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Richtig heizen mit Holz - Aber wie?

von Familien-Blickpunkt.de am 18/10/2012 - 18:05 |

Themenfelder: Leben und Gesellschaft

Richtig heizen mit Holz - Aber wie?

Quelle: Wikipedia

Kreis Offenbach - So langsam wird es draußen kälter – vor allem abends und nachts ist es schon ganz schön frisch. Der Fachdienst Umwelt der Kreisverwaltung Offenbach hat einige Tipps zum richtigen Verbrennen von Holz im Kamin oder Holzofen zusammengestellt. „Das Heizen mit Holz erfreut sich wegen seiner angenehmen Wärme und Atmosphäre immer größerer Beliebtheit, führte jedoch in den vergangenen Jahren immer wieder durch unsachgemäßen Betrieb zu Ärger mit betroffenen Nachbarn", so die Umweltdezernentin und Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger.

Vor allem das Verbrennen ungeeigneter Brennstoffe verursacht übermäßige Rauchentwicklung sowie die Bildung umweltbelastender Luftschadstoffe. Vermeiden lassen sich derartige Umweltbeeinträchtigungen durch die Verwendung der richtigen Materialien. Dazu gehören: Naturbelassenes Holz einschließlich der Rinde, beispielsweise in Form von Scheitholz, Hackschnitzeln, Reisig, Zapfen sowie Sägemehl, Spänen und Schleifstaub oder Rinde, Holzbriketts aus naturbelassenem Holz (entsprechend DIN 51731), oder vergleichbare Holzpellets oder andere Presslinge aus naturbelassenem Holz mit gleichwertiger Qualität.

Holzpresslinge mit Bindemittel aus Stärke, pflanzlichem Paraffin oder aus Melasse dürfen nur in Feuerungsanlagen mit einer Nennwärmeleistung über 15 Kilowatt eingesetzt werden; Braunkohlen und Steinkohlen, Koks und Briketts sowie Grill-Holzkohle, Grill-Holzkohlebriketts, unabhängig von der Feuerungsleistung des Ofens (jedoch nicht in offenen Kaminen), sofern sie nach Angaben des Herstellers für die Feuerungsanlage geeignet sind. Nicht zugelassen sind: Lackiertes, gestrichenes oder beschichtetes Holz, Sperrholz, Spanplatten und Faserplatten, mit Holzschutzmittel behandeltes Holz, Abfälle jeglicher Art. Auch frisch geschlagenes oder schlecht gelagertes Holz darf, solange es noch feucht ist, nicht verwendet werden.

Holz muss lufttrocken sein. Es darf nur verbrannt werden, wenn der Feuchtegehalt unter 25 Prozent liegt. Feuchtes Holz hat nur geringen Heizwert, qualmt stark, verrußt Ofen und Schornstein und belastet zudem die Umwelt. Bei optimaler Trocknung beträgt der Wasseranteil maximal 15 bis 20 Prozent. Dies dauert je nach Holzart etwa ein bis zwei Jahre. Erst dann ist das Holz zum Heizen geeignet.

Optimal Heizen bedeutet, öfter und dafür weniger Holz nachzulegen, um eine starke Rauchentwicklung zu vermeiden. Es muss beim Verbrennen immer genügend Luft zugeführt werden und eine gute Flamme entstehen. Eine unvollständige Verbrennung durch zu wenig Luft bewirkt ebenfalls eine starke Rauchentwicklung und führt zu hohem Schadstoffausstoß. Das Verbrennen ungeeigneter Brennstoffe oder Abfall wird als Ordnungswidrigkeit behandelt, die mit einer empfindlichen Geldbuße geahndet werden kann. Offene Kamine dürfen im Interesse der Umwelt und der betroffenen Nachbarn grundsätzlich nicht als Dauerheizung genutzt werden.

Mit der Novellierung der Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen (1.BImSchV) gelten für neue und wesentlich geänderte Anlagen neue Emissionsgrenzwerte und Ableitbedingungen für Abgase. So müssen die Austrittsöffnungen von Schornsteinen bei Feuerungsanlagen für feste Brennstoffe bis 50 Kilowatt, die nach dem 22. März 2010 errichtet oder wesentlich geändert wurden, in einem Umkreis von 15 Metern die Oberkanten von Lüftungsöffnungen, Fenstern oder Türen um mindestens ein Meter überragen.

Wer eine handbeschickte Feuerungsanlage für feste Brennstoffe neu in Betrieb nimmt, hat sich zukünftig hinsichtlich der sachgerechten Bedienung der Feuerungsanlage, der ordnungsgemäßen Lagerung des Brennstoffs sowie der Besonderheiten beim Umgang mit festen Brennstoffen von einer Schornsteinfegerin oder einem Schornsteinfeger im Zusammenhang mit anderen Schornsteinfegerarbeiten beraten zu lassen. Die aktuelle Fassung der 1.BImSchV kann auf der Homepage des Bundesministeriums der Justiz unter http://bundesrecht.juris.de/bimschv_1_2010/index.html abgerufen werden.

Auskünfte erteilt gerne der Bereich Immissionsschutz des Fachdienstes Umwelt: Ruth Hering, Telefon 06074/8180-4124, Birgit Klingler, Telefon 06074/8180-4120, Jürgen Pilz, Telefon 06074/8180-4112, Bernhard Plößer, Telefon 06074/8180-4116.

www.familien-blickpunkt.de



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