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Land sichert Vorbereitungskurse für künftige Erzieherinnen und Erzieher mit Migrationshintergrund

von Familien-Blickpunkt.de am 23/12/2011 - 14:16 |

Themenfelder: Beruf und Familie, Leben und Gesellschaft

Land sichert Vorbereitungskurse für künftige Erzieherinnen und Erzieher mit Migrationshintergrund

Wiesbaden (hsm) - Das Land Hessen ermöglicht 25 Zuwanderinnen und Zuwanderern die Teilnahme an dem Programm „Akademiker/innen qualifizieren sich für den Arbeitsmarkt“ (AQUA) und leistet so rasche und unbürokratische Unterstützung. Der Hessische Sozialminister Stefan Grüttner teilte in Wiesbaden mit: „Das Hessische Sozialministerium übernimmt die Kosten für den Sprachkurs. Ohne den Einsatz des Landes wäre das Projekt in Hessen gescheitert, da der Bund sich aus der Finanzierung zurückgezogen hat.“

Im Rahmen des von der Otto Benecke Stiftung e.V. durchgeführten Programms AQUA wird in drei Bundesländern – Hessen, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg – eine Weiterbildungsmöglichkeit für zugewanderte arbeitslose Pädagoginnen und Pädagogen angeboten, die eigentlich durch Bundesförderung finanziert hätte werden sollen. Ziel des Programms ist das erfolgreiche Bestehen der Prüfungen zur staatlich anerkannten Erzieherin beziehungsweise zum staatlich anerkannten Erzieher, um im Anschluss daran in Kinder- und Jugendeinrichtungen arbeiten zu können. In Hessen wurde eine Kooperation für das Projekt mit der Alice-Eleonoren-Schule in Darmstadt durch das Hessische Kultusministerium in die Wege geleitet. „Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben in ihrem Heimatland meist ein Studium im pädagogischen Bereich (Lehramt) absolviert, verfügen über Deutschkenntnisse, die jedoch für die pädagogischen Aufgaben im Bildungs- und Erziehungsbereich vertieft werden müssen“, erklärte der Minister. Das Angebot soll vor allem die Lese- und Schreibkompetenz, das Sprach- und Hörvermögen sowie das Textverständnis der Studierenden fördern. Im Rahmen eines handlungsorientierten Sprachunterrichtes sollen die individuellen Fähigkeiten weiter entwickelt werden. Der Unterricht findet als Intensivkurs in den Monaten Dezember und Januar mit 24 Stunden in der Woche und als Begleitunterricht von Februar 2012 bis Juni 2012 mit 6 Stunden in der Woche statt.

„Da die Bundesförderung für das Programm ausgefallen ist, haben wir uns dazu entschlossen, bis zur Sicherstellung der bundesfinanzierten Förderung die Durchführung des Projekts sicher zu stellen. Daher haben wir die Förderung für die Sprachkurse übernommen und stellen so eine Weiterqualifizierung angehender Erzieherinnen und Erzieher sicher“, unterstrich Grüttner. „So gehen wir gerade in dem wichtigen Zukunftsfeld Kinderbetreuung auch unbürokratische Wege, wenn wir so die Möglichkeit eröffnen können, mehr Menschen für diesen wertvollen Beruf zu begeistern.“

Ab Februar 2012 beginnt für die angehenden Erzieherinnen und Erzieher die theoretische Weiterbildung. Hierzu wird an fünf Tagen in der Woche Unterricht in der Fachschule für Sozialpädagogik der Alice-Eleonoren-Schule in Darmstadt angeboten. Daran schließt sich ein einjähriges Berufspraktikum an. Danach stehen die Absolventinnen und Absolventen des Lehrgangs dem Arbeitsmarkt voll zur Verfügung. „Wir rechnen damit, dass die angehenden Erzieherinnen und Erzieher die interkulturelle pädagogische Arbeit in den Einrichtungen bereichern können“, erklärte Grüttner. „Sie können vor allem Kinder mit Migrationshintergrund darin unterstützen, Deutsch als Zweitsprache zu lernen und dabei helfen, den Integrationsprozess zu bewältigen.“ Mehr Infos im Internet unter www.obs-ev.de/aqua/.

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