Magazin

„Das bisschen Haushalt…“

von Familien-Blickpunkt.de am 12/02/2012 - 12:50 |

Themenfelder: Beruf und Familie, Leben und Gesellschaft

„Das bisschen Haushalt…“

Wiesbaden (hsm) - Die Landesregierung will das Angebot an familienunterstützenden Dienstleistungen in Hessen ausbauen, um Müttern und Vätern die Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Pflege zu erleichtern und älteren Menschen ein selbstbestimmtes Leben in der eigenen Häuslichkeit zu ermöglichen. Als Anreiz und zur Motivation für Aktivitäten in den hessischen Regionen startete das Sozialministerium heute zusammen mit der hessenstiftung – familie hat zukunft den Landeswettbewerb „Familienunterstützende Dienstleistungen“, der sich an die Kommunen richtet.

Gesucht werden Modelle zur Entwicklung und Verankerung lokaler Dienstleistungsangebote, die über eine Anlaufstelle allen interessierten Familien zugänglich sind. „Es gibt einen steigenden Bedarf an familienunterstützenden Dienstleistungen, der vielerorts nicht gedeckt werden kann. Zunehmend suchen erwerbstätige Eltern, aber auch viele ältere Menschen diese Unterstützung, um den Alltag managen zu können. Aber Angebote und Fördermöglichkeiten sind zu wenig bekannt. Es fehlen koordinierende Stellen, die Familien mit Nachfrage und Arbeitskräfte zusammen bringen“, erklärte Petra Müller-Klepper, Staatssekretärin im Hessischen Sozialministerium, beim Auftakt des Wettbewerbs in Wiesbaden. „Es geht um Entlastung durch konkrete Hilfestellung, die sich die Familien auch leisten können. Hierbei sollen auch lokale Unternehmen als aktive Partner für den Auf- und Ausbau einer familienfreundlichen Infrastruktur vor Ort gewonnen werden“, erläuterte Petra Müller-Klepper. Angedacht ist auch die Kombination mit einer beruflichen Qualifizierung von Kräften im Bereich haushaltsnaher Dienstleistungen, die auf diese Weise in den Arbeitsmarkt integriert werden sollen.

Der Wettbewerb richtet sich an alle hessischen Kommunen, die Ideen für den Aufbau eines familienunterstützenden Dienstleistungsangebotes für Familien haben. Die Auswahl der Preisträger-Kommune erfolgt durch eine Jury, die aus Vertretern der Wirtschaft, des Landes, der kommunalen Spitzenverbände und der Hessenstiftung besteht. Als Anschub für das Vorhaben ist ein Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro ausgelobt. „Das Preisgeld war es der Stiftung wert, um Erwerbstätigen Unterstützung zukommen zu lassen, die sich um Kinder oder Angehörige kümmern“, unterstrich Ulrich Kuther als Geschäftsführer der hessenstiftung – familie hat zukunft. „Nicht selten verbringen diese genauso viel Zeit mit Hausarbeit und Organisation wie mit ihren Kindern und Angehörigen selbst. Dieses Missverhältnis zu verändern, darin liegt ein Potenzial für Familien wie für Arbeitgeber.“

Darüber hinaus wird die Kommune, die den Landeswettbewerb gewinnt, für zwei Jahre bei der Projektumsetzung durch eine fachliche Prozessbegleitung unterstützt. „Wir unterstützen die Kommune zum einen durch individuell abrufbare Beratertage und zum anderen geben wir Hilfen für die Selbstevaluation und Dokumentation des Projektverlaufs“, führte Ludger Stallmann vom Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik e.V. aus, das die Prozessbegleitung durchführen wird.

Gespannt blicken die Initiatoren auf die Ideen, die aus den Kommunen bis Ende April eingereicht werden können. Ob eher die Angebotsseite der familienunterstützenden Dienstleistungen durch den Aufbau einer Dienstleistungszentrale gestärkt oder eher die Nachfrageseite in Zusammenarbeit mit Unternehmen unterstützt wird – etwa über ein Gutscheinsystem, das wird der Landeswettbewerb in seinem Verlauf zeigen. Nach zwei Jahren des Testlaufs in der Gewinner-Kommune werden alle anderen an deren Erfahrungen teilhaben können.

Für den Landeswettbewerb werden unter „Familienunterstützende Dienstleistungen“ all jene Dienste gefasst, die Familie entlasten, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtern und aus dem Familienbereich nach außen delegiert werden können. Eine von der Hessen-Agentur 2008 durchgeführte repräsentative Umfrage hat gezeigt, dass die klassischen haushaltsnahen Dienstleistungen (Dienste im und rund um Wohnung oder Haus) von 440.000 Haushalten, also 15,2 Prozent, in Anspruch genommen werden. Damit ist der klassische Kernbereich der haushaltsnahen Dienstleistungen wesentlich verbreiteter, als es die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigen vermuten lässt. Nach Berechnungen verschiedener Szenarien entspricht allein die Nachfrage, die für Hessen bei Dienstleistungen im Haus wie Putzen, Waschen oder Kochen festgestellt worden ist, einem Beschäftigungspotential von rund 40.000 Vollzeitkräften. Es gibt ein Potential an neuen Kunden von gut 770.000 Haushalten, so die Studie der Hessen-Agentur.

2010 hatten die hessenstiftung – familie hat zukunft und das Hessische Sozialministerium in ihrer Kongressreihe „Dialog Beruf & Familie in Hessen“ die Familienunterstützenden Dienstleistungen thematisiert. Ein Förderzweck der Hessenstiftung ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die mit dem Landeswettbewerb weiter erleichtert werden soll.

Mehr Informationen gibt es im Internet unter www.hessenstiftung.de.

Familien-Blickpunkt.de



Kommentare


Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

*Name:
*E-Mail:
Website:
*Kommentar:
  Bitte geben Sie den Text, den Sie links im Bild sehen, in das Textfeld ein. Hierdurch werden automatische Kontaktanfragen verhindert.
Bild mit dem Bestätigungscode kann nicht angezeigt werden