Magazin

Ihr Wille gilt – auch wenn sie ihn nicht mehr äußern können

von Familien-Blickpunkt.de am 18/09/2011 - 11:31 |

Themenfelder: Beruf und Familie, Leben und Gesellschaft

Ihr Wille gilt – auch wenn sie ihn nicht mehr äußern können

Parlamentarischer Abend der Berufsbetreuerinnen und Berufsbetreuer – Staatssekretärin Petra Müller-Klepper: „Rechtzeitig Gedanken machen - selbstbestimmt in die letzte Lebensphase".

Wiesbaden (hsm) - Petra Müller-Klepper, Staatssekretärin im Hessischen Sozialministerium, hat dazu aufgerufen, sich rechtzeitig damit auseinanderzusetzen, eines Tages vielleicht entscheidungsunfähig zu sein und seinen Willen nicht mehr äußern zu können. Anlässlich des Parlamentarischen Abends des Bundesverbandes der Berufsbetreuerinnen und Berufsbetreuer in Wiesbaden sagte sie: „Es gibt Fragen, mit denen sich Menschen naturgemäß nicht gerne beschäftigen. Doch was passiert, wenn jemand durch einen Unfall, einer Krankheit oder wegen seines Alters nicht mehr in der Lage ist, seine persönlichen Angelegenheiten zu regeln? Für den Fall eigener Entscheidungsunfähigkeit sollte jeder gut vorbereitet sein, damit dann seine persönlichen Wünsche, Vorstellungen und Überzeugungen respektiert werden“.

Durch Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung oder Patientenverfügung könne jedermann rechtzeitig Vorsorge treffen. Liege keine Vorsorgevollmacht vor, könne das Amtsgericht einen rechtlichen Betreuer bestellen. In ca. 62 Prozent der Fälle übernähmen Familienmitglieder die Betreuung. Stünden keine ehrenamtlichen Betreuerinnen und Betreuer zur Verfügung, sei es wichtig, dass die Betreuungsgerichte auf gut qualifizierte Berufsbetreuerinnen und Berufsbetreuer zurückgreifen könnten.

Bei der ehrenamtlichen Betreuung leisteten insbesondere die Betreuungsvereine wichtige Arbeit. Neben der Wahrnehmung von Betreuungen sei es Aufgabe der Vereine, ehrenamtliche Betreuer zu gewinnen, sie in ihre Aufgabe einzuführen, zu beraten und fortzubilden sowie über Vorsorgevollmachten und Betreuungsverfügungen zu informieren.

Engagement im Bereich der rechtlichen Betreuung erfordert nach den Worten der Staatssekretärin ein hohes Maß an persönlichem Einsatz und sozialer Kompetenz. Darüber hinaus seien umfangreiche sozialrechtliche Kenntnisse zur gezielten Einzelfallhilfe häufig unabdingbar. ”Die Leistung, die durch dieses Engagement erbracht wird, verdient hohe Wertschätzung und stellt einen wichtigen Beitrag zur Sicherung eines menschenwürdigen Daseins in unserem Sozialstaat dar”.

Der Landesregierung liege besonders am Herzen, die ehrenamtlichen Betreuer qualifiziert auf diese Aufgabe vorzubereiten und ihnen die notwendige Beratung, Begleitung und Unterstützung zukommen zu lassen. ”Denn nur dort, wo tragfähige und verlässliche Bedingungen für das persönliche Engagement vorhanden sind, werden Mitbürger langfristig bereit sein, diese anspruchsvolle Aufgabe zu übernehmen”, betonte Petra Müller-Klepper.

Informationen, Hilfestellung und Kontaktadressen für Bürger, die sich nicht sicher sind, wie sie eine Vorsorgevollmacht, eine Betreuungsverfügung oder eine Patientenverfügung abfassen sollen, gibt’s in der Broschüre „Betreuungsrecht“ des Hessischen Sozialministeriums und des Hessischen Ministeriums der Justiz, für Integration und Europa. Die Broschüre gibt es kostenlos unter [email protected] oder 0611-8173301.

Familien Blickpunkt



Kommentare


Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

*Name:
*E-Mail:
Website:
*Kommentar:
  Bitte geben Sie den Text, den Sie links im Bild sehen, in das Textfeld ein. Hierdurch werden automatische Kontaktanfragen verhindert.
Bild mit dem Bestätigungscode kann nicht angezeigt werden