Magazin



Trotz Schuldenkrise: Arbeitsmarkt im Kreis entwickelt sich positiv

von www.Familien-Blickpunkt.de am 16/10/2011 - 16:14 |

Themenfelder: Beruf und Familie, Leben und Gesellschaft

Trotz Schuldenkrise: Arbeitsmarkt im Kreis entwickelt sich positiv

Kreis Offenbach - „Trotz Schuldenkrise und Dax-Turbulenzen: Der Arbeitsmarkt im Kreis Offenbach entwickelt sich positiv!“ Das betonten Landrat Oliver Quilling und Sozialdezernent Carsten Müller auf einer gemeinsamen Pressekonferenz am Dienstag. Laut Bundesagentur für Arbeit lag die Arbeitslosenquote im Kreis im September bei 5,7 Prozent. Zwölf Monate zuvor hatte sie noch bei 6,2 Prozent gelegen. Zum 30. September 2011 waren im Kreis laut BA nur noch 10.125 Personen arbeitslos gemeldet.

Hoch ist, nach wie vor, die Nachfrage nach Arbeitskräften in der Wirtschaft der Region. Mehr als 20 Prozent der Firmen suchten laut jüngster IHK-Umfrage zusätzliche Mitarbeiter. Auch die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten steigt - auf aktuell rund 102.500. Quilling: „Und nichts ist wichtiger für eine Gesellschaft der Sozialen Marktwirtschaft, als viele in das System einzahlende Beschäftigte. Hier sind wir als Kreis auf einem sehr guten Weg. In einigen Regionen Süddeutschlands herrscht heute praktisch schon Vollbeschäftigung. Ich bin daher fest überzeugt: eine annähernde Vollbeschäftigung ist auch bei uns im Kreis mittelfristig möglich.“

Der gute Arbeitsmarkt, die erhöhte Nachfrage nach Fachkräften und Auszubildenden geht auch bei der Vermittlung von Langzeitarbeitslosen nicht spurlos vorbei. „Insgesamt hat die kreiseigene Pro Arbeit die Zahl der Vermittlungen in den ersten Arbeitsmarkt im Vergleich zum Jahr 2010 bis Ende September 2011 um rund 7 Prozent steigern können“, erklärte Sozialdezernent Müller.

Dies ist insbesondere auf die guten Ergebnisse des Arbeitgeberservice, was die Ausbildungsplatzvermittlung betrifft und auf die gezielte Vermittlung mit Qualifizierung zurückzuführen. „Wir haben den Arbeitgeberservice Ende 2010 zudem um eine Stelle aufgestockt. Das zahlt sich jetzt aus“, so Müller.

Hinzu kommt: Bei vielen Unternehmen hat angesichts des demografischen Wandels ein Umdenken eingesetzt. Müller: „So wurden zuletzt in vielen Unternehmen Projekte für benachteiligte Azubis aufgelegt. Dabei wird aus den Erfahrungen der letzten Jahre wieder mehr Wert auf persönliche Vorstellungsgespräche gelegt und eine besondere Betreuung in der Ausbildungszeit durch Paten und Ausbilder vereinbart.“

In Kooperation mit den Unternehmen werden Jugendliche von dem Arbeitgeberservice des Kreises Offenbach für Berufe sensibilisiert und auf solch betreute Ausbildungsmodelle vorbereitet. Erfolgreiche Ausbildungsplatzvermittlungen konnten so unter anderem mit der Bahn AG, Provadis, Lidl oder der Fraport, um nur einige Namen zu nennen, realisiert werden.

„Die positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt, aber auch die zusätzliche Besetzung des Arbeitgeberservice mit einem Personalvermittler, speziell für die Ausbildungsplatzberatung und Ausbildungsplatzvermittlung, haben im Ergebnis zu besseren Eingliederungen in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt geführt“, machte Landrat Oliver Quilling deutlich. „Denn gezielte Beratung und gemeinsame Gespräche direkt vor Ort in den Unternehmen führen letztlich dazu, dass der Jugendliche eine Stelle findet die zu ihm passt und die ihn ausfüllt. Und das heißt auch, er wird auf Dauer vermittelt!“

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die verstärkte Nachfrage nach Fachkräften und speziell qualifizierten Arbeitskräften. Quilling: „So haben wir zuletzt vermehrt Lagerkräfte, Kraftfahrer, Busfahrer, Sicherheitskräfte, Pflegekräfte in direkter Kooperation mit den Unternehmen punktgenau auf eine Aufgabe geschult. Die Übernahme in einen festen Arbeitsvertrag ist hier zu fast 100 Prozent sicher!“

Gute Beispiele sind hier das Unternehmen Dachser, die Swiss Post, das DRK, die Johanniter, Wisskirchen, Alpina oder die Urberacher Busbetriebe.

Exemplarisch für die enge Zusammenarbeit von Arbeitgeberservice und Unternehmen ist die Kooperation mit der APS Airport Personal Service GmbH. „Mit dem Tochterunternehmen der Fraport haben wir seit 2006 eine sehr enge Kooperation“, sagte Müller. Mehr als 100 Vermittlungen in sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse sind bisher erfolgt. Allein 2011 fanden 10 Langzeitarbeitslose hier dauerhaft einen Job. Besonders vorbildlich: Die Lohnkostenzuschüsse werden von der APS für Qualifizierungen genutzt.

Seit Juli 2011 hat sich die Zusammenarbeit mit APS im Bereich Vermittlung benachteiligter Jugendlicher auch auf das Qualifizierungsprogramm „Jugendmobil“ erweitert. Jugendmobil ist ein Programm für Jugendliche, die bisher auf dem Arbeitsmarkt nicht integriert wurden. In Kooperation mit der Fraport AG Frankfurt Airport Services Worldwide werden Jugendliche hier im persönlichen Gespräch auf Herz und Nieren geprüft. Zehn Jugendliche pro Halbjahr werden für zwei Jahre bei der APS eingestellt. Müller: „Die Jugendlichen erhalten in dieser Zeit eine theoretische Ausbildung sowie Praxiserfahrung im Bereich Flugzeugabfertigung Gepäckservice, Ladeservice und Frachttransport. Sie werden in ihrem Arbeitsalltag zudem durch einen Ausbilder, einen Sozialarbeiter und durch einen Mitarbeiter aus den jeweiligen Einsatzfeldern unterstützt.“ Nach den zwei Jahren sind sie Flughafenarbeiter. Danach können die Jugendlichen je nach Voraussetzungen innerhalb von anderthalb Jahren eine Ausbildung in einem anerkannten IHK-Beruf ablegen.

„Das ist nicht der direkte Weg, doch es sind gerade diese Modelle, die auch schwierigen Jugendlichen einen Zugang in den ersten Arbeitsmarkt eröffnen. Und die Erfahrungen der vergangenen Jahre zeigen uns, dass es sich lohnt, diese ungewöhnlichen Wege zu gehen“, so Quilling und Müller abschließend.

Familien Blickpunkt



Kommentare


Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

*Name:
*E-Mail:
Website:
*Kommentar:
  Bitte geben Sie den Text, den Sie links im Bild sehen, in das Textfeld ein. Hierdurch werden automatische Kontaktanfragen verhindert.
Bild mit dem Bestätigungscode kann nicht angezeigt werden