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Polizei legt Verkehrsbericht für das Jahr 2011 vor

von Familien-Blickpunkt.de am 26/03/2012 - 10:07 |

Themenfelder: Leben und Gesellschaft

Polizei legt Verkehrsbericht für das Jahr 2011 vor

Zahl der Verkehrsunfälle im Polizeipräsidium Südosthessen auf Tiefststand!

(ppsoh-aa) "Auf den historisch niedrigsten Stand sank die Zahl der Verkehrsunfälle, die sich im Jahr 2011 auf den Straßen in der Region ereignet haben", teilte der Leitende Polizeidirektor Alexander König auf der Pressekonferenz zur Vorstellung der aktuellen Verkehrsunfallstatistik mit. Gegenüber dem Vorjahr (14.376 Verkehrsunfälle) weist die Polizeistatistik für Stadt und Kreis Offenbach sowie den Main-Kinzig-Kreis insgesamt einen Rückgang um 173 (-1,2%) auf nunmehr 14.203 Unfälle aus.

"Mit diesem guten Ergebnis wird die bisherige Rekordbilanz aus dem Jahr 2009 nochmals um minus 50 Verkehrsunfälle verbessert", stellte der Abteilungsleiter heraus und ergänzte: "Somit ereignete sich in unserem Zuständigkeitsbereich alle 37 Minuten ein Verkehrsunfall!"

Noch deutlicher wird die positive Entwicklung bei der Betrachtung des Zehnjahresvergleichs. Während in 2002 noch 16.426 Unfällen zu Buche schlugen, liegen die aktuellen Werte um 2.223 Fälle - das sind 13,5 Prozent - niedriger.

Unfallfolgen

Die Zahl der reinen Sachschadensunfälle sank gegenüber dem Vorjahr um 269 oder -2,4 Prozent auf insgesamt 11.152.

Dagegen stieg der Anteil der Unfälle mit Personenschaden auf 3.051, das ist ein Plus von 96 Unfällen (3,2 Prozent). Insgesamt wurden 4.072 Verkehrsteilnehmer verletzt.

Bei 537 Unglücken im Straßenverkehr wurden im Berichtsjahr 627 Menschen schwer verletzt.

Leichte Verletzungen, die ambulant versorgt werden konnten, erlitten insgesamt 3.425 Beteiligte bei 2.497 Unfällen.

In 17 Fällen (das ist eine Differenz von drei Unfällen oder -15 Prozent) kam mindestens eine Person ums Leben; insgesamt starben wie im Vorjahr 20 Menschen im Straßenverkehr.

Verkehrsunfallfluchten

"Bei den Verkehrsunfallfluchten registrierten wir einen Anstieg von 331 Fällen (6,5 Prozent) auf insgesamt 5.399 Delikte. Somit entfernte sich bei deutlich mehr als einem Drittel (38 Prozent) aller aufgenommenen Verkehrsunfälle zumindest ein Beteiligter unerlaubt vom Unfallort, ohne seiner Verpflichtung an der Unfallstelle nachzukommen", sagte der Leitende Polizeidirektor und unterstrich: "Dies ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat!" Deshalb werden sowohl "qualifizierte" Verkehrsunfälle mit Flucht (ab einer Schadenshöhe von 2.000 Euro) als auch Unfallfluchten mit Personenschaden von einer zentralen Unfallfluchtgruppe bearbeitet, die ihren Sitz in Langenselbold hat.

Im Jahr 2011 ermittelte das sechsköpfige Team nach 286 Fluchtunfällen, bei denen Personen verletzt wurden, sehr erfolgreich und klärte 154 (54,5 Prozent) auf. Manchmal sind es nur kleine Lacksplitter oder Kunststoffteile, die untersucht werden und die Unfallfahnder letztlich zum Verursacher führen.

Unfälle unter Alkohol oder Drogeneinfluss

"Ebenfalls auf den statistisch niedrigsten Stand sank die Zahl der Verkehrsunfälle unter Alkoholeinfluss. So registrierten wir in unserem Zuständigkeitsbereich mit 540 Unfällen einen Rückgang von 25 (-4,4 Prozent)", erläuterte Polizeidirektor Peter Liebeck von der Direktion Verkehrssicherheit/Sonderdienste. Dabei standen 543 Beteiligte unter Alkoholeinfluss, wobei 509 Berauschte in den Verkehrsunfallanzeigen auch als die jeweiligen Verursacher eingetragen waren. Bei Unfällen, bei denen Alkohol im Spiel war, erlitten 88 Beteiligte schwere und 231 Personen leichte Verletzungen; ein Mensch wurde getötet. Den Gesamtschaden bilanzierte die Polizei auf über 2,9 Millionen Euro.

"Dagegen registrierten wir einen Anstieg um sechs auf insgesamt 76 Unfälle unter Drogeneinfluss (8,6 Prozent)", führte Liebeck weiter aus. Nach polizeilicher Feststellung waren dabei 67 Personen auch die Hauptverursacher der Unfälle. Neun Beteiligte von Drogenunfällen erlitten schwere Verletzungen und 26 kamen mit leichten Blessuren davon. Tote gab es nicht zu beklagen.

"So sehr ich mich über den historischen Tiefststand und die positive Tendenz der letzten Jahre freue, so ist dennoch jeder verletzte oder gar getötete Verkehrsteilnehmer einer zu viel" sagte der Leitende Polizeidirektor König und ergänzte: "Auch in diesem Jahr werden wir ein Bündel von Maßnahmen schnüren, um die Unfälle und ihre Folgen noch weiter zu minimieren. Damit folgen wir unserem gesetzlichen Auftrag. Die Maßnahmen erstrecken sich auf die Bereiche Gefahrenabwehr und Strafverfolgung".

Die Verkehrsunfallentwicklung im Einzelnen

Die Entwicklung der Unfallzahlen ist im Bereich des Polizeipräsidiums Südosthessen uneinheitlich und stellt sich im Einzelnen wie folgt dar:

Stadt Offenbach

Durch die Polizeireviere wurden im Berichtszeitraum in der Stadt Offenbach 2.263 Verkehrsunfälle registriert, im Jahr 2010 waren es noch 2.370. Die Zahl der Verkehrsunfälle sank somit um 108 (ein Minus von 4,6 Prozent). Ähnlich hoch war der Rückgang bei den Unfallfolgen: Bei 514 Unfällen kamen Menschen zu Schaden, im Vorjahr waren es noch 539, was eine Minderung um 4,6 Prozent bedeutet. Hiervon wurden bei 439 Unfällen (Vorjahr: 480, -8,5 Prozent) deutlich weniger leicht, jedoch bei 74 Unfällen (Vorjahr: 58, +27,6 Prozent) Personen dagegen schwer verletzt. Ebenso wie im Vorjahr kam ein Mensch ums Leben.

Kreis Offenbach

Im Kreis Offenbach ereigneten sich 4.977 (2010: 5.040) Verkehrsunfälle. Dies entspricht einer Abnahme um 62 Verkehrsunfälle oder -1,3 Prozent. Bei 1.069 Unfällen (Vorjahr:1.032, +3,6 Prozent) wurden Menschen verletzt; darunter 895 Unfälle mit Leichtverletzten (Vorjahr 835: +7,2 Prozent) und 170 mit Schwerverletzten (Vorjahr: 187, -9,1 Prozent). Sechs Verkehrsteilnehmer kamen bei Unfällen im Kreisgebiet Offenbach ums Leben. (Vorjahr: 10, -40 Prozent).

Stadt Hanau

Durch die Polizeistationen wurden im Stadtgebiet von Hanau insgesamt 1.449 (Vorjahr: 1.426) Verkehrsunfälle aufgenommen. Damit stieg hier die Zahl der Unfälle um 23 oder 1,6 Prozent. Die Zahl der Unfälle mit Personenschäden erhöhte sich ebenfalls: Kamen 2010 bei 312 Unfällen Menschen zu Schaden, waren es im Berichtszeitraum 338 (+8,3 Prozent). Es wurden 279 Unfälle mit Leichtverletzten (Vorjahr: 268, +4,1 Prozent) und 57 mit Schwerverletzten (Vorjahr: 43, +32,6 Prozent) registriert. Bei zwei Unfällen kam jeweils ein Mensch in Hanau ums Leben (Vorjahr: 1).

Main-Kinzig-Kreis

Im Main-Kinzig-Kreis (ohne die Stadt Hanau) wurden insgesamt 3.602 Unfälle von der Polizei aufgenommen. Die Zahl der Verkehrsunfälle nahm somit im Vergleich mit 2010 (3.728) um 126 oder -3,4 Prozent ab. Unfallfolgen: Bei 810 Unfällen kamen Menschen zu Schaden, im Vorjahr waren es noch 788, was eine Steigerung von 2,8 Prozent bedeutet. Hiervon wurden bei 621 Unfällen (Vorjahr: 632, -1,7 Prozent) Personen leicht und bei 184 (Vorjahr: 150, +22,7 Prozent) schwer verletzt. Die Zahl der tödlich Verletzten blieb mit sechs gleich wie im Vorjahr.

Bereich Autobahnen

Durch die Polizeiautobahnstation Langenselbold wurden insgesamt 1.900 Verkehrsunfälle registriert, eine Zunahme um 92 Unfälle (+5,1 Prozent). Bei 317 Unfällen wurden Verkehrsteilnehmer verletzt (Vorjahr: 283, +12 Prozent). Es wurden 260 Unfälle mit Leichtverletzten (Vorjahr: 226, +15 Prozent) und 52 mit Schwerverletzten (Vorjahr: 55, -5,5 Prozent) registriert. Auf den Autobahnen kamen fünf Menschen ums Leben (Vorjahr: 2).

Beispiele für bauliche Maßnahmen

Der Leiter der Polizeidirektion Offenbach, Claus Spinnler, stellte mit Hilfe einer Präsentation dar, wie im Rahmen der Gefahrenabwehr die Kreuzung Goethe-/Bettinastraße in Offenbach als Unfallpunkt entschärft wurde. Das "Nichtbeachten der Vorfahrt" war hier im Jahr 2010 die Ursache für neun Verkehrsunfälle mit insgesamt vier Verletzten. "Nach der Installierung einer Ampelanlage ereignete sich im letzten Jahr an dieser Kreuzung kein Unfall mehr", so Polizeidirektor Spinnler.

Hans Knapp, Leiter der Polizeidirektion Main-Kinzig, beschrieb gleich mehrere Maßnahmen, die auf der Landesstraße 2306 in der Gemarkung Linsengericht zur Reduzierung der Unfallgefahren ergriffen wurden. Auf der Strecke zwischen Altenhasslau und Geislitz kamen in der Vergangenheit bei neun Unfällen elf Menschen zu Schaden, zwei wurden schwer und neun leicht verletzt. Die Unfallursache war jeweils gleich: Auf regennasser Straße drifteten die Fahrzeuge nach einer Rechtskurve von der Fahrbahn ab. "Neben einem neuen Fahrbahnbelag wurde in 2010 die Höchstgeschwindigkeit auf 50 km/h begrenzt und ein Verkehrsschild "Schleudergefahr" aufgestellt. Im Jahr 2011 passierte hier auf regennasser Straße kein einziger Unfall mehr", bilanzierte Polizeidirektor Knapp.

Verkehrskontrollen Alkohol/Drogen (folgenlose Fahrten)

"Parallel zur Gefahrenabwehr hat die Polizei die Verpflichtung, Straftaten und Ordnungswidrigkeiten im Straßenverkehr zu verfolgen", führte Peter Liebeck aus und nannte Zahlen jenseits des Unfallgeschehens: Bei den folgenlosen Trunkenheitsfahrten sank die Zahl um 86 auf 1.117 (Vorjahr: 1.203, -7,1 Prozent). Dagegen stiegen die folgenlosen Drogenfahrten um 65 auf 648 (Vorjahr: 583; -11,1 Prozent). Die Zahl der Verkehrsteilnehmer, die sowohl Alkohol als auch Drogen intus hatten, sank von 109 im Vorjahr um 16 (14,7 Prozent) auf 93.

Verkehrssicherheitsarbeit der Polizei

"Im Rahmen der diesjährigen landesweiten Aktion "Sichere Landstraße" stellen wir in diesem Jahr auch die Kradfahrer wieder in unseren Fokus. Mit dem Frühling beginnt die Motorradsaison und mit gezielten Geschwindigkeits- und Zweiradkontrollen, insbesondere an den Wochenenden, wollen wir für eine sichere Fahrt der Biker sorgen. Wir verfügen im Polizeipräsidium Südosthessen über zivile Motorräder, die wir zur gezielten Verkehrsüberwachung der Biker einsetzen", so Abteilungsleiter König. Mit einem eigenen Info-Stand werden Beamte der Motorradstaffel des Polizeipräsidiums auch in diesem Jahr beim sogenannten "Anlassen" in Gelnhausen zum Saisonstart der Biker am Sonntag, 15. April vertreten sein und dort direkt über Unfallverhütung aufklären.

Auf der Agenda der Polizei stehen zudem über das Jahr verteilte Schwerpunktaktionen, bei denen beispielsweise gezielt der gewerbliche Güter- und Reiseverkehr, die Gurtpflicht, die Überwachung des Handyverbotes oder das Funktionieren von Beleuchtungseinrichtungen überprüft werden. Auf verstärkte Kontrollen müssen sich neben Fußgängern und Radfahrern auch Senioren einstellen. Im Programm "Generation 65+" soll beraten und informiert, aber auch kontrolliert werden. Neben zielgerichteten Überprüfungen möglicher Alkohol- oder Drogensünder steht die Polizei auch in Waldgebieten zur Geschwindigkeitsmessung am Fahrbahnrand, um Wildunfällen vorzubeugen.

"Wir möchten, dass die Sicherheit und Leichtigkeit des Verkehrs in der Region auch weiterhin hohe Priorität genießt. Dazu appellieren wir an die Verkehrsteilnehmer, sich stets verantwortungsbewusst, rücksichtsvoll und den Regeln entsprechend im Straßenverkehr zu verhalten. Wer gegen Vorschriften verstößt, der muss mit Kontrollen und Sanktionen der Polizei rechnen. Wir nehmen unsere Aufgabe sehr ernst und widmen uns auch zukünftig mit großem Engagement dieser wichtigen Verkehrssicherheitsarbeit", betonte Alexander König abschließend.

www.familien-blickpunkt.de



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