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„Qualifizierte Schulvorbereitung“: Modellstandorte stellen sich vor

von Familien-Blickpunkt.de am 08/05/2012 - 10:17 |

Themenfelder: Beruf und Familie, Leben und Gesellschaft

„Qualifizierte Schulvorbereitung“: Modellstandorte stellen sich vor

Wiesbaden (hsm) - Im Rahmen der Auftaktveranstaltung zur Qualifizierten Schulvorbereitung haben sich gestern die 30 ausgewählten Modellstandorte in Schloss Biebrich in Wiesbaden präsentiert. „Zusammen mit den hoch engagierten Verantwortlichen an den Standorten, deren überdurchschnittlicher Einsatz sich schon in den Bewerbungsunterlagen gezeigt hat, werden wir ab Mitte Juni die Qualifizierte Schulvorbereitung mit Qualifizierungsangeboten für die Fach- und Lehrkräfte an den Standorten starten“, betonten der Hessische Sozialminister Stefan Grüttner und die Hessische Kultusministerin Dorothea Henzler. Sie dankten den Fachkräften für Ihre Bereitschaft, sich durch die Teilnahme an dem bis 2014 laufenden und wissenschaftlich begleiteten Modellprojekt auf Pionierarbeit und zusätzliche Aufgaben in Iihrem pädagogischen Alltag einzulassen.

Schulvorbereitung diene nicht allein der Vorbereitung auf die Schule, sie sei eine umfassende Vorbereitung auf das Leben, betonte Grüttner. Laut bundesweiten Studien benötigten etwa 25 Prozent der Kinder besondere Unterstützung beim Übergang von der Kindertagesstätte in die Grundschule. „Die Qualifizierte Schulvorbereitung bietet den Fach- und Lehrkräften die Möglichkeit, gemeinsam mit den Familien die letzten beiden Kindergartenjahre mit alltagsintegrierten Bildungsangeboten zu gestalten und Hilfen für den wichtigen Übergang in die Schule zu geben.“

Zielgruppe sind Kinder, die noch zwei Kindergartenjahre bis zur Einschulung vor sich haben. So ist ausreichend Zeit, um Bildungsprozesse nachhaltig zu gestalten. Im Rahmen des Modellprojektes wird an den ausgewählten Standorten, die sich in nahezu allen hessischen Landkreisen befinden, 2012 und 2013 jeweils ein Jahrgang vierjähriger Kinder teilnehmen. An jedem Standort arbeiten mindestens eine Grundschule mit ein, zwei oder mehreren Kindertagesstätten als „Tandems“ zusammen. „Allein im ersten Jahr wird die Förderung etwa 1.200 Kinder erreichen“, erklärte Kultusministerin Henzler.

Vier Bereiche bilden bei der Qualifizierten Schulvorbereitung besondere Schwerpunkte:

• Förderung der sprachlichen Bildung und Entwicklung

• Bewegung und Motorik

• soziale Kompetenz und Lebenspraxis (Erwerb von Kulturtechniken)

• Stärkung der lernmethodischen Kompetenz (das Lernen lernen)

„Diese Basiskompetenzen stehen in einem engen Zusammenhang mit den Entwicklungs- und Lernerfolgen der Kinder“, erklärte Grüttner: „Im Fokus ist dabei immer das Kind, seine individuellen Potentiale, Stärken und Kompetenzen.“ Die fachliche Grundlage des Modellprojektes bildet neben dem Hessischen Bildungs- und Erziehungsplan für Kinder von 0-10 Jahren (BEP) ein Rahmenkonzept, in welchem die vier genannten Bereiche vertiefend erklärt und beschrieben werden.

Das Land honoriert den mit der Teilnahme an der Qualifizierten Schulvorbereitung verbundenen Mehraufwand im Rahmen des Modellprojektes. „Die beteiligten Einrichtungen leisten Pionierarbeit, von der am Ende des bis 2014 laufenden Projektes alle hessischen Einrichtungen profitieren werden. Daher erhalten die beteiligten Kindertageseinrichtungen für jedes teilnehmende Kind eine Förderpauschale von 300 Euro pro Jahr sowie einmalig 100 Euro für die Einschätzung des Entwicklungs- und Sprachstands des Kindes. Die jeweilige Grundschule erhält zusätzliche Lehrkraftstunden“, erläuterten der Sozialminister und die Kultusministerin. Insgesamt stellt das Land allein in diesem Jahr knapp 5 Millionen Euro zur Verfügung.

Die Fachkräfte werden gemeinsam mit der beteiligten Lehrkraft in einer insgesamt sechstägigen Fortbildung für ihre Aufgabe qualifiziert. Das Land stellt den Trägern der Kindertageseinrichtungen zusätzlich Mittel für eine Vertretungsregelung zur Verfügung. Die fachliche und wissenschaftliche Begleitung erfolgt durch das Staatsinstitut für Frühpädagogik (IFP), München, und das Institut für Kinder- und Jugendhilfe (IKJ), Mainz.

Für das bis 2014 laufende und wissenschaftlich begleitete Modellprojekt hatten hessische Kindertagesstätten und Grundschulen bis Mitte April Zeit gehabt, sich um eine Teilnahme zu bewerben. Eingegangen waren 60 Bewerbungen.

Internet: Nähere Informationen zur Qualifizierten Schulvorbereitung und die Liste der ausgewählten Standorte stehen unter www.qsv.hessen.de zur Verfügung.

www.familien-blickpunkt.de



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