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Kultusministerin und Landrat besuchen Hessencampus

von Familien-Blickpunkt.de am 13/11/2012 - 17:52 |

Themenfelder: Beruf und Familie, Leben und Gesellschaft

Kultusministerin und Landrat besuchen Hessencampus

Kreis Offenbach - Kultusministerin Nicola Beer und Landrat Oliver Quilling verkündeten vergangene Woche im Zuge eines gemeinsamen Besuchs einen Konsens über die Weiterentwicklung des HESSENCAMPUS Dreieich: „Das Land und der Kreis Offenbach haben sich in der neu verhandelten Rahmenvereinbarung über den Aufbau von HESSENCAMPUS (HC) - Lebensbegleitendes Lernen die Aufgabe gestellt, in den beteiligten Regionen und im landesweiten Zusammenspiel eine funktionsfähige Grundstruktur dieses Verbundes weiterzuentwickeln, um die Bildungsbeteiligung von Erwachsenen zu verbessern sowie die Selbstständigkeit und Selbstverantwortung der beteiligten Bildungseinrichtungen sowie des HESSENCAMPUS Dreieich/Haus des Lebenslangen Lernens (HLL) insgesamt zu stärken" unterstrichen Nicola Beer und Oliver Quilling.

Inhaltlich neu bei der angestrebten Kooperationsvereinbarung, die in nächster Zeit unterschrieben werden soll, ist vor allem die Regelung, dass das Land insbesondere für die pädagogischen Aufgaben in HC eine halbe Lehrerstelle zur Verfügung stellt.

„Der HC Dreieich hat beim Aufbau der Zentren Lebenslangen Lernens eine Vorreiterrolle. Seine Besonderheit liegt vor allem in der engen Verbindung zum HLL - Campus und den damit verbundenen großen Kooperations- und Synergiemöglichkeiten. Die Institutionalisierung ist weit entwickelt. Daher verfolgen wir systematisch das Ziel, den Bildungsbeitrag des HLL für die Bürgerinnen und Bürger zu verbessern und zu steigern", so Quilling.

Das HLL vernetzt mit der Max-Eyth-Schule, der Volkshochschule des Kreises Offenbach und der Schule für Erwachsene im HLL bisher getrennte Bildungseinrichtungen und führt neue Aus- und Fortbildungseinrichtungen zu einer modernen Dienstleistung zusammen. Damit existiert am Standort der beruflichen Max-Eyth-Schule in Dreieich-Sprendlingen seit 2009 eine neue Campus-Generation mit umfassenden Synergieeffekten.

Ziel der Kooperation ist es,

die vorhandene plurale Weiterbildungslandschaft in der Region zu erweitern, um den Bürgerinnen und Bürgern zusätzliche gut erreichbare, hochwertige und niederschwellige Weiterbildungsangebote zu eröffnen.

die Qualität der bisher schon wahrgenommen Angebote im Rahmen der Funktionen der beruflichen Ausbildung, der Zweiten und Dritten Chance sowie des Nachholens von Schulabschlüssen durch Erwachsene und die Erwachsenenbildung und Weiterbildung zu verbessern.

eine höhere Effizienz und Effektivität der Bildungsangebote des öffentlichen Bereiches, unter anderem auch durch sinnvolle Bündelung von Ressourcen und Kompetenzen zu erreichen.

durch verstärkte Zusammenarbeit mit der regionalen Wirtschaft und der Arbeitsverwaltung einem Beitrag zur Fachkräftesicherung zu leisten.

Im Zuge ihres gemeinsamen Termins auf dem HESSENCAMPUS besuchten Staatsministerin Nicola Beer und Landrat Oliver Quilling auch die Innovative Produktionsschule im HLL in Dreieich, die mit dem Innovationspreis Berufliche Schule 2012 ausgezeichnet wurde. So bot sich die Gelegenheit sich ein Bild von der erfolgreichen Arbeit der Schule mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter von 16 bis 25 Jahre zu machen.

„Dies ist ein toller Preis und er zeigt, dass wir mit dem Konzept der Bündelung von außerschulischer Bildung im Haus des Lebenslangen Lernens in Dreieich auf dem richtigen Weg sind!", kommentierte Landrat Quilling die Auszeichnung der Schule.

Staatsministerin Nicola Beer: "Angesichts eines sich abzeichnenden Fachkräftemangels und in Kooperation mit Betrieben aus der Region hat die Max-von-Eyth Schule mit der „Innovativen Produktionsschule" ein überzeugendes Schulkonzept entwickelt und umgesetzt, das zu Recht prämiert wurde. Ich gratuliere zu diesem Erfolg und bin zuversichtlich, dass die Schule auch in Zukunft so nachhaltig arbeiten und junge Menschen in eine erfolgreiche berufliche Zukunft entlassen wird."

In der Tat sprechen die Zahlen für sich: So ist es allein im Schuljahr 2011/2012 gelungen, 47 von 61 Teilnehmenden in Ausbildung oder eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zu bringen. „Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und eines schon heute zu beobachtenden Fachkräftemangels, können wir es uns nicht erlauben, Talente ungefördert zu lassen. Mit der Innovativen Produktionsschule wollen wir denen eine zweite Chance geben, die über Fähigkeiten verfügen, die im normalen Schulalltag nicht zur Geltung kommen", ging Landrat Oliver Quilling auf den Grundgedanken der Produktionsschule ein.

Die Produktionsschule verbindet die Komponenten schulische Ausbildung und betreute Praktika in regionalen Betrieben. Die Teilnehmer lernen in einem streng praxisorientierten Umfeld. Innerhalb der Ausbildung werden reale Aufträge geplant und abgewickelt. Dank der guten Vernetzung der pädagogischen Arbeit mit Betrieben in der Region, kann eine ausreichende Menge an Praktikumsstellen zur Verfügung gestellt werden. Dabei gibt es neben handwerklichen Berufen auch solche im kaufmännischen und Dienstleistungsbereich. Neu hinzugekommen sind ab 2012 Stellen im Bereich der Gesundheits- und Altenpflege.

Die Stärken und Fähigkeiten der Jugendlichen stehen im Mittelpunkt des pädagogischen Konzeptes und werden durch fachlich qualifiziertes Personal gefördert und gelenkt. Zusätzlich besteht die Option, nach dem Abschluss nachträglich eine Ausbildung der Mittleren Reife zu erwerben. Individuelle Förderkonzepte sollen zudem den Übergang in Arbeit weiter unterstützen.

„Wir können es uns als Gesellschaft gar nicht mehr leisten, Menschen und ihre Talente einfach im Abseits zu lassen. Wir müssen ihnen klare Angebote machen, Alternativen aufzeigen und sie aus dem gesellschaftlichen Abseits herausholen", erklärte auch der Leiter der Produktionsschule, Wolf-Dieter Petri. „Und genau das ist der eigentliche Ansatz der Innovativen Produktionsschule: den Teilnehmenden werden neue Perspektiven eröffnet, ihre Potenziale zum Vorschein gebracht und die Kompetenzen weiterentwickelt. Die produktionsorientierte Verbindung von Arbeit und Lernen stabilisiert die Teilnehmenden, die vorher meist keine guten Erfahrungen im Schulsystem sammeln konnten und die erworbenen Arbeitstugenden legen den Grundstein für Chancen in Ausbildungs- und Arbeitsmarkt."

Ministerin Nicola Beer erklärte, dass es durch die Zusammenarbeit der Max-Eyth-Schule als Selbstständige Berufliche Schule und der Schule für Erwachsene im Haus des Lebenslangen Lernens seit 2008 ermöglicht werde, die Produktionsschule mit ihren praxisorientierten Methoden auch für junge Erwachsene zu öffnen. Zudem werde ein Wiedereinstieg in das Schulsystem eröffnet, da im Haus des Lebenslangen Lernens auch die Möglichkeit bestehe, den Realschulabschluss auf diesem Wege nachzuholen, so Beer weiter. Dies unterscheide die Innovative Produktionsschule am HESSENCAMPUS Dreieich auch von den anderen Produktionsschulen in Hessen.

www.familien-blickpunkt.de



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