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„Sozialpolitik beschränkt sich nicht auf Hilfe in der Not ..."

von Familien-Blickpunkt.de am 13/01/2011 - 09:03 |

Themenfelder: Beruf und Familie, Leben und Gesellschaft

„Sozialpolitik beschränkt sich nicht auf Hilfe in der Not ..."

Frankfurt. „Moderne Sozialpolitik muss eine aktivierende Wirkung auf die Menschen haben. Aktivierende Sozialpolitik ist der richtige Schritt in eine sichere Zukunft mit gleichzeitiger Teilhabe und Verantwortung. Der moderne Sozialstaat sollte nicht alimentierende Fürsorge betreiben, sondern vor allem aktivierend und motivierend auf die Menschen wirken“, erklärte der Hessische Sozialminister Stefan Grüttner heute beim Neujahrsempfang des VdK Hessen-Thüringen in Frankfurt. Angesichts schwieriger finanzieller Rahmenbedingungen gelte es, durch frühzeitige Hilfen zu vermeiden, dass Notsituationen überhaupt auftreten. Man dürfe nicht abwarten, bis Menschen dauerhaft in Not geraten und sich Hilfebedarfe verfestigen. „Sozialpolitik ist nicht auf Hilfe in der Not beschränkt, sondern bietet vor allem Hilfe aus der Not. Hierbei gilt es, den hilfebedürftigen Menschen Chancen und Perspektiven zu eröffnen, ihr Leben selbstbestimmt und eigenverantwortlich zu gestalten.“

Auf dem Arbeitsmarkt messe sich der Erfolg einer aktivierenden Politik an der Eingliederung von Menschen in den Arbeitsmarkt, so der Minister. „Um die Eingliederungshilfen noch weiter zu verbessern, setzt die Hessische Landesregierung ihren erfolgreichen Einsatz für das Optionsmodell fort.“ Mit der Änderung des Grundgesetzes sei im vergangenen Jahr die erfolgreiche Arbeit der Optionskommunen und deren Ausweitung verfassungsgemäß abgesichert worden. Von den bundesweit neu hinzukommenden 41 Optionskommunen werden drei auf Hessen entfallen. Mit 16 von 26 Kommunen, die künftig als Optionskommune arbeiten, werde Hessen seine bundesweite Spitzenstellung als ‚Optionsland Nr. 1‘ weiter ausbauen.

Sozialminister Stefan Grüttner betonte aber auch, dass sich eine aktivierende Sozialpolitik nicht auf Arbeitsmarktpolitik beschränke: „In einer Gesellschaft, die zukunftsfähig sein will, muss jeder Einzelne seine Kompetenzen steigert, Eigenverantwortung übernehmen und seine Potentiale und Fähigkeiten einbringen.“

Auch Familienpolitik sollte einen aktivierenden Ansatz haben. „In der Familienpolitik muss es darum gehen, Familien in ihrer Fähigkeit zu stärken, ihr Leben selbst gestalten zu können. Dazu gehört vor allem die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf.“ Das Land Hessen baue daher seit Jahren erfolgreich die Kinderbetreuung aus. „Beim Ausbau der U3-Versorgung hat Hessen bereits im August 2009 die für Oktober 2010 bundesgesetzlich vorgeschriebene Marke von 20 Prozent überschritten. Aktuell steht Hessen bei 24,6 Prozent. Wir sind auf einem guten Weg und liegen mit einer Betreuungsquote von 19,4 Prozent auf Platz zwei der westdeutschen Flächenländer“, erklärte der Sozialminister. Der Ausbau der Kinderbetreuung diene jedoch nicht nur der besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Kindertagesstätten seien auch Bildungsort, betonte der Sozialminister. „Gerade für Kinder aus bildungsfernen Schichten können frühkindliche Bildung und Sprachförderung neue Teilhabechancen eröffnen. Gerechtigkeit bei den Startchancen bedeutet Maximierung von Lebenschancen“, so Grüttner weiter.

Weiter sei auch eine aktivierende Seniorenpolitik unverzichtbar, betonte Sozialminister Grüttner. „Ältere Menschen verfügen über wertvolle Potenziale für Wirtschaft und Gesellschaft. Die weitere Entwicklung unserer alternden Gesellschaft wird entscheidend davon abhängen, ob sich diese Potenziale ungehindert entwickeln und entfalten können.“ Eine aktivierende Seniorenpolitik müsse ältere Menschen stärker in das Arbeitsleben integrieren und deren Lebenserfahrung und Wissen für die Gesellschaft nutzen, erklärte Grüttner. „Mit einer Seniorenpolitischen Offensive will die Hessische Landesregierung in diesem Jahr neue Bilder des Alterns gesellschaftlich etablieren. Nicht nur die mit dem Alter eintretenden Defizite sollen dabei im Fokus stehen, sondern auch die Potenziale einer immer größer werdenden älteren Bevölkerungsgruppe für die Gesellschaft“, so Sozialminister Grüttner abschließend.



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