geplante Schienenverbindung Regionaltangente West bis zum Neubaugebiet Birkengewann in Neu-Isenburg und zum Bahnhof Dreieich-Buchschlag realisiert werden. Dazu gehört auch die optionale Verlängerung der Straßenbahnlinie 17 von Neu-Isenburg nach Sprendlingen. Bei diesem Projekt ist zu beachten, dass die Voraussetzungen für künftige Entwicklungen nicht verbaut werden. Zu einem attraktiveren ÖPNV-Angebot sollte unbedingt eine zusätzliche S-Bahnlinie aus dem Kreisgebiet über Offenbach Hauptbahnhof und Frankfurt-Südbahnhof bis zum Flughafen zählen. „Durchbindungen zum Frankfurter Hauptbahnhof sowie Taktergänzungen in Randzeiten und am Wochenende auf der Dreieichbahn können ebenfalls Verbesserungen bringen“, sagt Andreas Maatz.

Vor dem Hintergrund eines zu erwartenden Bevölkerungszuwachses im Kreis Offenbach von knapp 25.000 Einwohnern bis 2030 und der damit verbundenen höheren Verkehrsnachfrage insbesondere im ÖPNV gibt es Überlegungen für eine zusätzliche S-Bahnlinie. Sie könnte aus dem Kreis kommend über den Offenbacher Hauptbahnhof und Frankfurt Süd als mögliche Entlastungsstrecke für den S-Bahn-Tunnel in der Frankfurter City führen, eine sogenannte Süd-Tangente. Damit könnten auf den bestehenden Strecken Verspätungen und andere Unzulänglichkeiten umgehend eingedämmt und den Bahn-Nutzern eine weitere Alternative geboten werden.

Die Umfahrung des vollständig ausgelasteten Tunnels unter der Frankfurter City würde auf den S-Bahnen-Linien im Kreis Offenbach für Entspannung sorgen. Ein neuer Regionalhalt in Offenbach-Ost würde den Fahrgästen darüber hinaus im Störungsfall einen direkten Umstieg auf eine schnelle Regional-Express-Linie nach Frankfurt und zu den übrigen Zielen im Rhein-Main-Gebiet ermöglichen.

Optimiert werden soll ferner das Fahrplanangebot der Odenwaldbahn, das heißt engere Taktzeiten nach Hanau, Offenbach und Frankfurt. Darüber hinaus, so ein vorläufiges Fazit, muss daran gearbeitet werden, bestehende Tarifsprünge, bei einer Fahrt nach Frankfurt über Hanau abzumildern oder aufzuheben.

Mit Blick auf die langen Planungszeiten gerade beim Schienenverkehrs erlaubt sich der Geschäftsführer der kvgOF, Andreas Maatz, perspektivisch die Frage „Muss es immer die Schiene sein?“ Er präsentiert alternativ den „Bus Rapid Transit“. Hinter diesem straßengebundenen Verkehrsmittel steckt ein komfortabler Bus mit höheren Qualitätsstandards, der künftig von Ost nach West und an einigen Stellen auf einer eigenen Fahrspur quer durch den Kreis rollen könnte. Dazu gehören kurze Standzeiten an nur wenigen ausgewählten Haltestellen. Die Ampeln an großen Kreuzungen stehen immer auf Grün, das heißt freie Fahrt für den „Bus Rapid Transit“. Hier wäre die Einrichtung einer südlichen und nördlichen Magistrale vorstellbar, die eine zügige Querung des Kreisgebiets mit Anbindung an den Flughafen garantieren.

Zur Stärkung der Nahmobilität gehört natürlich auch der Ausbau des Wegenetzes für Fußgänger und Radfahrer. Dabei gilt Chancengleichheit für alle Verkehrsteilnehmer. Ein wichtiges Projekt ist der geplante Radschnellweg Darmstadt-Frankfurt, der im Westen des Kreises Offenbach durch vier Kommunen verlaufen wird. Auch der Bau von Radwegen zum Airport soll mehr Menschen dazu bringen, aufs Fahrrad umzusteigen. Ein attraktives Park&Ride sowie Bike&Ride Angebot, das die Gesellschaft für Integriertes Verkehrs- und Mobilitätsmanagement Region Frankfurt RheinMain (ivm GmbH) für den Kreis Offenbach entwickelt, trägt außerdem dazu bei, ein bequemes Umsteigen auf öffentliche Verkehrsmittel zu ermöglichen und den Individualverkehr zusätzlich zu entlasten.

„Beim Leitbild Mobilität ist tatsächlich vieles in Bewegung, und wir müssen alle systematisch daran weiterarbeiten, dass es in Bewegung bleibt“, erklärt Claudia Jäger abschließend, „wichtig ist es, unsere Region im Blick zu behalten, denn Verkehr macht nicht an den kommunalen Grenzen halt. Das wird besonders beim ÖPNV deutlich. Mit einer neuen Buslinie von Rodgau nach Aschaffenburg und zurück haben wir erst zum Ende des vergangenen Jahres ein Projekt auf den Weg gebracht, das sich überregional am Bedarf der Menschen ausrichtet. Die ersten Zahlen bestätigen das. Diesen Weg müssen wir weitergehen.“ „Ein gut funktionierendes Verkehrssystem bringt außerdem Pluspunkte für unseren Wirtschaftsstandort“, ergänzt Landrat Oliver Quilling, „und sorgt dafür, dass der Jobmotor im Kreis Offenbach gut läuft. Am Ende profitieren alle davon, da die Lebensqualität steigt.“

Weitere Informationen gibt es im Internet unter: www.leitbildmobilitaet.de/veranstaltungen/event/7-mobilitaetsforum-176/show/.

www.familien-blickpunkt.de



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