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Auch im Kreis Offenbach richtet das Land in den kommenden Tagen eine Flüchtlingsunterkunft ein

von Familien-Blickpunkt.de am 04/09/2015 - 09:25 |

Themenfelder: Leben und Gesellschaft

Auch im Kreis Offenbach richtet das Land in den kommenden Tagen eine Flüchtlingsunterkunft ein

Kreis Offenbach - Auf Grund der hohen und weiter ansteigenden Flüchtlingszahlen hat das Hessische Sozialministerium den Kreis Offenbach kurzfristig informiert, dass auf Kreisgebiet aktuell eine Flüchtlingsunterkunft zur Entlastung der Hessischen Erstaufnahmeeinrichtungen geschaffen werden soll. Auf dem ehemaligen Gelände der Frankfurter Rundschau werden Teile der Hallen der ehemaligen Druckerei genutzt, um bis zu 700 Flüchtlinge unterzubringen. Der Standort wurde bereits mit Blick auf die bauliche Tauglichkeit überprüft. Auch mit Blick auf den Brandschutz ist alles in Ordnung. Das ehemalige Druckereigebäude ist zudem mit ausreichend Sanitäreinrichtungen ausgestattet, so dass es sich aus Sicht des Hessischen Innen- und Sozialministeriums, das anderswo auf Zelte setzen muss, besonders gut zur Unterbringung von Flüchtlingen eignet. „Ich bin dem Kreis Offenbach dankbar für diese Möglichkeit und auch dafür, dass wir hier nun kurzfristig Flüchtlingen ein echtes Dach über dem Kopf werden bieten können. Denn Zelte, die wir andernorts einsetzen, sollten immer nur eine Übergangslösung sein“, so der zuständige Minister für Soziales und Integration, Stefan Grüttner. Er betonte weiter, dass Hessen - wie alle anderen Bundesländer - nach der massiven Korrektur des Bundes bei der Prognose der Flüchtlingszahlen vor großen Herausforderungen stehe, die Bund, Land und Kommunen nur gemeinsam meistern können.

Das Land Hessen sorgt für den Betrieb der Einrichtung und dafür, dass die notwendige Ausstattung geliefert wird. Die Freiwilligen Feuerwehren und Hilfsorganisationen werden sich in den nächsten Tagen darum kümmern, die Räume einzurichten. Anfang der kommenden Woche werden die ersten Flüchtlinge erwartet. „Wir werden alle verfügbaren Kräfte mobilisieren, um die große Zahl der Flüchtlinge vorrübergehend bei uns aufnehmen zu können“, erklärt Bürgermeister Herbert Hunkel. „Nachdem wir bereits in der Vergangenheit so viel Unterstützung seitens der Bevölkerung erfahren haben, hoffe ich, dass wir darauf weiter bauen dürfen und können. Ich bin mir sicher, dass die Menschen in einer Stadt, die in besonderer Weise der Tradition der hugenottischen Flüchtlinge verpflichtet ist, hier die Neuankömmlinge herzlich empfängt.“

„Natürlich waren wir von der kurzfristigen Entscheidung des Ministeriums überrascht, wir haben in dieser Situation aber eine humanitäre Verpflichtung, den Menschen, die aus dem Krieg kommen zu helfen“, erklären Landrat Oliver Quilling und Kreisbeigeordneter Carsten Müller, „aber wir gehen davon aus, dass der wirtschaftlich starke und sehr international geprägte Standort Kreis Offenbach in der Lage ist, diese Herausforderung erfolgreich zu meistern. Dazu gehört, dass die Kreisverwaltung selbst derzeit über den Fachdienst Gefahrenabwehr- und Gesundheitszentrum die Arbeit des Landes unterstützen wird. Hier könnte aber noch Hilfe von Honorarärzten gebraucht werden, die sich an der Durchführung der Erstuntersuchungen beteiligen. Dazu gehört aber ebenso die Solidarität der übrigen 12 kreisangehörigen Kommunen, die jetzt mehr Flüchtlinge aufnehmen müssen, weil wir vor dem Hintergrund der Ersteinrichtung seitens des Kreises keine Zuweisungen mehr an Neu-Isenburg vornehmen werden.“

Die politischen Gremien in Stadt und Kreis werden aktuell informiert.

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