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Was ist machbar? Kreis Offenbach bringt Studie zu südlicher S-Bahn-Tangente auf den Weg

von Familien-Blickpunkt.de am 22/04/2018 - 11:55 |

Themenfelder: Leben und Gesellschaft

Was ist machbar? Kreis Offenbach bringt Studie zu südlicher S-Bahn-Tangente auf den Weg

Kreis Offenbach - Die Kreisverkehrsgesellschaft Offenbach (kvgOF) will frühzeitig die Weichen stellen, damit die Fahrgäste aus dem Kreis Offenbach auf den S-Bahnlinien zur Frankfurter City und zum Flughafen pünktlicher ankommen. Sie hat deshalb das Planungsbüro Albert Speer + Partner (AS+P) in Frankfurt beauftragt, eine verkehrliche Studie zu erarbeiten, die eine zusätzliche südliche S-Bahn-Führung prüft. „Wir wollen, dass die Fahrten mit den Linien S 1, S 2 und der S 8/9 für die Nutzer, vor allem die Pendler, zuverlässiger und komfortabler werden. Darum lassen wir konkret untersuchen, wie eine zusätzliche Südtangente aus dem Kreis Offenbach über den Offenbacher Hauptbahnhof nach Frankfurt-Süd und weiter zum Flughafen, aussehen kann“, sagt Claudia Jäger, Erste Kreisbeigeordnete und Aufsichtsratsvorsitzende der Kreisverkehrsgesellschaft (kvgOF), „hier gibt es Bedarf, das hat sich schon vor einiger Zeit im Rahmen unserer Mobilitätsforen herauskristallisiert.“

Die Studie soll eine erste Grundlagenermittlung und Analyse sein, die zur fachlichen Meinungsbildung beiträgt, Möglichkeiten und Chancen einer südlichen S-Bahn-Tangente aufzeigt und den Rahmen für künftiges Handeln absteckt. Sie soll darlegen, ob eine leistungsfähige Route über den Offenbacher Hauptbahnhof überhaupt machbar ist und welche Gleise um- oder ausgebaut werden müssen, um diese Strecke dauerhaft zu nutzen. „Außerdem möchten wir“, so Claudia Jäger, „eine erste Einschätzung über die Kosten erhalten“.

Mit der Voruntersuchung unterstützt die Aufsichtsratsvorsitzende der kvgOF die stärker werdenden Forderungen nach weiteren Schienenverbindungen zur Entlastung des Frankfurter City-Tunnels, die zuletzt auch Professor Knut Ringat vorgeschlagen hat. Der Geschäftsführer des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) hält neben der Regionaltangente West auch eine Regionaltangente Ost sowie eine neue Regionalzug-Verbindung von Aschaffenburg über Hanau mit Halt nur am Hauptbahnhof Offenbach zum Flughafen für wichtig, um den Schienenring rund um Frankfurt zu vollenden.

Die Untersuchung der Verkehrsplaner von AS+P läuft bis zum Sommer dieses des Jahres. Sie basiert auf Ergebnissen aus dem „Leitbild Mobilität“, das der Kreis Offenbach und die kvgOF gemeinsam mit den Kooperationspartnern, der Gesellschaft für Integriertes Verkehrs- und Mobilitätsmanagement Region Frankfurt RheinMain mbH (ivm) und der Hochschule Darmstadt (h_da) auf den Weg gebracht haben. „Von der jetzt in Auftrag gegebenen Projekt-Studie zur S-Bahn-Tangente erhoffen wir uns eine fundierte Potenzialanalyse, die uns bei der Bewertung der Sinnhaftigkeit und Plausibilität einer Tangentialverbindung weiterbringt“, so Claudia Jäger.

„Wegen des Schienen-Nadelöhrs unter der Frankfurter Innenstadt gibt es auf den Zugstrecken aus Rödermark (S 1) und Dietzenbach (S 2) sowie aus Hanau (S 8/9) auf dem Weg in die Metropole oftmals Probleme und die Pünktlichkeit bleibt auf der Strecke“, erklärt Andreas Maatz, Geschäftsführer der Kreisverkehrsgesellschaft Offenbach GmbH. „Außerdem nutzen immer mehr Fahrgäste aus dem Kreis Busse und Bahnen. Im Hinblick auf die Wachstumsprognosen für den Kreis Offenbach von plus 24.000 Einwohnern bis 2030 benötigen wir deshalb auch auf der Schiene dringend mehr Angebote. Eine neue südliche S-Bahn-Tangente könnte eine spürbare Kapazitätserweiterung und unseren RMV-Kunden im Kreis Offenbach damit mehr Zuverlässigkeit bringen.“

Vielen Fahrgästen ist diese Schienenstrecke außerhalb der Tunnel in Offenbach und Frankfurt bereits bekannt, denn dort rollen die S-Bahnen aus dem Kreis Offenbach bei erforderlichen Umleitungen schon heute, wenn wie zuletzt in den Osterferien der City-Tunnel gesperrt ist. „Vielleicht kann diese Strecke eine Dauerlösung werden?“, sagt kvgOF-Geschäftsführer Andreas Maatz. Er betont, dass eine mit dem neu zu erstellenden Regionalen Nahverkehrsplan des RMV und dem Regionalplan Südhessen abzustimmende Tangentialverbindung im S-Bahn-Verkehr immer ein Zusatzangebot für die Fahrgäste sein soll und nicht anstelle der bisherigen Tunnelstrecke zu sehen ist.

Die Voruntersuchung zur südlichen S-Bahn-Tangente wird zunächst als interne Machbarkeitsstudie betrachtet, die anschließend mit den betroffenen Partnern und Nachbarn in der Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main erörtert werden soll. „Aus der Analyse können weitere Untersuchungs- und Prüfungsaufträge herausgearbeitet werden. Wichtig ist, dass wir frühzeitig belastbare Fakten vorliegen haben, damit wir mehr als einen visionären Beitrag in den neuen Regionalen Nahverkehrsplan des RMV sowie in den Regionalplan Südhessen einbringen können“, sagt Claudia Jäger. Die Erste Kreisbeigeordnete ist sich sicher, dass von der zusätzlichen Schienenverbindung im Südosten von Frankfurt alle profitieren werden. „Ein attraktiveres Angebot im öffentlichen Nahverkehr ist für die Fahrgäste und ebenso für den Klimaschutz wichtig. Außerdem bringt ein gut funktionierendes Verkehrssystem Pluspunkte für den Wirtschaftsstandort im Kreis Offenbach und der gesamten Region“, so Claudia Jäger.

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