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Zahl der rechtlichen Betreuungen in Hessen gestiegen

von Familien-Blickpunkt.de am 03/11/2011 - 12:27 |

Themenfelder: Beruf und Familie, Leben und Gesellschaft

Zahl der rechtlichen Betreuungen in Hessen gestiegen

Sozialminister Stefan Grüttner:„Ehrenamt ist für das Wohl von zu betreuenden Menschen unverzichtbar“.

Frankfurt (hsm) - Immer mehr Menschen sind in Hessen auf Lebenshilfe in Form der rechtlichen Betreuung angewiesen. Wurden in Hessen 2008 noch durchschnittlich etwa 14 von 1.000 Einwohnern betreut, waren es 2010 bereits etwa 16 von 1.000, wobei der Umfang dieser Betreuung stark variieren kann. „Neben den Berufsbetreuerinnen und -betreuern, die in Hessen hervorragende Arbeit leisten, sind die ehrenamtlich Tätigen für das Wohl dieser zu betreuenden Menschen unverzichtbar“, betonte der Hessische Sozialminister Stefan Grüttner anlässlich einer Fachtagung zum Thema „Das Ehrenamt in der rechtlichen Betreuung - Ein Ländervergleich und Erfahrungsaustausch zwischen Deutschland, Österreich, Schweiz und Dänemark“ in Frankfurt. Für Fortbildung und Begleitung ehrenamtlicher Betreuerinnen und Betreuer gibt es in den europäischen Ländern unterschiedliche Konzepte. Die Fachtagung bietet die Gelegenheit zu einem praxisbezogenen Erfahrungsaustausch über erfolgreiche Strategien.

Die rechtliche Betreuung sei eine Tätigkeit mit hoher Verantwortung, die hohe soziale Kompetenz erfordert, so Grüttner weiter. Betreuerinnen und Betreuer seien Ansprechpartner für Ärzte, Pflegedienste und Heime. Sie regelten die Vermögensfragen oder setzten Ansprüche gegenüber Behörden durch. In zirka 65 Prozent der Fälle werden nach den Worten des Sozialministers ehrenamtliche Betreuer beauftragt – in den meisten Fällen Familienangehörige. Die Gewinnung und der Einsatz von Ehrenamtlichen ist nach dem gesetzlichen Leitbild eine wichtige Zielvorgabe für die rechtliche Betreuung. Das Hessische Sozialministerium unterstützt dieses ehrenamtliche Engagement. Unter anderem fördert es mit rund 720.000 Euro die 57 Betreuungsvereine in Hessen, die ehrenamtliche Betreuer gewinnen, beraten, schulen und fortbilden.

Gemeinsam mit den Betreuungsvereinen hat das Hessische Sozialministerium im Jahr 2004 ein „Hessisches Curriculum zur Schulung ehrenamtlicher Betreuer“ entwickelt. Nach diesem ständig aktualisierten Konzept führen die Betreuungsvereine Schulungsveranstaltungen durch. In den Kursen werden umfassende Basisqualifikationen, Kenntnisse über rechtliche, medizinische und psychosoziale Fragestellungen vermittelt und Praxisfragen ausgetauscht. „Mit Hilfe des Hessischen Curriculums wurde die Vorbereitung der ehrenamtlichen Betreuer verbessert und nach einem landesweit einheitlichen Konzept gestaltet“, erklärte Grüttner.

Das Hessische Sozialministerium fördert seit September 2009 zudem in Kooperation mit dem Hessischen Ministerium der Justiz, für Integration und Europa das Projekt „Betreuung im Tandem“, mit dem die Übernahme einer ehrenamtlichen Betreuung erleichtert werden soll. Im Tandemprojekt führt ein hauptamtlicher Betreuer eines Betreuungsvereins für einen begrenzten Zeitraum gemeinsam mit einem ehrenamtlichen Betreuer die gesetzliche Betreuung. Erst nachdem der Ehrenamtliche ausreichend angeleitet worden ist und sich schrittweise mit den Betreuungsaufgaben vertraut gemacht hat, erfolgt die vollständige Übertragung der Betreuung auf den Ehrenamtlichen. Mittlerweile sind bereits in zehn Modellregionen insgesamt 65 Tandembetreuungen eingerichtet worden.

Mehr Infos gibt es im Internet unter www.betreuungsvereine-hessen.de und www.bit-projekt.de.

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