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Kein Fortschritt bei Beseitigung der Lohnungleichheit in Hessen

von Familien-Blickpunkt.de am 19/07/2011 - 12:08 |

Themenfelder: Beruf und Familie, Leben und Gesellschaft

Kein Fortschritt bei Beseitigung der Lohnungleichheit in Hessen

Staatssekretärin Petra Müller-Klepper zum Gender-Bericht der Regionaldirektion Hessen.

Wiesbaden. Bei der Beseitigung der Lohnungleichheit zwischen Männern und Frauen in Hessen ist seit zehn Jahren kaum Fortschritt zu verzeichnen. Diese Stagnation, die der aktuelle Gender-Bericht dokumentiert, den die Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit in Frankfurt vorgestellt hat, hat die Staatsekretärin im Hessischen Sozialministerium, Petra Müller-Klepper,als „nicht länger hinnehmbar“ bezeichnet.. „Frauen in Hessen verdienen im Durchschnitt 20 Prozent weniger als Männer. Innerhalb der letzten zehn Jahre gab es nur eine leichte Verbesserung um 0,3 Prozentpunkte. Diese gravierende Lohnlücke muss endlich geschlossen werden “, sagte die Staatssekretärin.

In nahezu allen Berufen und auf allen Qualifikationsstufen würden Frauen schlechter bezahlt als Männer. Die Bewertung von Arbeit müsse sich endlich an der Leistung und nicht am Geschlecht orientieren, betonte Petra Müller-Klepper. Der Grundsatz des gleichen Entgelts von Männern und Frauen sei schon seit Jahrzehnten rechtlich verankert und endlich in die Tat umzusetzen. „Chancengleichheit muss sich auch in der Bezahlung widerspiegeln“, unterstrich die Staatssekretärin.

Sozialpartner, Politik und gesellschaftliche Kräfte müssten gemeinsam daran arbeiten, die rechtlich verankerte Entgeltgleichheit zwischen Männern und Frauen künftig endlich in die Tat umzusetzen. Für die Landesregierung sei die Bekämpfung der Entgeltungleichheit ein Schwerpunktthema im Rahmen ihrer Aktivitäten, Frauen bessere Beschäftigungsmöglichkeiten zu eröffnen. Aber auch die Wirtschaft sei gefragt, betonte Petra Müller-Klepper: „Die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen im Erwerbsleben ist nicht nur ein Gebot der Gerechtigkeit, sondern auch der wirtschaftlichen Vernunft. Es wird umfassend in die Bildung und Ausbildung von Frauen investiert, anschließend dieses Potenzial aber nicht ausreichend genutzt.“ Um den nach wie vor bestehenden Ungleichheiten entgegen zu wirken, forderte die Staatssekretärin die hessischen Unternehmen auf, den Lohntest „Logib-D“ zu nutzen, der speziell dafür entwickelt wurde, verdeckte Entgeltunterschiede zwischen Frauen und Männern zu identifizieren.

Die Gründe für die Lohnlücke seien vielfältig. „Frauen übernehmen immer noch mehrheitlich die unbezahlte Arbeit in der Familie und sind dadurch häufiger teilzeitbeschäftigt als Männer. Durchschnittlich werden jedoch Teilzeitstellen, bezogen auf den Bruttostundenlohn, schlechter bezahlt als Vollzeit-Arbeitsplätze“, erläuterte Petra Müller-Klepper. Fehlende Aufstiegschancen und der immer noch aktuelle Trend der geschlechtstypischen Berufswahl seien weitere Faktoren. „Immerhin die Hälfte aller jungen Frauen entscheidet sich nach wie vor für die fünf ‚klassischen‘, und vergleichsweise schlecht bezahlten, Frauenberufe: Bürofachkraft, Arzthelferin, Friseurin, Verkäuferin und Kauffrau“, so die Staatssekretärin. Besonders ungerecht sei es jedoch, wenn bei gleicher Qualifikation und gleichen Rahmenbedingungen Frauen für die gleiche Arbeit schlechter bezahlt würden als ihre männlichen Kollegen.



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