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Streuobstwiesen haben Priorität

von Familien-Blickpunkt.de am 06/08/2013 - 18:29 |

Themenfelder: Leben und Gesellschaft

Streuobstwiesen haben Priorität

Kreis Offenbach - Streuobstwiesen sind Kulturbiotope, die in einigen Kommunen im Kreis Offenbach noch gut erhalten sind. Diese gilt es besonders zu schützen. „Im Rahmen der Erhaltung und Pflege von Biotopen haben wir hier einen Schwerpunkt der Arbeit der Unteren Naturschutzbehörde gesetzt“, erklärt Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger. „Schon seit vielen Jahren unterstützen wir die Instandsetzung und Pflege dieser Biotope nicht nur durch fachliche Beratung und eigene Projekte, sondern auch durch Bereitstellung von Geldmitteln für Naturschutzgruppen oder für Projekte von Privatpersonen.“

„Um die Arbeit der vor Ort aktiven Kommunen, Vereine und Privatpersonen, die sich in der Pflege von Streuobstwiesen engagieren, trotz begrenzter Mittel noch effizienter unterstützen zu können, haben wir ein neues Förderkonzept entwickelt“, so die Umweltdezernentin. Es basiert im Wesentlichen auf dem Prinzip von „Kernflächen“ und der Festlegung von Förderprioritäten. Darauf sollen die vorhandenen Geldmittel und personellen Ressourcen konzentriert werden. In diesen Flächen sollen nicht nur die Instandsetzung brach gefallener Streuobstbestände oder Neuanlagen gefördert werden, sondern in begrenztem Umfang auch Unterhaltungsarbeiten wie Baumpflegeschnitt, Bewässerung und Pflegemahd, da ohne diese Folgepflege ein dauerhafter Erhalt des Kulturbiotops Obstwiese nicht gelingen kann. Schnittkursangebote und jährliche Pflanzaktionen runden das Programm ab.

Wie bisher setzt die Förderung auf zusätzliche Eigeninitiative der Förderempfänger. Außerdem unterstützen wir die Bildung von Netzwerken, mit denen die regelmäßigen Pflegemaßnahmen - wie Baumschnitt mit Abtransport von Schnittgut, Bewässerung von Jungbäumen und Wiesenmahd optimiert werden können. Darüber hinaus stehen für Streuobstwiesen verschiedene Förderquellen zur Verfügung: Aus Kreismitteln werden beispielsweise Beihilfen und Kosten für den Naturschutz getragen. Aus Landesmittel fließt beispielsweise Ersatzgeld aus der Eingriffsregelung des Bundesnaturschutzgesetzes. Ab 2014 kommen eventuell landwirtschaftliche Fördermittel hinzu. Auch können Streuobstwiesen, die neu angelegt oder instand gesetzt werden, als Kompensations- oder Ökokontomaßnahmen anerkannt werden.

Streuobstwiesen vereinigen viele Besonderheiten in sich: Extensiv gepflegte Streuobstwiesen gehören zu den artenreichsten Biotopen Mitteleuropas. Auch für den Menschen haben sie einen unmittelbaren, vielfältigen Nutzen, indem sie durch ihren halboffenen Charakter das Landschaftsbild bereichern und damit einen besonders hohen Erholungswert besitzen. Besonders im Ballungsraum ist dies ein wichtiger Standortfaktor. Streuobstwiesen beeinflussen das Kleinklima positiv, ebenso das Grundwasser und den Boden. In der hohen Vielfalt verschiedener Obstsorten, die an verschiedenste Standortbedingungen angepasst sind und unterschiedlichste Geschmacks- und Verwendungseigenschaften haben, steckt eine erhaltenswerte genetische Ressource. Die Obstbäume liefern gesundes Obst und den Grundstoff für lokaltypischen Apfelwein und -saft. In Hessen gelten Streuobstwiesen als gesetzlich geschützte Biotope und dürfen nicht beeinträchtigt werden.

„Wir stellen etwa 10.000 Euro für die Kulturbiotope Streuobstwiesen in diesem Jahr zur Verfügung, darüber hinaus können Landesmittel abgerufen werden“, so Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger abschließend. „Damit leisten wir nicht nur einen direkten Beitrag zum Erhalt der Vielfalt von Flora und Fauna im Kreis, sondern fördern auch unsere heimische Kulturlandschaft. Der Mühlheimer Gailenberg ist hierfür ein sehr gutes Beispiel. Dort konnten zahlreiche alte Obstsorten – wie beispielsweise Rheinischer Bohnapfel, Baumanns Renette, Kaiser Wilhelm, Geflammter Kardinal, aber auch Speierling, Esskastanie, Quitte und Mispel - wieder kultiviert werden.“

Weitere Informationen gibt es beim Kreis Offenbach, Fachdienst Umwelt, Telefon 06074/8180-4106, E-Mail [email protected]

www.familien-blickpunkt.de



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