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Auftakt zum Projekt PAKKO - Passgenau in Arbeit mit Kind im Kreis Offenbach

von Familien-Blickpunkt.de am 11/09/2012 - 17:45 |

Themenfelder: Beruf und Familie, Leben und Gesellschaft

Auftakt zum Projekt PAKKO - Passgenau in Arbeit mit Kind im Kreis Offenbach

Kreis Offenbach - Ein flächendeckendes deutschlandweites Angebot an Kinderbetreuungsplätzen könnte rund 110.000 Alleinerziehende in Arbeit bringen. Das ist das Ergebnis einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW), die dieses Jahr in Berlin vorgestellt wurde. Frühkindliche Ganztagsbetreuung senke das Armutsrisiko von Alleinerziehenden und steigere die Bildungschancen ihrer Kinder deutlich, heißt es in der Untersuchung. Die 1,6 Millionen Alleinerziehenden machen rund ein Fünftel der Familien mit Kindern in Deutschland aus. Der Studie zufolge zeigen sie einen starken Aufstiegswillen, können aber wegen fehlender Betreuungsplätze Beruf und Familie oft nicht vereinbaren. Das hat Folgen. Arbeitslose Alleinerziehende sind zu 56 Prozent von Armut bedroht, Vollzeiterwerbstätige zu fünf Prozent und von den Müttern, die in Teilzeit arbeiten, jede Fünfte.

Zwar handele es sich bei der Studie um eine Modellrechnung über die Effekte von Vollzeitarbeit und Ganztagsbetreuung, aber die Wirklichkeit sei komplexer, so der Sozialdezernent des Kreises Offenbach, Carsten Müller. Die Studie verdeutlicht die Bedeutung dieser Problematik für die Gesellschaft, vor allem vor dem Hintergrund des drohenden Fachkräftemangels.

Müller: „Auch wir hier im Kreis stehen vor dem Problem. Die Mehrzahl der Alleinerziehenden will keine Vollzeit-, sondern eine Teilzeitstelle und flexible Arbeitszeiten. Besonders Alleinerziehende sind auf eine gute Infrastruktur angewiesen. Und auch bei uns im Kreis ergäben sich daraus Probleme, da ohne entsprechendes Betreuungsangebot die Alleinerziehenden nicht arbeiten gehen können und so einem hohen Armutsrisiko ausgesetzt sind."

Fakt ist zudem: Eine passgenaue Kinderbetreuung zu finden wird in Zeiten zunehmender Flexibilisierung der Arbeitswelt und größerer Mobilitätsanforderung an junge Eltern und Alleinerziehende immer schwieriger. Oftmals verhindert schon eine fehlende oder unzureichende Betreuungsmöglichkeit für ein bis zwei Stunden am Tag eine Arbeitsaufnahme des Alleinerziehenden. Der Kreis Offenbach ist als Träger der Grundsicherung und der Jugendhilfe regelmäßig mit der Thematik „Kinderbetreuung" konfrontiert.

Ein Blick auf aktuelle Zahlen verdeutlicht den Handlungsbedarf: Derzeit beziehen über 2.000 Alleinerziehende im Kreis Offenbach Hartz-IV-Leistungen. „Da Alleinerziehende überproportional häufig in die Armutsfalle geraten, kann durch die erfolgreiche Umsetzung des Projektes PAKKO auch ein wichtiger Schritt hin zu mehr sozialer Gerechtigkeit gemacht werden", betont Müller.

Im Kreis will man diese Problematik nun koordiniert mit Trägern, Städten und Gemeinden angehen. Nach Gesprächen des Sozialdezernent Carsten Müller mit der Hessischen Landesregierung kann der Kreis ab sofort Fördergelder des Landes Hessen und des Europäischen Sozialfonds in Höhe von 100.000 Euro nutzen, um die Betreuungssituation für Alleinerziehende im Kreis zu verbessern.

Müller hat in diesem Zusammenhang am Donnerstag, den 6. September gemeinsam mit Bertram Hörauf, dem Abteilungsleiter Arbeit des Hessischen Sozialministeriums, das Projekt „PAKKO – Passgenau in Arbeit mit Kind im Kreis Offenbach" der Öffentlichkeit vorgestellt. Ziel des Projektes ist es, die Zusammenarbeit aller relevanten Akteure vor Ort zu verbessern, mehr Klarheit darüber zu schaffen, wo und wie Betreuungsplätze für Alleinerziehende zu bekommen sind und letztlich die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für betroffene Mütter und Väter zu verbessern.

Müller: „Mit PAKKO wollen wir einen Schritt hin zu einer passgenauen Angebotsstruktur in Angriff nehmen und die Gelegenheit nutzen, um mit den verschiedenen Akteuren ins Gespräch zu kommen und dann gemeinsam die notwendigen Verbesserungsmöglichkeiten zu erarbeiten."

Mit der Umsetzung des Projektes wurde der AWO Kreisverband Offenbach Land beauftragt, der den Prozess vorantreibt und moderiert. Mittelfristig sollen durch PAKKO auch mehr Alleinerziehende und Eltern Arbeit finden und so aus dem Hartz-IV-Bezug kommen. In den vergangenen Monaten trafen sich daher Vertreter der kreisangehörigen Kommunen, des kommunalen Jobcenters Pro Arbeit Kreis Offenbach (AöR), der Kreisverwaltung und freier Träger mit Arbeitsmarkt-Experten im Kreishaus, um das Projekt PAKKO aus der Taufe zu heben.

Weitere Informationen sind erhältlich bei: Ulrike Jung-Turek im Projektbüro BerufsWegeBegleitung des Kreises Offenbach, Werner-Hilpert-Straße 1, 63128 Dietzenbach, Telefon 06074/8180-3121 oder per Mail: [email protected] Sarah Hohmann – Projektkoordination PAKKO – Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Offenbach Land e.V., Wiesenstraße 9, 63128 Dietzenbach, Telefon 06074/33300 oder per Mail: [email protected]

www.familien-blickpunkt.de



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