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Kreis Offenbach hilft der Knoblauchkröte auf die Sprünge

von Familien-Blickpunkt.de am 26/07/2018 - 11:15 |

Themenfelder: Freizeitgestaltung, Leben und Gesellschaft

Kreis Offenbach hilft der Knoblauchkröte auf die Sprünge

In einem Rodgauer Biotop wurde der Lebensraum für gefährdete Amphibien verbessert 

Kreis Offenbach - In der Feldgemarkung „Im Lettloch“ östlich des Rodgauer Stadtteils Dudenhofen ist ein attraktiveres Zuhause für eine vom Aussterben bedrohte Amphibienart geschaffen worden. Die von der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Offenbach initiierte Metamorphose vom einfachen Tümpel zum Biotop sorgt dafür, dass sich die in ihrem Bestand gefährdete Knoblauchkröte dort wieder wohlfühlen kann.

„Mit dem kleinen Teich als Laichgewässer und dem sandigen Boden finden die Amphibien hier jetzt einen idealen Lebensraum, in dem sie sich weitgehend ungefährdet vermehren können“, sagte Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger am Dienstag bei einem Besuch des Teiches.

„Dass hier ein ökologisch wertvolles Areal entstehen konnte, ist ein Gemeinschaftswerk vieler Akteure, denen der Umweltschutz am Herzen liegt“, so Claudia Jäger. „Ich danke allen Beteiligten für ihr Engagement. Sie haben dafür gesorgt, dass ein Stück Natur und gefährdete Tiere geschützt werden. Der Kreis Offenbach verfügt bereits über 33 Naturschutzgebiete mit einer Gesamtfläche von rund 1.500 Hektar, doch im Umweltschutz zählt wie hier Im Lettloch jedes noch so kleine Biotop“, so Claudia Jäger.

Tümpel und Tiere konnten sich in dieser Rodgauer Gemarkung gut entwickeln, da die Stadt im Rahmen ihres Biotopvernetzungsplanes bereits 2003 ein Laichgewässer angelegt hatte. In dem umliegenden Grünland ist seitdem ausschließlich eine extensive Nutzung ohne Düngung erlaubt, was die Amphibien, die bei Gefahr ein nach Knoblauch riechendes Sekret absondern, weniger gefährdet.

Pelobates fuscus, so der lateinische Name der wärmeliebenden Knoblauchkröte, rückte dann 2016 noch stärker in den Fokus der Naturschützer, als ein Gewässerökologe dort die Larven, das heißt Kaulquappen der Kröte entdeckte. Die Stadt Rodgau erarbeitete dann ein Konzept zur Förderung dieser Amphibienart, die schon 2007 zum Froschkönig avancierte, als sie zum Lurch des Jahres gekrönt wurde. Geschützt ist die Kröte auch nach den Flora-Fauna-Habitat-Richtlinien der EU. Das Land Hessen unterstützt ebenso den Erhalt des Lebensraumes dieser Amphibien. „Bauern, die bei der Bewirtschaftung ihrer im Umfeld der Laichgewässer liegenden Felder auf die Knoblauchkröte achten, erhalten eine finanzielle Förderung beziehungsweise Entschädigung“, hob Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger hervor.

Einen wichtigen Beitrag zur Optimierung des Tümpels leisteten die benachbarten Rodgauer Baustoffwerke, in deren Eigenturm sich das Biotop mit den tonhaltigen Bodenschichten befindet. Das Unternehmen musste 2017 aufgrund von baulichen Erweiterungen mit Flächenversiegelung auf dem Betriebsgelände eine naturschutzrechtliche Ausgleichsmaßnahme realisieren. In Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde sorgte Rudolf Dombrink, Geschäftsführer der Rodgauer Baustoffwerke GmbH & Co KG, dafür, dass das Areal ökologisch aufgewertet werden konnte.

Der Kreis half den Kröten dann weiter auf die Sprünge. Das Gewässer wurde im Spätherbst vergangenen Jahres von störenden Gehölzen freigeräumt und leicht vergrößert, so dass Flora und Fauna einen Platz an der Sonne haben. Um Flurschäden zu vermeiden, haben Fachleute Anfang Juli während der Trockenphase Wurzelstöcke ausgegraben und an den Rand des Wassers gelegt, um den Amphibien Versteckmöglichkeiten zu bieten. Der ausgebuddelte sandige Boden blieb ebenfalls rundum am Ufer liegen, damit die Knoblauchkröte sich künftig so verhalten kann, wie sie es am liebsten mag: Tagsüber eingegraben relaxen und nachts aktiv werden.

Foto: Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger, Rudolf Dombrink (links), Geschäftsführer der Rodgauer Baustoffwerke sowie Dr. Stephen Volkmann, Geologe bei den Baustoffwerken, haben sich in der tropischen Sommerhitze das neue Biotop für die Knoblauchkröte angesehen.

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