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Paradies für die Natur

von Familien-Blickpunkt.de am 03/06/2016 - 09:51 |

Themenfelder: Leben und Gesellschaft

Paradies für die Natur

Quelle: Wikipedia

Hummeln und Schafe teilen sich den Gailenberg Mühlheim

Kreis Offenbach - Bereits seit gut einem Monat arbeiten sich die „weidenden Landschaftspflegerinnen“, rund 150 Schafe, der Schäferin Frau Mayer aus Babenhausen wieder auf der Streuobstkuppe des Mühlheimer Gailenberges voran. Neben dem wärmer werdenden Wetter und der Obstbaumblüte lockt auch diese Attraktion vermehrt erholungssuchende Spaziergänger und Radfahrer in das Gebiet. Mit den blütenreichen Wiesen, den vielen Jungbaumpflanzungen und den sanierten alten Obstbäumen präsentiert sich das Naturschutzgebiet als Augenweide und wunderschönes Ausflugsziel. Davon überzeugten sich Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger und die Erste Stadträtin der Stadt Mühlheim, Gudrun Monat, am Donnerstagvormittag bei einem gemeinsamen Termin vor Ort.

Neben dem Schafsauftrieb stellt ein aktuelles Projekt der örtlichen NABU-Gruppe zur Förderung von Hummeln und Wildbienen den Anlass für die Ortsbesichtigung dar: Unter der Hochspannungstrasse, die über den Gailenberg verläuft, hat die Firma Tennet, als Netzbetreiber, in Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde unerwünschte Amerikanische Traubenkirschen entfernt. Die Naturschutzbehörde hat anschließend die Rodung der Wurzeln veranlasst. Mit finanzieller Förderung durch den Kreis Offenbach hat der NABU Mühlheim im Frühjahr die freigelegte Fläche mit standortgerechtem, arten- und blütenreichem Regiosaatgut eingesät. Durch die Artenzusammensetzung soll daraus eine besonders attraktive Bienenweide werden. Der erste Austrieb der frischen Saat kann bereits bewundert werden.

„Wir bewahren eine einzigartige, ökologisch wertvolle Kulturlandschaft“, beschreibt die Umweltdezernentin das Gailenberg-Projekt. „Mit Hilfe des Schäferhandwerks, das leider hessenweit rückläufig ist, war es in den vergangenen Jahren möglich, eine ökologisch und ökonomisch nachhaltige Pflege dieses mit über 40 Hektar großflächigsten Streuobstgebietes im Kreis zu sichern.“

Seit gut 16 Jahren kümmert sich die Untere Naturschutzbehörde um die Instandsetzung und dauerhafte Pflege der Streuobstwiesen auf dem Mühlheimer Gailenberg und fördert weitere Akteure, die die ökologische Zielsetzung unterstützen. Gute Kontakte werden einerseits zu den Pächtern und noch aktiven Eigentümern der Grundstücke gepflegt, aber auch zu den aktiven Naturschutzverbänden. So finden mit der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald beispielsweise jährlich Pflanzaktionen statt. Auch mit dem Naturschutzbund gibt es zahlreiche Verbindungen. Beispiele sind eigene Streuobst-Pachtflächen, die Umweltpädagogik sowie das Waldrand- und Hummelprojekt. Weitere Partner sind die Imker und Landwirte.

Im vergangenen Jahr setzte sich der NABU mit großem Engagement auch für den notwendigen Schutz der jungen Obstbäume gegen Schafsverbiss ein, der regelmäßig erneuert werden muss, damit die notwendige Wiesenpflege nicht mit dem ebenso wichtigen Erhalt der Obstbäume in Konflikt gerät.

Interessierte können sich an den Kreis Offenbach, Fachdienst Umwelt, Untere Naturschutzbehörde wenden. Ansprechpartnerin für die Streuobstwiesenpflege ist Ulrike Schmittner, Telefon 06074/8180-4122. Sie berät auch über konkrete Angebote öffentlicher Fördermittel.

www.familien-blickpunkt.de



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