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Sicherheit der Patienten steht an erster Stelle

von Familien-Blickpunkt.de am 13/03/2011 - 17:16 |

Themenfelder: Beruf und Familie, Leben und Gesellschaft

Sicherheit der Patienten steht an erster Stelle

Wiesbaden. Der Hessische Sozialminister Stefan Grüttner hat die hessischen Krankenhausbetreiber dazu aufgerufen, ihrer Verantwortung gerecht zu werden, die sie für die Hygiene in ihren Häusern tragen. „Die jüngsten hygienischen Mängel im Aufbereitungsprozess von Medizinprodukten an hessischen Kliniken haben deutlich gezeigt, dass hier Verbesserungsbedarf besteht“, erklärte Grüttner in Wiesbaden anlässlich eines Gesprächs mit Vertretern der kommunalen Spitzenverbände, der Hessischen Krankenhausgesellschaft und der Gesundheitsbehörden, zu dem der Sozialminister geladen hatte. „Die gesetzlichen Bestimmungen und Empfehlungen liegen vor“, betonte der Sozialminister. Die Sicherheit der Patienten stehe für alle Beteiligten stets an erster Stelle: „Die Hessischen Gesundheitsbehörden werden die Krankenhaushygiene in der nächsten Zeit über die üblichen Kontrollen hinaus zu einem Schwerpunkt ihrer Arbeit machen und die gezielte Überwachung der Krankenhäuser intensivieren.“

Mit gesetzlichen Vorgaben und verstärkten Kontrollen der Aufsichtsbehörden allein sei es aber nicht getan, machte Grüttner deutlich. „Die Entscheidungsträger in den Krankenhäusern müssen die Strukturen und Abläufe im Bereich Hygiene so organisieren, dass Mängel rechtzeitig erkannt und umgehend beseitigt werden.“ Sie seien zudem in der Pflicht, für eine kontinuierliche Fort- und Weiterbildung insbesondere der Mitarbeiter im Bereich Hygiene, also unter anderem in den Zentralen Sterilgutversorgungsabteilungen (ZVSA), zu sorgen. „Ich werde gemeinsam mit dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst darauf hinwirken, dass genügend Ausbildungsplätze für das benötigte qualifizierte Hygienepersonal zur Verfügung stehen“, sagte Sozialminister Grüttner. Da es bundesweit an Krankenhaushygienikerinnen und Krankenhaushygienikern mangele, werde derzeit in Zusammenarbeit mit der Landesärztekammer ein Ausbildungscurriculum entwickelt, um Fachärzte speziell für den Bereich Krankenhaushygiene weiterzubilden.

Auch bei der Verlegung der Patienten zum Beispiel von Alten- und Pflegeheimen in Krankenhäuser müsse die Hygiene eine noch größere Rolle spielen als bisher, so der Sozialminister weiter. Hier stellen besonders die Multiresistenten Erreger (MRE), die nicht mehr auf herkömmliche Antibiotika ansprechen, ein Problem dar. Sie werden häufig nicht rechtzeitig erkannt und über Einrichtungen hinweg weiterverbreitet. „Alle Akteure sollen sich zum Wohle der Patienten vernetzen und gemeinsam Maßnahmen zur Eindämmung dieser Keime ergreifen“, so Grüttner. Derzeit werden im Rhein-Main-Gebiet, in Mittel- und Nordhessen unter der Leitung der Gesundheitsämter und unter der Schirmherrschaft des Hessischen Sozialministeriums so genannte MRE-Netzwerke aufgebaut. Der Sozialminister betonte, dass sich die Hessische Landesregierung auf Bundesebene dafür einsetze, dass die Finanzierung von Früherkennungs-Maßnahmen (Screening) im Hinblick auf MRE bundesweit sichergestellt werde.

Der Sozialminister informierte die Teilnehmer des Gesprächs über die Krankenhaushygieneverordnung, die das Land in diesem Jahr auf Basis des Hessischen Krankenhausgesetzes und des Infektionsschutzgesetzes erlassen wird. Die Verordnung wird über Krankenhäuser hinaus auch für krankenhausähnliche Einrichtungen, unter anderem Einrichtungen für ambulantes Operieren, gelten. Sie macht strukturelle und personelle Vorgaben, wie beispielsweise die Notwendigkeit einer Hygienekommission und die Beschäftigung von besonders qualifizierten Krankenhaushygienikern. Auf der Grundlage der Empfehlungen der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention am Robert-Koch-Institut werden zudem Prozessabläufe und Qualitätssicherung für den Bereich Hygiene vorgegeben. Die Regelungen für die Krankenhäuser, die das geplante Krankenhaushygienegesetz des Bundes vorsehe, seien bereits in der Hessischen Hygieneverordnung enthalten, berichtete der Sozialminister. „Qualität ist ein unteilbarer Begriff, gerade in Einrichtungen wie Krankenhäusern, in denen es um das Leben und die Gesundheit der Menschen geht. Ergebnisqualität ist dort ohne Hygienequalität nicht zu erreichen“, betonte der Minister abschließend.



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